Lohr

Glosse Bayerstürmer: Ein Muss für jeden Bürgermeister

Der Bayerstürmer ist entsetzt: Ein Amt verstößt gegen geltende Regeln. Er ist aber auch gewieft: Er schreibt den Bürgermeisterkandidaten eine Aufgabe ins Wahlprogramm.
'Lohr a. Main' und 'Neustadt a. Main' - amtlich falsche Schreibweisen im amtlichen Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Lohr.
"Lohr a. Main" und "Neustadt a. Main" - amtlich falsche Schreibweisen im amtlichen Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Lohr. Foto: Roland Pleier

Versprochen ist versprochen: Ich verschone Euch mit dem C-Wort, das derzeit in aller Munde ist. Es gibt Wichtigeres. Dinge zum Beispiel, die Dich Dein Leben lang aufregen obwohl Du genau weißt, dass das falsch ist. Weil Du es nicht ändern kannst. Und weil keiner es ändern will - auch wenn's a.tlich verodneter Blödsinn ist. A.tlich ist eben a.tlich. 

Ihr ahnt es vielleicht: Es geht um unser "Lohr a.Main" und dessen a.tliche Schreibweise. Ja, "Lohr a.Main" steht es in jeder Pressemitteilung, jedem Brief der Stadt - und das schon seit 1952. Die Unterscheidung ist schon wichtig, schließlich gibt's ja auch noch Lohr als Weiler bei Crailsheim, als Kirchdörfer von Insingen und  Pfarrweisach sowie als Einöde der Gemeinde Pleiskirchen.  

Wie es kam, dass es so ist

Mit "Lohr am Main" ist doch gleich jedem klar, wo unser schönes Städtle liegt. So dachten unsere Ratsherren vor fast 70 jahren und wollten eigentlich nur a.tlich absegnen lassen, was schon lange Gepflogenheit war. Dass daraus "Lohr a.Main" wurde, haben nicht sie verbockt. Schuld war das Bayerische Innenministerium. Als die Stadt diese a.tlich verordnete Schreibweise nämlich korrigiert haben wollte, verwiesen die hohen Herren zu München - bürokratisch korrekt - auf eine Bekanntmachung aus dem Jahr 1927. Darin geregelt waren die Schreibweise von Zusätzen zu Gemeindena.en, dass Verhältniswörter in den Na.enszusätzen abzukürzen sind. Dass der Punkt dann auch grundsätzlich a.folgenden Na.enszusatz - in unserem Falle also dem "M" vom "Main" - zu kleben hat, ohne Leerstelle dazwischen, das wurde erst 2010 a.tlich festgelegt.

Die Hessen machen's besser

Analog gilt das natürlich auch für Neustadt und Gemünden. Da ticken die Bayern halt anders als etwa die Hessen, wo mit "Frankfurt am Main" die sprachlich wie a.tlich korrekte Schreibweise gepflegt wird.

Gut, das alles hab' ich in einem alten Main-Post-Artikel nachgelesen. Umso erstaunter war ich, als ich a.29. Februar das Mitteilungsblättle der Verwaltungsgemeinschaft Lohr gelesen hab'. Prangen da im Titel doch tatsächlich "Lohr a. Main" und drunter "Neustadt a. Main" - jeweils mit (!) Leerstelle hinter dem Punkt. Dabei sind diese Mitteilungen doch a.tlich, also wichtig!

Was sich die VG leisten kann und was nicht

Die VauGe kann sich diese Leerstellen halt leisten, hab ich mir gedacht. Für ein "m" statt dem Punkt hat dann aber offenbar die Druckfarbe nicht mehr ausgereicht.

Aber wenden wir uns einem ernsthafteren Thema zu. Schließlich ist a.Sonntag Bürgermeisterwahl. Da kann ich Euch als der Bayer v.Turm nur raten, Eure Kreuzlich zu machen - egal ob beim Kessel a.Sailauf, beim Paul a.Sendelbach oder beim Rieb a.Wombach. Vergesst das Hickhack um großkopferte oder kleinkarierte Plakate, ohne das ein Wahlka.pf offenbar nicht auskommt - das ist nicht wirklich relevant. Sollten die Wahlprogra.me nicht genügend hergeben, dann entscheidet aus dem Bauch heraus: Wem traut Ihr a.ehesten zu, das auch umzusetzen?!

Arbeitskreis der Punkt-Geschädigten

Mir hätt's schon gefallen, wenn einer von den dreien das mit dem "a.Main" in sein Wahlprogra.m aufgenommen hätt' und sich dafür einsetzt, dass aus dem Punkt ohne Leerstelle ein verständliches und vernünftiges "am" wird. Ging natürlich nicht im Alleingang, da bräucht's schon einen Arbeitskreis der Punkt-Geschädigten. Aber das wär doch mal eine lohnende Aufgabe, findet Euer augenzwinkernder Bayer v.Turm

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