Marktheidenfeld

Glosse Fischers Fritz: War's am Ende ein gebrauchter Tag?

Neigen Männer mit Schuhgröße 42,5 eher zu halben Sachen? Und wie ist das überhaupt mit "gebrauchten Tagen". Der Fritz gerät ins Grübeln.
Den Guiness-Rekordschuh mit Größe 381 von Schumachermeister Georg Ginal aus dem mittelfränkischen Wilhermsdorf klaut so schnell niemand. Größe 42,5 allerdings war dieser Tage in Hädefeld nicht vor Dieben sicher.
Den Guiness-Rekordschuh mit Größe 381 von Schumachermeister Georg Ginal aus dem mittelfränkischen Wilhermsdorf klaut so schnell niemand. Größe 42,5 allerdings war dieser Tage in Hädefeld nicht vor Dieben sicher. Foto: dpa

Entsetzt hat uns sicher alle in dieser Woche eine Polizeinotiz, die nachdenklich stimmt: In einem Marktheidenfelder Fitness-Studio hat am Montagabend ein Unbekannter ein paar gebrauchte Herrenschuhe der Größe 42,5 gestohlen, die vor dem Spind unter der Sitzbank abgestellt waren. Lassen wir einmal die spannenden Fragen beiseite, ob der Schuhbesitzer dann in Strümpfen nach Hause fahren musste, und auch, ob Männer mit Schuhgröße 42,5 eher zu halben Sachen neigen – konzentrieren wir uns auf das "gebraucht". 

Nun ist Gebrauchtes an und für sich nichts Verkehrtes, weshalb uns der Weg auch immer wieder mal in die Intakt-Läden führen sollte, bevor wir zu teuren Neuanschaffungen greifen. Hädefeld hat auch so einen Laden. Aber schweifen wir nicht ab: Wer stiehlt erstens gebrauchte Schuhe und zweitens frisch vom Tragen weg, also quasi nicht mal aufbereitet? Da liegt doch gleich ein Hauch von Emmentaler über dem Ganzen, wenn nicht gar ein Duft von dieser einen Sorte, die des Fritzens Oma so liebt und die schon grün-leuchtend aus der Rinde schleicht. Schon stellen sich mir die Haare.

Noch viele Fragen offen

Unklar ist, ob der Dieb die Schuhe zum Eigenbedarf entwendete oder dem Besitzer einfach einen üblen Streich spielen wollte. Hat der Gauner wenigstens dem Bestohlenen seine vermutlich noch älteren Schuhe da gelassen? Für Hinweise ist der Fritz dankbar. Egal, wie und was auch immer, so wirft die ganze Angelegenheit letztlich die entscheidende Frage auf, ob der Gelackmeierte am Abend von einem "gebrauchten Tag" sprechen kann. Der wird neuerdings nämlich gerne bemüht.

Was ist das denn überhaupt, so ein "gebrauchter Tag", von dem meist Sportler sprechen, wenn die eigene Leistung oder die der Mannschaft so war, dass man das Spiel eigentlich gar nicht hätte antreten brauchen. Die Hädefelder Kicker haben aktuell, so meine ich, im Laufe einer Saison mehr "gebrauchte Tage" als normale. Aber der Begriff ist verzwickt, denn es gibt "gebrauchte Tage" und "gebrauchte Tage". Das klingt ähnlich, ist aber jeweils was ganz anderes.

Warum tagsüber das Licht brennt

Wenn nächste Woche das Bayernwerk die Hädefelder Straßenlampen kontrolliert – also nicht gleich protestieren, wenn tagsüber mal das Licht brennen sollte – dann kann es sein, dass der Kapo abends feststellt: Für die fünf Straßen haben wir einen Tag gebraucht. Ergibt also fünf gebrauchte Tage für 25 Straßen. Ganz was anderes ist es, wenn der Hädefelder auf dem Weg durch die Stadt übers Pflaster stolpert, sich beim Sturz die Nase ramponiert und die Brille zerteppert.

Vermutlich ein "gebrauchter Tag" für den Gestürzten. Wobei: Vielleicht zahlt ja die Versicherung der Stadt, je nachdem welche Art von Pflaster wie hoch heraus stand. Bauamtsleiter Wilhelm Trabel jedenfalls versprach im Stadtrat auf Anfrage von Bärbel Gillmann-Bils, den Einzelfall zu prüfen. Dann wäre der "gebrauchte Tag" vielleicht doch keiner, wenn man eh eine neue Brille gebraucht hat.   

Ob der Tag für ihn  ein "gebrauchter" war, weiß er noch nicht – für diese Kolumne aber relativ lange gebraucht hat heute Euer Fischers Fritz

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