MARKTHEIDENFELD

Fischers Fritz: Mars macht mobil

Wundervoll, ein kühler Morgen. Beschwingt setzte ich mich zu meinem Kumpel Hannes an den Tisch zur Morgenrunde im Café. Als es noch so unerträglich warm war, habe ich ihn gemieden – bei Hitze neigt mein Kumpel dazu, noch mehr Unsinn zu reden. „Und“, frage ich, „was gibt es Neues?“ Seine Augenbrauen ziehen sich wie eine Lakritzstange zusammen, als er mich über die Tasse hinweg ansieht und in seinen Kaffee brummelt: „Mars macht mobil!“

Nicht nur wegen seiner Augenbrauen frage ich zurück: „Stehst du neuerdings auf Süßigkeiten?“ Der gewohnte verächtliche Blick trifft mich. „Ich rede von dem Planeten“, erwidert Hannes. „Mars, der Planet des Krieges, steht ganz nah bei uns. Und er wirft die roten Strahlen des Zorns und Unfriedens direkt nach Hädefeld.“

Konzentriert schaffe ich es, eine Augenbraue zu heben und ganz ernst „Faszinierend!“ zu sagen, da spricht mein Kumpel schon weiter. „Schau dir mal den Mainkaiparkplatz an. Die CSU drischt auf die Freien Wähler und die SPD ein, die Freien Wähler treten der CSU gegen das Knie, die Bürgerinitiative schlägt auf alle ein, die bei Drei nicht auf einem Parkplatzschild sind, und die FDP quengelt, aber niemand will mit ihr spielen. Das liegt am Mars, sage ich dir.“

Ich mache mir zumindest kurz die Mühe, über diese Theorie nachzudenken. Damit bin ich schnell fertig. „Du meinst also allen Ernstes, dass das reflektierte Sonnenlicht eines 63 Millionen Kilometer entfernten Steinbrockens, der nur ein Zehntel der Erdmasse hat, dafür verantwortlich ist, dass manche Hädefelder ihre Blut-Hirn-Schranke nicht in den Griff bekommen“, frage ich Hannes.

„Alle irdischen Gründe, von denen ich gedacht habe, dass es an ihnen liegt, haben sich inzwischen erledigt“, sagt Hannes und nimmt wieder einen Schluck aus seiner Kaffeetasse. „Die Hitzewelle ist so ziemlich vorbei, der Blutalkohol von Laurenzi langsam abgebaut – da dachte ich eigentlich, dass die Leute sich mal zusammen an einen Tisch setzen und über alles in Ruhe reden. Haben sie aber nicht, darum muss es am Mars liegen“. Hannes reckt seine Faust drohend Richtung Himmel.

„Ende Oktober wird wieder alles gut“, versuche ich meinen Kumpel zu beruhigen, „dann überholt die Venus, der Planet der Liebe, die Erde und wird vom Abend- zum Morgenstern. Die Hädefelder Kommunalpolitik wird sich dann unter dessen Einfluss in den Armen liegen und sich gegenseitig um Vergebung bitten, für all die schlimmen Dinge, die man übereinander gesagt hat. Friede in Hädefeld und den Hädefeldern ein Wohlgefallen.“ Ich nippe am Cappuccino. „Aber vor allem ist dann die Landtagswahl vorbei“, sagt

euer Fischers Fritz

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