MARKTHEIDENFELD

Fischers Fritz: Fußballplatz Altstadt

Am Sonntag kicken ja unsere Jungs ihr erstes Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Begleitet vom üblichen deutschen Pessimismus – „die fliegen ja eh gleich nach der Vorrunde raus“ – dürfen sie sich mit anderen Mannschaften messen.

Gemessen hat sich auch unserer Hädefelder Mädel in der Ballkunst. Helga Schmidt-Neder durfte auch mal gegen das runde Leder treten. Wohlgemerkt: gegen fair gehandeltes Leder. Bei der Aktion „Unterfranken spielt fair“ wurden Bälle eingesetzt, bei deren Herstellung und Verkauf doch mal mehr als nur ein paar Cent pro tausend Bälle in pakistanischen Kinderhänden hängen bleiben. Gute Sache, wie ich finde.

Unsere Bürgermeisterin trat an jenem Tag beim Torwandschießen gegen den katholischen Pfarrer Herrmann „Bumbumbum“ Becker an. Und der Pfarrer gewann das Duell mit zwei Treffern Unterschied. Aber da muss ich schon sagen: Das war doch – ganz gegen das Motto der Aktion – nicht wirklich fair. Denn Becker stand mit göttlichen Beistand eigentlich zu zweit auf dem Platz, nach der katholischen Dreifaltigkeitslehre genaugenommen sogar zu viert. Da steht man als Vertreterin einer weltlichen Macht natürlich ganz allein und chancenlos auf dem Feld. Und wie es mit möglichem illegalen Weihwasser-Doping aussah, weiß man auch nicht.

Den Marktplatz als Fußballfeld zu verwenden, ist sowieso eine gute Idee. Dann wäre das Gebiet endlich mal wirklich verkehrsberuhigt. Kein Autofahrer wird es wohl wagen, sich durch 22 Leute zu schlängeln. Und die Poller kann man als Torposten verwenden. Ach nein, geht ja nicht – am Marktplatz wird ja nur einer gebaut. Da müsste man das Spielfeld schon in die Mitteltorstraße verlegen, da wird es zwei Poller geben. Und dass diese versenkbar sind, muss für die Mannschaft mit den Poller-Funksendern kein Nachteil sein. So mancher Treffer direkt unter die Latte könnte durch ein blitzschnelles Versenken des Tores verhindert werden.

Allerdings haben sowohl Mitteltorstraße als auch der Marktplatz mit dem Kopfsteinpflaster einen für Fußball denkbar ungeeigneten Untergrund. Der Ball würde so zufällig springen, dass man das Ergebnis gleich auswürfeln könnte – die Brasilianer wäre auch froh darüber, weil ein Würfel nur sechs Seiten hat. Vielleicht müssen wir mit dem Fußballplatz Altstadt noch warten, bis die Rollatorspuren gebaut sind, dann kann man die Ball auch wieder präzise spielen. Aber bis das soweit ist, braucht die jetzige Nationalmannschaft vermutlich selbst Rollatoren – und auch

Euer Fischers Fritz

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