ERLACH

Geheimnisvolle Landschaften

Dieser Fotoarbeit von Michael Rohbohm steht folgender Text von Hans-Peter Schrettenbrunner gegenüber: „der mond kam gross und freundlich, fast wie ein dickes kind. ich habe es gesehen! obwohl ich schlief!“ Foto: Michael Robohm

Mit Fotografie beschäftigt sich der Erlacher Michael Robohm (57) seit Jahrzehnten. Sein Schwerpunkt liegt bei Doppelbelichtungen und Verfremdungen. In der Region waren seine Werke unter anderem bereits im Alten Rathaus in Lohr (2014) und im Franck-Haus in Marktheidenfeld (2016) zu sehen. Jetzt erscheint ein Buch mit seinen Fotoarbeiten, das auf der regionalen Buchmesse am 12. November im Aschaffenburger Schloss Johannisburg erstmals vorgestellt wird.

„Lighthouse Cabin“ lautet der Titel des Buches, der sich auf eine von Robohm fotografierte und bearbeitete kleine Hütte vor dem Leuchtturm Neist Point am Nordzipfel der schottischen Insel Sky bezieht.

164 Seiten stark ist das Buch, in dem nicht nur rund 75 von Robohms Bildern enthalten sind, sondern auch Lyrik des Aschaffenburger Arztes Hans-Peter Schrettenbrunner, den Robohm kennenlernte, als dieser ein Bild bei ihm kaufte. Ohne zu übertreiben kann man sagen: Dass sich die beiden Männer begegnet sind, ist aus künstlerischer Sicht ein Glücksfall; Schrettenbrunners kurze Texte und Robohms Bilder ergänzen sich nicht nur, sie bilden tatsächlich eine Einheit.

Vielschichtig

Sowohl die Texte als auch die Bilder sind vielschichtig, strahlen etwas Geheimnisvolles aus, lassen Ausflüge des Betrachters/Lesers in eigene Gedankenwelten zu.

Michael Robohm wurde 1959 in Stade geboren. Er studierte Maschinenbau in Lübeck und lebt seit 1982 in Franken. Bis 2016 war er als Maschinenbauingenieur bei Rexroth beschäftigt. Seine Fotos entstehen meist bei Reisen in die verschiedensten Länder. Seit über 30 Jahren fotografiert er. Zunächst bearbeitete er seine Bilder im Schwarzweiß- und Farblabor, verfremdete sie mit Hilfe selbstgebauter Vorrichtungen.

Vor knapp zehn Jahren stieg er auf Digitalfotografie um und seine erste Multivisionsshow entstand; sie hatte Island zum Thema. Die musikalische Untermalung übernahmen seine Frau Adelheid (Flöte und Orgel) sowie weitere befreundete Musiker. „Damit sind wir ordentlich rumgetingelt“, sagt Robohm und nennt Städte wie Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt. Teilweise habe man 300 Zuschauer gehabt – „das war schon ganz toll“.

Von Schaller inspiriert

Inspiriert für seine eigenen Arbeiten hätten ihn die Bilder des Lohrer Künstlers Roland Schaller mit übereinanderliegenden Fragmenten, sagt Robohm. Er habe begonnen, dies fotografisch umzusetzen.

Wobei Robohm wichtig ist, dass seine überlagerten Fotografien, aus denen ein komplett neues Bild entsteht, immer einen örtlichen oder zeitlichen Bezug zueinander haben; die Überlagerungen seien nie beliebig. „Zwei Momente, Erfahrenes und Erlebtes sowie Erinnerungen und Träume verschmelzen in den Bildern zu einer Einheit“, sagt Robohm.

Hans-Peter Schrettenbrunner, 1961 in Niederbayern geboren, ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er lebt und arbeitet in Aschaffenburg. Schon immer sind seine außerberuflichen Interessen im Bereich der bildenden Kunst, der Musik, der Literatur, in Architektur und Design zu verorten.

Er beschäftigt sich aktiv mit Malerei, schriftstellerischer Tätigkeit und spielt Kontrabass in einem Jazztrio. In seiner künstlerischen Arbeit spielt die Abgrenzung fraglich realer von „hypothetischer Wirklichkeit“ eine maßgebliche Rolle. Die Grenzen sind seiner Meinung nach fließend, die dabei erzeugten Emotionen vielfältig.

Das Buch „Lighthouse Cabin“ ist im Buchhandel für 34,80 Euro erhältlich; ISBN 978-3-932737-70-1. In den Buchhandlungen in Lohr und Marktheidenfeld ist es vorrätig.

Angelehnt an das Buch „Lighthouse Cabin“ findet am 19. November um 19.30 Uhr in der Alten Turnhalle eine Komposition in Bild, Ton und Text statt.

Fotoarbeiten von Michael Robohm (im Bild) und Lyrik von Hans-Peter Schrettenbrunner enthält das Buch „Lighthouse Cabin“. Foto: Dehm

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