KARLSTADT

Genau so, wie es die Schule wollte

Mit einer 125 Quadratmeter großen Mensa sowie einer Aufstockung um ein Lern-Atelier mit angeschlossenem Sachkunderaum und einen Lern- und Bewegungsraum ist das Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium jetzt für die Mittagsverpflegung und Ganztagesbetreuung gerüstet. Am Montag erfolgte nach einer Kreisausschusssitzung die feierliche Übergabe.
Die Kreisräte zeigten sich angetan von der gelungenen Erweiterung des Karlstadter Gymnasiums.
Die Kreisräte zeigten sich angetan von der gelungenen Erweiterung des Karlstadter Gymnasiums. Foto: FOTO Jürgen Kamm

Die Kosten für den Landkreis sind überschaubar: Von den veranschlagten Baukosten von 1 170 970 Euro muss der Kreis dank beachtlicher Fördermittel gerade mal 96 970 Euro bezahlen. Das lateinische Motto „Per aspera ad astra“ (frei übersetzt: Ohne Fleiß kein Preis) aus Senecas Tragödie „Hercules Furens“ stellte Landrat Armin Grein an den Anfang seiner Rede. Eigentlich habe er das Zitat schon vor 14 Tagen bei der Übergabe der Mensa in Marktheidenfeld verwenden wollen, aber die Sache mit den Preis passe noch besser zum Johann-Schöner-Gymnasium, so Grein, und listete sechs Auszeichnungen auf, die das Gymnasium in den vergangenen Jahren gewann, darunter der Deutsche Arbeitgeberpreis für Bildung 2003, die Auszeichnung „Center of Excellence“ 2006 und die Platzierung der Schule 2007 unter Bayerns 25 besten Gymnasien.

Mit der Mensa und den neuen Räumen seien den Schülern gute Voraussetzungen für einen optimalen Schulalltag geschaffen worden, freute sich der Landrat und dankte allen Beteiligten von den Eltern über den Kreistag bis zum Kultusministerium und dem Diakonischen Werken Würzburg. 33 Prozent der Eltern der Karlstadter Gymnasiasten hatten 2004 angegeben, dass sie eine Mittagsbetreuung und Verpflegung wahrnehmen würden. Das waren weit mehr als bei anderen Schulen, erinnerte sich Grein.

Zusammen mit dem damaligen Schulleiter Rolf Kellermann habe er sofort das damals nagelneue Förderprogramm „Investition Zukunft, Bildung und Betreuung (IZB)“ genutzt, um die Raumnot kostengünstig zu beheben. Nach der Antragstellung ließ man sich etwas mehr Zeit und überlegte genau, wie die Betreuung und Verpflegung aussehen sollten und sprach mit externen Anbietern. Das „Rennen“ machte schließlich die Diakonie in Würzburg in Kooperation mit den Mainfränkischen Werkstätten.

Musikalisch umrahmten der Schülerchor und ein Streichquartett des Gymnasiums die Übergabe. Den kirchlichen Segen für die Räume und alle darin arbeitenden Menschen erbaten Dr. Marius Falk von der Pfarrei St. Andreas und Vikarin Eva Thelen von St. Johannes.

Schulleiter Albert Häusler führte die Kreisräte vor der Mensa-Einweihung durch die angebauten Räume. Im Lernatelier konnten sie sich mit eigenen Augen überzeugen, dass dies nichts mit einer verstaubten Bibliothek zu tun hat und bei den Schülern sehr beliebt ist. Genau das habe man haben wollen, so Häusler später: helle, freundliche Räume mit großer Anziehungskraft sowie eine kleine aber feine Mensa. Der „Wohlfühlfaktor“ am Johann-Schöner-Gymnasium sei weiter gewachsen.

„Ein leerer Bauch studiert nicht gerne“, leitete Architekt Jochen Harth aus Neustadt/Main sein Grußwort ein. Er erinnerte an den Zeitdruck, unter dem das Projekt stand, und sprach von statischen Herausforderungen bei der Aufstockung. Bewusst habe man dort bei der Farben- und Materialauswahl Zurückhaltung geübt, ohne dass etwas langweiliges herausgekommen sei.

Für den Elternbeirat sprach Claudia Böhm. Zu wissen, dass die Kinder gut versorgt sind, sei ein beruhigendes Gefühl für Eltern. Sie hob das Anfang des Jahres organisierte Probeessen für 1000 Schüler hervor und lud Landrat Armin Grein und Karlstadts Bürgermeister Karl-Heinz Keller zum Essen ein: Dank der goldenen Mensa-Card haben die beiden Herren nun eine Alternative, falls es zu Hause einmal nichts geben sollte.

Bürgermeister Karl-Heinz Keller tat sich leicht mit seinem Grußwort. Von der Kreisumlage abgesehen muss Karlstadt für diese Verbesserung der Infrastruktur – Ansiedlungswillige fragten oft nach der Schullandschaft – nichts bezahlen. Die Akzeptanz der Mensa bei den Schülern solle sehr gut sein, verriet Keller, und schmunzelte, dass hier wohl nicht mit dem Kopf sondern mit dem Bauch entschieden werde.

Nach dem offiziellen Teil konnten sich die Kreisräte von der Qualität des Mensa-Essens überzeugen. Es gab Putensteak mit Zucchini und Bratkartoffeln sowie eine Quarkspeise.

Landrat Armin Grein und Karlstadts Bürgermeister Karl-Heinz Keller (links) haben jetzt zumindest an Schultagen immer eine warmes Mittagessen sicher. Bei der Übergabe der neuen Mensa am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt überreichten ihnen Elisabeth Mahlke-Gruber und Alida Mungenast (rechts) je eine goldene Mensa-Card.
Landrat Armin Grein und Karlstadts Bürgermeister Karl-Heinz Keller (links) haben jetzt zumindest an Schultagen immer eine warmes Mittagessen sicher. Bei der Übergabe der neuen Mensa am Johann-Schöner-Gymnasium in Karlstadt überreichten ihnen Elisabeth Mahlke-Gruber und Alida Mungenast (rechts) je eine goldene Mensa-Card. Foto: FOTO Jürgen Kamm

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