Lohr

Fantasievolle Geschichten aus dem Märchenkoffer

Fast alle Puppen aus Natalie Melchiors Märchenkoffer hat die Lohrer Geschichtenerzählerin selber hergestellt. Foto: Frank Zagel

Bereits seit zehn Jahren erfreut die Lohrerin Natalie Melchior als Märchenhexe Knatterlie ein wachsendes Publikum. Ab dieser Spielzeit zählt die Mutter von zwei Kindern mit ihren Aufführungen zum Programm des Schattenspieltheaters Kolja Liebscher in Frammersbach. Wir haben nachgefragt zur Leidenschaft der 40-jährigen Krankenschwester, Geschichten aus einem nostalgischen Koffer zu erzählen.

Frau Melchior, wie wird man zu einer Märchenhexe und wie kam es dazu, dass Sie Märchen aus einem Koffer erzählen?

Man muss scheinbar weiter nichts können, als Kräutertee trinken, einen Besen besitzen und im Idealfall noch eine Katze haben. Ganz wichtig ist die Fähigkeit, anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wenn dann, wie in meinem Fall, noch ein Kind mich des Nachts auf dem Besen um die Häuser fliegen gesehen haben will, ist schon mal eine Hexe geboren. Mein Besen hat wohl so geknattert, dass es zu dem Namen Knatterlie kam. Zum Erzählen von Märchen und Geschichten gehört eine ordentliche Portion Fantasie, Begeisterung, Ausdauer, Konzentration und Mut. Der Rest geht von alleine. Ich hatte vor zehn Jahren die Idee einer mobilen Puppenminiaturbühne. Ein antiker Koffer vom Flohmarkt kam mir da gerade recht und so fing ich an, diesen zu präparieren und mit den Handpuppen meiner Kinder, Szenen aus Märchen zu spielen.

Was ist das Besondere am Märchenkoffer und seinem Inhalt?

Das Besondere ist, dass die meisten Puppen, Bühnenbilder und Requisiten aus altem Kram kreiert wurden. Ich bin eine Sachensammlerin. Ich wollte mal sehen, was ich mit dem, was ich im Haushalt vorfinde, alles herstellen kann, ohne viel Geld auszugeben.

Wie haben Sie Ihre Puppen angefertigt?

Der Kartoffelkönig und Hase Langohr beispielsweise entstanden aus einem Schaumstoffpolster vom alten Sofa. Da sitze ich dann schon mal zwölf Stunden dran und schneide diese in Feinarbeit mit Schere und Cutter heraus. Jaques, die Stabpuppe, habe ich auf einem Künstlermarkt in Brasilien gekauft.

Haben Sie ihre Geschichten auch selber ausgedacht?

Die Märchen und Geschichten, welche ich erzähle, sind überwiegend alt und stammen nicht von mir. Ich versehe sie allerdings stark mit meiner persönlichen Note, indem ich mir selber Texte ausdenke und häufig dabei improvisiere.

Was können wir uns unter einem Märchenkoffer vorstellen und inwieweit unterscheidet sich Ihre Erzählkunst vom klassischen Vorlesen?

Ich bezeichne das, was ich mache, als interaktives Puppentheater aus dem Koffer. Ich spiele Geschichten mit meinen Puppen nach, und meine Zuhörer dürfen fleißig mitwirken, indem sie mit Musikinstrumenten und Bewegungen die Geschichte noch lebendiger machen.

Woher stammt Ihre Leidenschaft für das Theater und Märchen?

Meine Eltern nahmen mich und meine Geschwister von klein auf mit ins Theater und sind beide nach wie vor kulturell sehr aktiv. Das Spielbergtheater in Grombühl hat mich stark inspiriert.

Sie gehören mittlerweile zum Programm des Frammersbachers Schattenspieltheaters. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ende letzen Jahres habe ich mir eine Vorstellung von Kolja Liebscher angesehen und mich im gemütlichen Zimmertheater gleich sehr wohl gefühlt. Ich dachte, der Kolja hat eine ähnliche Art wie ich, Kinder zu begeistern. So habe ich ihn gefragt, ob ich mal mit meinen Koffern und der Puppenbande vorbeischauen darf.

Was ist das Schönste für Sie, wenn Sie vor Kindern aus Ihrem Märchenkoffer erzählen?

Am allerschönsten sind die leuchtenden Kinderaugen und das wohlige Gefühl nach einem Auftritt, etwas Sinnvolles getan zu haben.

Zimmertheater Frammersbach, Orber Straße (ehemals Tennisklause): Sonntag, 13. Oktober, 15 Uhr, Gastspiel vom Märchenkoffer mit Natalie Melchior, Puppenspielgeschichte: »Der süße Brei«, ab 3 Jahre, Karten per Mail: maerchenkoffer@gmx.de, per Telefon: 09352/6045231.

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