Karlstadt

Fledermausquartier geschaffen und Biotope gepflegt

Für 30 Jahre beim Bund Naturschutz wurden in der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Karlstadt Mitglieder geehrt. Von links: Raimund Mehrlich, Vorsitzende Monika Scheiner, Alfred Dill, Kreisvorsitzender Erwin Scheiner. 
Für 30 Jahre beim Bund Naturschutz wurden in der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe Karlstadt Mitglieder geehrt. Von links: Raimund Mehrlich, Vorsitzende Monika Scheiner, Alfred Dill, Kreisvorsitzender Erwin Scheiner.  Foto: Jürgen Kamm

Einen in den Felsen gehauenen alten Eiskeller an der ehemaligen Eußenheimer Straße für Fledermäuse zugänglich zu machen, war das größte Projekt der Ortsgruppe Karlstadt des Bund Naturschutz im vergangenem Jahr. Außerdem pflegten die Vereinsmitglieder ein Biotop und boten Ferienexkursionen an. In diesem Jahr wird Anfang März wieder die Saatgutmesse in Laudenbach veranstaltet. Auf der Jahreshauptversammlung ehrte der Kreisverband zudem drei Mitglieder, die seit 30 Jahren dabei sind.

Im bebilderten Jahresbericht der Vorsitzenden Marion Scheiner stand der Eiskeller, in dem einst Lebensmittel gelagert wurden, am Anfang. Vor fast vier Jahrzehnten verschlossen, wurde der tiefe Keller mit einem betonierten Schacht wieder zugänglich gemacht und ein zusätzlicher Belüftungsschacht gebaut. Zusammen mit einer Leiter und den nötigen Abdeckgittern - die Kellersohle liegt etwa acht Meter unter dem Bodenniveau - kostete das rund 14 000 Euro, was auch über Spenden finanziert wurde. Rund 4900 Euro konnte Alfred Dill einsammeln. Erst als dazu Zuschuss der Staatsoberkasse der Regierung von Unterfranken sicher war, stand das Projekt nicht mehr auf der Kippe. Bei der Übergabe fanden Fachleute in den Felsfugen tatsächlich alte Spuren von Fledermäusen. In den Ausgaben sind auch Hinweis- und Infotafeln für den Eiskeller sowie den alten Kalkofen wenige Meter weiter enthalten.

Das Biotop des Vereins in den Pechwiesen bei Eußenheim wollte gleich dreimal gepflegt sein: Im Februar wurde ein Teil des Schilfs abgeschnitten, im September waren die Teichmulden in der Wiese dran, im Oktober die Insel. Damit diese nach drei Jahren freigeschnitten werden konnte, baute das Technische Hilfswerk im Rahmen einer Übung eigens einen Steg. Weitere Landschafts- und Naturschutzpflege betrieben die Vereinsmitglieder durch den Rückschnitt der Kopfweiden im Burggraben bei Schönarts Mitte Februar.

Im Mai engagierte sich der Verein zusammen mit der Bürgerinitiative gegen die Westumgehung bei einer Demo am Kreisverkehr in Karlburg. Exkursionen führten nach Schweinfurt ins Naturschutzgebiet Echse. Im August wurde in der Sparkasse Karlstadt die Ausstellung "Wilde Pflanzen vor der Türe" gezeigt. Das viermal im Jahr angebotene Repair-Café nutzten 44 Personen. Rund die Hälfte von 50 defekten Gerätschaften konnte repariert werden.

Die Angebote beim Ferienprogramm reichten von einer Wiesen-Exkursion an Pfingsten über die Tongrube Wernfeld bis zu Besichtigungen des Humuswerkes Wernfeld und der Kreismülldeponie Karlstadt. Zu den elf Terminen kamen insgesamt 183 Kinder. Auch in diesem Jahr wird die Ortsgruppe wieder Angebote zum Ferienprogramm beisteuern. Zudem wird sich die Ortsgruppe etwas für das Schulfest der Grundschule Karlstadt ausdenken.

Die vierte Saatgutmesse wird am 9. und 10. März in der Halle in Laudenbach veranstaltet. Für den Auf- und Abbau werden derzeit noch Helfer gesucht. Zur Saatgutmesse werden auch vier Vorträge gehören. Zur Jahresplanung 2019 gehören auch drei Führungen "Unterwegs mit dem Stadtgärtner", Vorträge und am 12. Mai eine Exkursion zum früheren Truppenübungsplatz Brönnhof bei Schweinfurt auf Einladung der Kreisgruppe Schweinfurt. Das 2275 Hektar große Gelände gilt als grüne Oase und Naturerbe Bayerns.

"Die Ortsgruppe Karlstadt bewegt immer wieder tolle Dinge", lobte Kreisvorsitzender Erwin Scheiner. Er hatte Ehrungen in Bronze für drei Mitglieder mitgebracht, die seit 30 Jahren dabei sind. Persönlich konnten sie Raimund Mehrlich, der auch Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Wiesenfeld ist, und Alfred Dill, der zum Vorstand gehört, in Empfang nehmen. Armin Beck war in der Jahreshauptversammlung verhindert.

Hinweis: In einer ersten Version des Artikels waren falsche Zahlen zu den Kosten der Arbeiten am Eiskeller und den gesammelten Spenden angegeben. Die Zahlen wurden korrigiert.

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