Lohr

Glosse Bayerstürmer: Wird das Parkdeck zum Kunstwerk?

Der Bayerstürmer Foto: Zeichnung Achim Greser

Nach einer Bauwerksprüfung Anfang der Woche könnte man meinen, dass das Löhrer Parkdeck entweder eh bald von alleine zusammenfällt oder schleunigst abgerissen werden muss. Vor lauter farblich markierten Schäden sieht man im Unterdeck kaum noch die Betonträger, die verhindern sollen, dass die Autos, die oben parken, mitsamt dem ganzen Gerüdsch ungewollt auf die darunter stehenden fallen.

Wenn man jedoch noch lange rumüberlegt, was jetzt mit dem Parkdeck passieren und wo ein neues hin soll, könnte sich die Frage von alleine auf ganz eigene Weise erledigen. In der kunstbeflissenen Stadt Lohr, wo – wie Spötter behaupten – ein Haufen Schlacke zu Schneewittchen werden kann, könnte es nämlich gut sein, dass man die orangefarbenen Markierungen im Parkdeck und die ganze Tropfsteinhöhle mit dazu zu einem erhaltenswerten Kunstwerk erklärt. Alternativ könnte das Parkdeck, wenn man noch lange wartet, als letztes seiner Art in den Rang eines Industriedenkmals erhoben werden.

Wären zwei Parkdecks die Lösung?

Für Lohr wäre das eine wie das andere natürlich ein großer Segen. So könnte das neue Parkdeck tatsächlich jenseits der neuen Bahnlinie entstehen und man hätte gleich zwei Parkdecks, wenn das alte stehen bleibt. Doppel gemoppert sozusagen. Man könnte sodann zwischen den beiden Parkdecks, unter der Bahnlinie und dem Kaibach durch, eine unterirdische Verbindung zum Flanieren hin zum Kunstwerk bauen und diese dann zum Rewe und DM auf dem Brauereiareal weiterführen. Der Bayerstürmer hätte auch schon einen flotten Marketingslogan dafür: "Lohr goes underground" (dt. Lohr untendurch – oder so ähnlich). Und dass in solchen Fußgängertunneln schnell weitere Kunst erblüht, weiß man ja.

Aber wäre ein solcher Tunnel in Lohr auch sicher für die, die hindurch wollen? Die CSU-Stadträte sind sich da nicht so sicher, die sehen das Städtle offenbar als unsicheres Pflaster und würden sich über (weitere) herumpatroullierende Hilfssheriffs in Lohr, die ihren Mitbürgern genauer auf die Finger schauen, freuen. Im Stadtrat haben sie deshalb für eine Sicherheitswacht gestimmt, auch wenn der Löhrer Polizeichef vor der Abstimmung signalisiert hat, dass eine solche hier so unnötig wie ein Kropf ist. Aber was weiß die Polizei schon von der gefühlten Sicherheit?, mögen sich die CSUler gedacht haben. Letztlich waren aber die Stadträte in der Mehrheit, die meinen, eine Sicherheitswacht braucht es nicht ("Lohr ist nicht Klein-Chicago").

Eine Sicherheitswacht am Beispiel der Würzburger "Einsatzgruppe Lupus"

Wie eine solche funktionieren kann, hat ja erfolgreich das Beispiel Würzburg gezeigt. Dort war ein Main-Spessarter vor ein paar Jahren der Kopf der selbst ernannten Sicherheitswacht "Einsatzgruppe Lupus" (von canis lupus, dem Wolf). Der Hobby-Polizist hat, bewaffnet mit Pfefferspray, nicht nur beispielsweise einen Jugendlichen verfolgt, der sich erdreistet hatte, ein Wahlplakat abzureißen, sondern hat der Polizei auch dabei geholfen, rund 70 Einbrüche in den Jahren 2011 bis 2014 aufzuklären – indem er gestanden hat, dass er selbst der Täter war. Wo es keine Wölfe gibt, da ist halt der Mensch den Menschen ein Wolf.

Ein Wochenende ohne Wölfe im Schafspelz wünscht Euer Bayerstürmer

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