MARKTHEIDENFELD

Gerechte Welt ist kein romantischer Traum

Lebensfreude und afrikanische Rhythmen boten die jungen Sängerinnen und Sänger des St. Benedict?s Choir aus Kenia. Foto: Martin Harth

Wenn Gäste aus der Ferne kommen, dann kann man auch einmal ein 13-jähriges „Jubiläum“ groß feiern. So oder so ähnlich mögen Christine Schlembach und ihr Team vom Weltladen in der Fairtrade-Stadt Marktheidenfeld gedacht haben, als sie am Samstagabend mit der katholischen Pfarrei zu einem Festgottesdienst in die St.-Laurentius-Kirche einluden.

Dabei erklangen Lieder, Melodien und Rhythmen aus Ostafrika, denn man konnte den St. Benedict's Choir aus Nairobi in Kenia begrüßen. Die jungen Leute waren am Vorabend des katholischen Weltmissionssonntags mit Pater Winfried Yego OSB gekommen. Seit 1970 ist die Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach in Kenia aktiv. Der Benediktinerpater arbeitet in einer Pfarrei mit rund 6000 Katholiken in dem großen Slumgebiet Mathare Valley nahe Nairobi.

Die jungen Sängerinnen und Sänger, deren Chor ein Bestandteil der Arbeit für junge Menschen im ostafrikanischen Elendsgebiet ist, vermittelten mit ihren geistlichen Liedern und ihrem mehrstimmigen Gesang zu afrikanischen Rhythmusinstrumenten ein für mitteleuropäische Christen höchst ungewohnt-lebensfrohes Empfinden. Mitreißend wirkten ihre Gesänge, die sie in farbenfroher, traditioneller Kleidung zur Messe boten. Die Gottesdienstbesucher klatschten gerne mit und wiegten dabei ein wenig im Rhythmus mit.

Dekan Hermann Becker, der den Gottesdienst zusammen mit Pater Winfried Yego und Dekan Christian Staude zelebrierte, stellte seine Predigt unter das berühmte Zitat des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King: „I have a dream“. So wünsche man sich auf dem Nährboden der jüdisch-christlichen Tradition eine gerechte Welt, für die auch der heilige Franziskus, Vorbild und Namensgeber des gegenwärtigen Papstes, mit Vehemenz eingetreten sei.

Dabei sei dies kein romantischer Traum, sondern eine alltägliche Aufgabe. So habe sich der Weltladen vor 13 Jahren nach ersten Bemühungen, die schon drei Jahrzehnte zurücklägen, auf den Weg gemacht, einen Beitrag zu einer gerechteren Ordnung unter einer rasant zusammenwachsenden Weltbevölkerung zu leisten. Die gemeinsame Feier der Eucharistie bewertete Becker gerade an diesem Tag als einen Vorgeschmack auf die Vision Jesu Christi von einer friedvollen, gerechten und heilen Welt.

Jeder kann achtsam leben

Fürbitten und Gebete sollten neben den Gesängen aus Kenia deutlich machen, dass jeder achtsam leben und zur positiven Veränderung der Welt in seinem Kreis beitragen könne. Produkte aus fairem Handel seien auch ein Baustein auf diesem Weg. An den Gottesdienst schloss sich eine Begegnung im Pfarrheim St. Laurentius mit einer Bewirtung aus Fair-Trade-Produkten an.

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