Marktheidenfeld

"Gefälligkeitsplanung" ist dem Hädefelder Stadtrat nicht möglich

Für ein Grundstück in Marienbrunn gibt es gleich mehrere Gründe, die eine Bebauung nicht erlauben. Der Spielraum der Bürgervertreter war deshalb entsprechend klein.
Der Stadtteil Marienbrunn: Die Stadt besitzt noch Gründstücke im Bauerwartungsland (links oben), der gewünschte Bau sollte jedoch im Außenbereich im Süden des Ortes entstehen.
Der Stadtteil Marienbrunn: Die Stadt besitzt noch Gründstücke im Bauerwartungsland (links oben), der gewünschte Bau sollte jedoch im Außenbereich im Süden des Ortes entstehen. Foto: MP-Grafik Grigull

Einstimmig abgelehnt hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus in Marktheidenfeld den Antrag auf Erlass einer sogenannten Einbeziehungssatzung für ein Grundstück im Außenbereich von Marienbrunn. Dort möchte der Eigentümer ein Einfamilienhaus errichten. Das ist nach den Worten von Bauamtsleiter Wilhelm Trabel aus mehreren Gründen nicht möglich. Selbst wenn die Stadt zustimmen würde, wäre spätestens beim Landratsamt mit der Genehmigung Schluss.

Bauliche Anlagen im Außenbereich sind nur bei privilegierten Vorhaben zulässig und eine solches liege nicht vor, informierte Trabel. Auch liege das Grundstück an einem Feldweg und sei aus Sicht der Stadt weder mit Wasser noch Kanal erschlossen. Das Wesentliche aber, so Trabel: "Da nur die Fläche dieses einen Grundstücks mittels Satzung einbezogen werden soll, handelt es sich eindeutig um eine Gefälligkeitsplanung, welche von der Rechtssprechung ausgeschlossen wird."

Nachbarn müssten bei Erschließung auch zahlen

"Uns kann eigentlich nicht besseres passieren als wenn eine junge Familie dort baut", meinte Christian Menig (CSU). Ob das Einbeziehungsgebiet nicht erweitert werden könne, um die "Gefälligkeitsplanung" zu umgehen? Doch Trabel schüttelte den Kopf und verwies unter anderem darauf, dass bei einer Ersterschließung die Grundstücksbesitzer in diesem Bereich alle kostenmäßig voll einbezogen würden. Er gab zu überlegen, ob die Stadt nicht eher die Bebauung im Nordwesten vorantreiben sollte, wo sie eigene Flächen besitzt. Auch Burkhard Wagner (FW) fand die Geschichte "sehr bedauerlich", doch sah er keinen rechtlichen Spielraum. "Die Sache ist eindeutig", meinte Andrea Hamberger, "wenn es das Landratsamt dann eh ablehnen wird."

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die erste Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans "Baumhofstraße 57" in Marktheidenfeld, also das ehemalige Schleunungsgelände, das sich quasi um den Norma-Markt herumlegt (siehe Skizze). Der hintere Bereich des Areals ist bereits mit drei Mehrfamilienhäusern bebaut. Nun soll davor ein Kinderspielplatz entstehen, der ursprünglich an anderer Stelle vorgesehen war. Die beiden noch zu bauenden Gebäude zur Baumhofstraße hin sollen laut Bauamtsleiter Trabel zu einer Nutzungseinheit verschmelzen. Vorgesehen sind hier ein Hotelbetrieb mit Gastronomie, Praxen und Büronutzung.

Geschäfte, Büros, Hotel und Praxen

Hinter der Norma wiederum soll der Baukörper näher an die Haupterschließungsstraße heranrücken und es sollen zusätzliche Stellplätze geschaffen werden. Die bauliche Nutzung wird auf Geschäfte, Büros für Freiberufler und Praxen sowie betriebszugehörige Wohnungen erweitert werden. Der Stadtrat stimmte der Bebauungsplanänderung zu und beauftragte die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und Behörden. 

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Marktheidenfeld
  • Joachim Spies
  • Baukörper
  • Bauwesen und Bauwerke
  • Bebauungspläne
  • Bereich Hotels
  • CSU
  • Einfamilienhäuser
  • Hotel- und Gastronomiegewerbe
  • Mehrfamilienhäuser
  • Stadträte und Gemeinderäte
  • Städte
  • Wilhelm
  • Öffentliche Behörden
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!