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Gemeindewald Fellen: Jahreshiebsatz wird 2020 halbiert

Die extremen Bedingungen durch Klimaeinflüsse 2018 und 2019 nahm der forstliche Berater des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Karlstadt, Stephan Kühlwein, zum Anlass, gravierende Einschnitte für den Jahresbetriebsplan 2020 für den 426 Hektar (ha) großen Gemeindewald einzuplanen.

2019 war nach dem extremen Vorjahr während der Vegetationszeit erneut von Dürre und Hitze geprägt, erklärte Bürgermeisterin Zita Baur in der Gemeinderatssitzung. Auch im Sinngrund stieg der Anteil an Borkenkäferholz deutlich an. Der Fichtenholzmarkt liegt am Boden, während sich der Laubholzmarkt noch stabil zeigt. Aus diesen Gründen möchte man für das Forstwirtschaftsjahr 2020 den Jahreshiebsatz halbieren, auf einen Frischholzeinschlag in der Fichte und Kiefer völlig verzichten und dafür verstärkt Laubholz einschlagen, geht aus dem von Kühlwein aufgestellten Jahresbetriebsplan hervor. Der Einschlag in der Douglasie und der Lärche soll leicht verstärkt werden; außerdem fällt der Harvestereinsatz aus.

Mit einem blauen Auge davongekommen

Der Blick auf das noch laufende Wirtschaftsjahr 2019 bestätigt einen Einschlag von 1716 Festmeter (fm), davon waren aber allein 507 fm Schadholz. Mit einem kleinen Minus von 1500 Euro kam man mit einem blauen Auge davon.

Besonders beim Einschlag schlägt sich erneut die Selbstbeschränkung nieder. Während dieser Wert in früheren Jahren noch bei 3700 fm lag, möchte man im kommenden Jahr 2020 nur 1800 fm ernten. Für diesen Einschlag setzt die Betriebsplanung 48 900 Euro an Kosten an. Die eingeplanten 11 400 Pflanzen, davon allein 10 900 Rotbuchen, sollen bei günstiger Witterung in die Erde gebracht werden. Die Kosten der Bestandsgründung mit Pflanzenkauf und deren Pflanzung belaufen sich auf 14 080 Euro.

Gesamtaufwand von rund 106 000 Euro

Für die Bestandspflege ohne Ertrag auf einer Fläche von 7,5 ha setzt der Forstmann 4500 Euro an, während für den Waldschutz wie Zaunreparatur und Borkenkäferbekämpfung 4500 Euro eingeplant sind. Die Wegeunterhaltung ist mit 500 Euro veranschlagt und für die Sicherung von Grenzzeichen der gleiche Betrag. Einschließlich der Fixkosten rechnet Kühlwein mit einem Gesamtaufwand von 105 980 Euro, während der Holzverkauf sowie Fördergelder mit 105 900 Euro fast die gleiche Summe in die Gemeindekasse bringen, rechnete Baur vor.

Einmütig fiel das Verständnis von Bürgermeisterin und Gemeinderat für die erneute freiwillige Selbstbeschneidung aus, sie billigten einstimmig den ausgeglichenen Jahresbetriebsplan für den Gemeindeforst und den damit zum zweiten Mal entfallenden Erlös aus dem Gemeindewald. "Als Fellener, wo fast jeder ein Stück Hecke besitzt, kennt man die Problematik, dass derzeit mit den Fichtenwäldern kein Gewinn zu erzielen ist", meinte ein Zuhörer pragmatisch.

Die Brennholzpreise bleiben gegenüber dem Vorjahr konstant: Buche an Forststraßen gerückt pro fm 50 Euro, Eiche/Birke gerückt 45 Euro, Buchenbrennholz Selbstwerber 17 Euro, Buche Kronenholz acht und Nadelholz fünf Euro. Käferoberholz kostet nichts. Die Preise gelten sowohl für Ortsbürger wie auch für Auswärtige.

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