Lohr

Glosse Bayerstürmer: In Lohr geht's voran, nicht aufwärts

Der Wahlkampf ist voll im Gange. Da lohnt es sich, genauer hinzuschauen. In seiner Wochenendkolumne erklärt der Bayerstürmer, welche Zwischentöne ihm so aufgefallen sind.
Wie so oft außer Betrieb: Der Aufzug Tiefgarage am Markt Lohr
Wie so oft außer Betrieb: Der Aufzug Tiefgarage am Markt Lohr Foto: Roland Pleier

Lohr hat bald ein Alleinstellungsmerkmal: Der Aufzug im Altstadtparkhaus dürfte der am besten gepflegte weit und breit sein. Wie oft der "wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb" ist, das geht auf keine Kuhhaut mehr.

Mir tut's ja leid um Eltern mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren. Andrerseits kann man das ja auch als Beitrag zur Eindämmung der Klimaerwärmung sehen – mit dem gesundheitsfördernden Nebeneffekt, dass der Kreislauf der Treppenläufer angekurbelt wird. Dafür kann man schon mal den Aufzug aussparen.

Paul vs. Kohnle-Weis 17:12

Sparen, sparen, sparen. Das hat unser Bürgermeister als Devise für Stadtrat und Verwaltung ausgegeben. Er kann ja gar nicht anders, der Pauls Mario. Was bleibt ihm denn sonst übrig?! Großzügig aber hat er diesmal den Zeitrahmen für seine Jahresabschlussrede abgesteckt und eine Fünf-Jahres-Rede draus gemacht. Der Wahlkampf lässt grüßen. Schließlich will der Rot-Grüne die Rede auch 2020 wieder halten. Gut, was er da in 17 Minuten durchgehechelt hat, das ist aller Ehren wert. Da kam doch einiges zusammen. Dass es mit Lohr aufwärts geht, hat er sich verkniffen –womöglich wegen des wieder mal gewarteten Aufzugs. Aber immerhin hat er unterstrichen, dass es voran geht.

Dabei hat er nicht verhehlt, dass es im Gremium "auch mal kräftig gerumpelt hat" und dass "wir" von den Mitarbeitern der Stadtverwaltung viel verlangen. Aber "wir brauchen diese Intensität, um unsere Stadt in dieser schwierigen Lage nach vorne zu bringen", gab er sich überzeugt.   

Was nicht allen geschmeckt hat

Seine Stellvertreterin, die Kohnle-Weis' Christine, hat sich für ihre Dankesrede doch glatt nochmal zwölf Minuten genehmigt und dabei auch "Misstöne" und "Kraftausdrücke auf Stammtischniveau" gerügt. Das hat nicht allen geschmeckt, wie dann im Gasthof Spessarttor in Wombach deutlich wurde. Hat sich doch ein Grüppchen um die Riedmanns Brigitte und den Zeitz' Franklin glatt in die Schmollecke eines anderen Gastraums zurückgezogen – trotz freier Plätze im großen Zimmer. "So ist das ganz gut", hat der Herrs Ernst sogar noch bekräftigt. Naja, Weihnachtsfrieden sieht anders aus.

Die Menükarte beim Jahresabschlussessen des Stadtrats im Gasthof Spessartblick
Die Menükarte beim Jahresabschlussessen des Stadtrats im Gasthof Spessartblick Foto: Roland Pleier

Sogar der Prüße Ernst, dem Paul sein Vorgänger, hat die Einladung nebst Gattin angenommen. Doch hat auch er sich schnell in den kleineren Gastraum zum Personaltisch getrollt. Allerdings gab's hüben wir drüben das gleiche Menü: Kürbiscremesuppe, Spessarter Rehbraten mit Knödeln, Blaukraut und Preißelbeeren, Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne. Das hat offenbar allen geschmeckt. Eine vegetarische Variante –Fridays for Future lässt grüßen – stand nicht auf der Karte. Sogar da spart die Stadt. Zur Ehrenrettung des Wirts sei gesagt: Einer hat auf Wunsch auch was Fleischloses bekommen. 

Erst die Geburt, dann die Wahl

Dem Pauls Mario sein Gegenkandidat, der Riebs Dirk, wurde begleitet von seiner Gattin im stilvollen wie politisch korrektem Kleid in Schwarz – mit unübersehbarer Wölbung über den Hüften. "Na, wird heuer noch gefeiert?", fragte ein Gast bedeutungsschwanger. Da zeigte sich, dass der sonst oft stille Stadtrat auch schlagfertig sein kann. "Nein", konterte er. "Gefeiert wird erst am 15. März ..." 

Liebe Leut', auf dass Ihr immer die richtige Wahl trefft – ob beim Weihnachtsmenü, bei der Stimmabgabe oder in der Parkgarage, das wünscht Euch Euer Bayerstürmer

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