Zellingen

Fachplanung zum Artenschutz in der "Klinge" vergeben

Bevor ins künftige Baugebiet "Klinge" in Retzbach Menschen einziehen können, muss geklärt werden, wie dort geschützte Tiere weiterleben können. Der Zellinger Gemeinderat vergab deshalb eine artenschutzrechtliche Fachplanung zum Preis von 5310 Euro an das Ingenieurbüro Arz aus Würzburg. Das Landratsamt Main-Spessart hatte eine solche ergänzende Untersuchung Mitte Januar bei einem Abstimmungsgespräche gefordert.

Generell sieht das Konzept für das Gebiet fingerförmige öffentliche Grünflächen vor. Die Fachplanung soll klären, wie diese konkret aussehen sollten, um eine Verbesserung der Lebensräume zu erreichen. Die Kosten teilen sich in 3200 Euro für die Ingenieurleistungen und 1050 Euro für die Begutachtung potentieller Ausgleichsflächen auf. Dazu kommen Nebenkosten und die Mehrwertsteuer.

Für die Prüfung des Brandschutzkonzepts im Neubau des Retzbacher Kindergartens beauftragte der Gemeinderat einen neuen Gutachter. Im Februar hatte der Bauausschuss den Prüfauftrag an das Büro Vonhof und Gatzmaga aus Würzburg vergeben. Diese Gutachter stimmen dem Brandschutzkonzept des Architekten aber nicht zu und fordern Ergänzungen. Das waren zum Beispiel vier massiv abgeschlossene Treppenaufgänge zum Dachgeschoss, viele zusätzliche Brandschutztüren, Rauchabzüge und Ausstiege im Dachbereich. Bürgermeister Wieland Gsell sprach im Gemeinderat von Mehrkosten im Bereich von mindestens 100 000 Euro. Einige der geforderten Dachausstiege beträfen reine Lagerräume, in denen Leitungen der Lüftungsanlage verlaufen sollen. Das aktuelle Brandschutzkonzept sieht Abweichungen von der Bayerischen Bauordnungen aber auch Kompensationsmaßnahmen dafür vor.

Der Gemeinderat vergab nun den Prüfauftrag zum Angebotspreis von 9170 Euro (plus Regiestunden für die später Abnahme) an das Büro Rassek und Partner, Wuppertal und Würzburg. Der bestehende Auftrag wird gekündigt, das Büro Vonhof und Gatzmaga bekommt einen Teil der Auftragssumme von 3080 Euro vergütet.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat gegen die Aufstellung des Bebauungsplanes "Am Berg" der Nachbargemeinde Birkenfeld, Ortsteil Billingshausen. Im südöstlichen Teil der Gemarkung soll eine Fläche als Mischgebiet (für Gewerbe und Wohnen) ausgewiesen werden, in der auch die bestehende Festhalle liegt.

Bei seinen Informationen gab Bürgermeister Wieland Gsell bekannt, dass das Amt für Landwirtschaft und Forsten die von der Firma Benkert beantragte Aufforstung von Ackerflächen an der B 27 bei Retzbach unter Auflagen genehmigte. Dazu gehört mehr Abstand von der Bundesstraße als von der Firma vorgesehen.

Vom Wasserforum Unterfranken berichtete der Bürgermeister, dass generell das Monitoring der Grundwasservorkommen verbessert werden soll. In der Zellinger Gemarkung wurden deshalb bereits zwei zusätzliche Messstellen eingerichtet. Ein wichtiges Thema beim Forum sei auch bessere Wasserhygiene – Zellingen sei im vergangenem Jahr bei weiten nicht die einzige Gemeinde gewesen, in der Trinkwasser abgekocht werden musste.

Der trockene Sommer hinterließ auch im Gemeindewald Spuren: In dieser Woche nahm der Bürgermeister zusammen mit dem Gemeindeförster Peter Kretzinger bei einer Waldbefahrung Trockenschäden in Augenschein, die insbesondere an Nadelbäumen auftraten.

Bei den kurzen Anfragen bat Gemeinderat Michael Zull, die Geschwindigkeitsanzeige in der Retzbacher Kolpingstraße umzustellen. Obwohl dort aufgrund der Umleitung für die Schwerverkehr aus Arnstein Tempo 30 gilt, zeigt die Tafel auch noch bei Tempo 49 einen lächelnden Smiley.

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