Zellingen

Geiger Florian Meierott stellt Bilder im Torturm aus

Der Geiger und Maler Florian Meierott präsentierte sich mit Musik und Malerei im Torturm beim Kulturverein Zellingen. Mit dabei hatte er seine Stipediaten Linus und Merle Koeth. Foto: Günter Roth

Wenn man Geige spielt wie Florian Meierott und gleichzeitig malt wie Florian Meierott, muss man einerseits ein musikalisches Ausnahmetalent sein und andererseits den Mut haben, jenseits des Alters von 50 Jahren noch Kind sein zu können. In der gegenwärtigen Ausstellung des Künstlers im Torturm Zellingen "Ein Musiker und seine Bilder" sollte der Betrachter die Freude an der Musik und gleichzeitig auch die Unvoreingenommenheit eines kindlichen Auges mitbringen.

Auf den Spuren des "Teufelsgeigers" Paganini präsentierte sich Meierott bereits im Sommer diesen Jahres auf der Terrasse des Rathausanbaus in Karlstadt furios und feurig, als Maler aber versteht er sich selbst als "neuen jungen Wilden", der seine Vorbilder in der klassischen Malerei und der Modernen hat.

Die Kunsthistorikerin Liane Thau hob für die Vernissage im "Ture" seinen Humor, seinen liebevollen Blick auf seine Mitmenschen hervor. Schon als Student an der Musikhochschule Karlsruhe ging Meierott sowohl in der Musik als auch in der bildenden Kunst eigene, ungewöhnliche Wege. In die ersten experimentellen Werke seien angeblich auch Tesafilm und Schuhcreme mit eingeflossen. Heute verbindet er die Musik und die Malerei in seinem Kitzinger Atelier - wenn nötig an zehn Bildern gleichzeitig - so Thau.

Freude an Farben und Kontrasten

Die meist großflächigen Arbeiten sind in jedem Fall überraschend, voller Freude an Farben, Kontrasten und provozierender verfremdender Formen. So nimmt Meierott Beobachtungen, Erfahrungen und menschliche Eigenschaft mit einigem Ernst und dann doch wieder mit Augenzwinkern aufs Korn. Oftmals erschließen sich dem Betrachter die tieferen Absichten des Künstlers erst in der intensiveren Annäherung - sowohl im mentalen als auch im räumlichen Sinn - wenn beispielsweise bei der Ansicht einer Berglandschaft grasende Kühe nur aus der unmittelbaren Nähe erkennbar werden.

Florian Meierott lebt und arbeitet in seiner Kitzinger "Villa Paganini" als freier Musiker mit zahlreichen Auftritten und Konzertreihen an renommierten Orten und auch als engagierter Musiklehrer. Mit seiner eigens ins Leben gerufenen Stiftung fördert er junge Musiker wie die beiden Stipendiaten, die 18-jährige Merle Koeth und ihr 13-jähriger Bruder Linus, die gemeinsam mit dem Meister und später in Solovorträgen ihr hervorragendes Können auf der Geige im Zellinger Torturm unter Beweis stellten. Begleitet wurden sie jeweils von der Mutter Katrin Koeth.

Ingrid Sperber, die Organisatorin und Vorsitzende des Kulturvereins Zellingen, verwies darauf, dass Meierott für diesen Abend auf eine Gage verzichtete und im nächsten Jahr im Rahmen eines Benefizkonzerts noch einmal in Zellingen auftreten wird. Wer ihn aber vorher erleben will, hat dazu bei der Thüngener Glühweihnacht am 22. Dezember Gelegenheit. Hier wird der Violinist gemeinsam mit dem Männergesangverein bei einem festlichen Weihnachtskonzert in der evangelischen St.-Georgs-Kirche zu hören sein.

Die Ausstellung im Zellinger Torturm ist bis zum 24. November zu sehen, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

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