SCHWEINFURT/ARNSTEIN

Flüchtlingshetze: Die erfundene Vergewaltigung in Schweinfurt

Fünf bis sieben Syrer sollen eine 17-Jährige vergewaltigt haben. Das Gerücht geht derzeit auf Facebook um. Dabei ist es völliger Quatsch. Eine Geschichte, die frei erfunden ist.

Auf Facebook hat eine Frau in der Gruppe „Echte Anstenner“ (echte Arnsteiner), in der gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht und zur Teilnahme an Pegida-Demonstrationen aufgerufen wird, geschrieben, die 17-Jährige kämpfe im Schweinfurter Krankenhaus Leopoldina ums Überleben, man habe ihr einen künstlichen Darmausgang gelegt. Doch dies alles ist frei erfunden.

„Das ist Schweinfurt, wo bereits an die 12 fälle übelster Vergewaltigungen durch traumatisierte Flüchtlinge statt gefunden hat!!! TRAURIGE WAHRHEIT“, schreibt die Frau mit holprigem Deutsch außerdem. Angeblich hätten andere Personen zwei der Syrer erwischt und „denen das Gesicht eingeschlagen“. Andere Nutzer der fremdenfeindlichen „Echte Anstenner“-Gruppe vermuten, dass Leute „geschmiert“ wurden, damit von der angeblichen Vergewaltigung nichts an die Öffentlichkeit kommt.

In einer Bürgerversammlung in der Schweinfurter Fachhochschule, bei der es vor allem um Flüchtlinge und Integration ging, machte Schweinfurts Polizeichef Detlev Tolle vergangene Woche bereits klar, dass an den Gerüchten nichts dran ist. Mit der Eröffnung der Schweinfurter Erstaufnahme für Flüchtlinge im Juli sei kein Anstieg der Kriminalität einher gegangen. Auch Veit Oertel vom Leopoldina sagt auf Anfrage, dass er „nicht im Geringsten“ Informationen über eine von Flüchtlingen vergewaltigte Frau im Krankenhaus habe. Claudia Ernst, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Unterfranken, bestätigt, dass „überhaupt nichts bekannt“ sei, und sagt, die Polizei halte solche Informationen auch dann nicht zurück, wenn es um Flüchtlinge gehe.

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