Kreuzwertheim

Gemeinderat entschied sich für Drehleiter

Ganz im Zeichen der Feuerwehr stand ein Großteil der Sitzung des Kreuzwertheimer Marktgemeinderates am Dienstag. Das Interesse der Feuerwehrkameraden an der Sitzung war enorm. Rund drei Jahre dauerten die Vorarbeiten für den Feuerwehrbedarfsplan, der jetzt vom Gremium einstimmig beschlossen wurde und bis 2023 gültig ist. Bürgermeister Klaus Thoma wies darauf hin, dass das Papier einen erheblichen Investitionsbedarf für die Gemeinde vorsieht.

So sind für die Anschaffung von drei Fahrzeugen Ausgaben von rund 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Gut die Hälfte davon wird für eine neue Drehleiter benötigt. Ob diese tatsächlich gebraucht wird oder ob man zur Sicherstellung des zweiten Rettungsweges an manchen Gebäuden, insbesondere am „Hohen Haus“, nicht auch auf das Fahrzeug aus Wertheim zurückgreifen könnte, war im Vorfeld der Sitzung umstritten. Eine rechtliche Verpflichtung, eine eigene Drehleiter vorzuhalten, gibt es nicht.

Die Kreuzwertheimer Feuerwehr plädierte gleichwohl dafür, nicht zuletzt wegen der eigenen Attraktivität, aber auch wegen der Möglichkeit des Einsatzes für überörtliche Hilfeleistung. Kreisbrandrat und Landkreis würden das Vorhalten einer eigenen Drehleiter in der Marktgemeinde ebenfalls begrüßen, wobei Letzterer als kommunale Rechtsaufsicht auch die Übertragung der Erfüllung dieser Aufgabe auf die Stadt Wertheim nicht beanstanden würde. Und auch die Regierung von Unterfranken signalisierte, beide Entscheidungen des Gemeinderates mitzutragen.

Das Ingenieurbüro IBG, das an der Erstellung des Feuerwehrbedarfsplanes maßgeblich mitbeteiligt war, nannte einige Argumente, die für den Verzicht auf eine eigene und die Nutzung der Drehleiter aus Wertheim sprechen. „Wir machen uns die Entscheidung nicht leicht“, betonte Bürgermeister Thoma. Es gehe zum einen darum, Rechtssicherheit zu haben, um das Schutzniveau für die Bürger, aber auch um viel Geld. Der Bedarf für eine eigene Drehleiter sei immer kritisch hinterfragt worden, erklärte Günter Kohrmann (CSU). „Die Sicherheit der Bürger sollte uns die Ausgabe wert sein.“ Die im Zusammenhang mit der Entscheidung geführte Diskussion über Hilfsfristen bezeichnete Kohrmann als „Kaffeesatzleserei“. Auch Silva Klee (SPD) sprach sich letztlich für eine eigene Drehleiter aus. „Wir sollten unseren Respekt für die Feuerwehr und ihre Arbeit durch diese Abstimmung deutlich machen“, plädierte sie. Nachdem Frank Theobald die Zustimmung der Freien Wähler deutlich gemacht hatte, war das Ergebnis der Abstimmung klar.

Damit war ein wichtiger, bis dahin noch offener Punkt im ebenfalls zu beschließenden Feuerwehrbedarfsplan entschieden. Ein Auftrag, der in dem Papier formuliert ist, ist die Prüfung der Frage, ob im Bereich Röttbach/Wiebelbach ein eigenes, wasserführendes Feuerwehrfahrzeug stationiert werden kann und soll. Auch die Zukunft eines Mehrzweckfahrzeuges (MZF), für das eigentlich schon Ersatz beschafft worden ist, muss noch geklärt werden. Die Feuerwehr sieht jedenfalls Bedarf dafür. Bis Mitte 2020 schließlich muss von der Verwaltung ein Gutachten vorgelegt werden, ob die Sanierung oder ein Neubau des Feuerwehrhauses in Kreuzwertheim wirtschaftlich sinnvoller ist. Er sei „froh, dass wir das jetzt zum Abschluss bringen“, erklärte der Bürgermeister. Für ihn stellt die Feuerwehr „eine Gesamtorganisation an vier Standorten“ dar. Ortsteildenken habe hier nichts zu suchen. „Endlich haben wir einen Feuerwehrbedarfsplan, an dem wir uns orientieren können“, freute sich Silvia Klee und lobte insbesondere die Zusammenarbeit aller am Zustandekommen des Papiers.

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