Gemünden

Glosse Karli Keiler: Die Züchle-Wildpinkler und der Sinngrundschnaps

Waren es nach dem letzten Züchle in Gemünden doch gar nicht so viele Wildpinkler? Von wegen, meint ein Anwohner und hat dem Karli Beweise vorgelegt.
Rienecks Bürgermeister Wolfgang Küber und der Obersinner Brenner Michael Zieres mit dem "Sinngrundobstler". Foto: Küber

Dass Gemünne eine Fischer- und Schifferstadt ist, kann man immer gut nach dem Züchle in der Altstadt sehen – zumindest Zweiteres. Wer noch nie einen Wildpinkler in freier Wildbahn erlebt hat, hat da eine erhöhte Chance, einen der scheuen Gesellen – gern als Biene, Pharao oder Fuchs getarnt – einmal mit eigenen Augen zu sehen. Der Fellas Jörg, bekanntlich Zuchmarschall, hat jetzt abgewiegelt, dass es beim letzten Züchle doch gar nicht so schlimm gewesen wär' wie hinterher behauptet.

Das will aber der Höflings Norbert, der am Mühlgraben wohnt, nicht so stehen lassen. So schlimm wie letztes Jahr wär's wirklich noch nie gewesen. Als Beweis bringt er dem Karli eine Collage mit verkleideten Wildpinklern (die Gesichter sind natürlich DSGVO-tauglich unkenntlich gemacht, die restliche Anonymisierung haben die Narren schon selbst vorgenommen), die er am Mühlgraben abgelichtet hat. Gern wird offenbar die Brücke genommen.

Weibliche Wildpinkler eher in der Fischergasse

Die Bilder sind durchaus auch für Verhaltensforscher interessant, belegen sie doch zweifelsfrei, dass Wildpinkler auch Herdentiere sind. Weibliche Wildpinkler sind zwar nicht zu sehen – die ziehen sich bekanntlich in die kleine Fischergasse (an Fasching auch Schiffergasse genannt) zurück, um dortige Gärtchen und Parkplätze zu düngen – aber erkennbar ist, dass sie den Männchen durchaus Beistand leisten. Der Höflings Norbert vermutet, dass Dixiklos kein passendes Refugium für die Urinierbedürftigen sind. Der Toilettenwagen, der früher eingesetzt wurde, sei besser besucht gewesen.

Wie's rund um den Rienecker Faschingszug um Wildpinkler bestellt ist, weiß der Karli nicht. Aber zu trinken gibt's auch dort reichlich. Dieses Jahr, zum angeblich 500. Rienecker Fasenachtszug, kommt ein ganz besonderer Trunk dazu: ein Sinngrundobstler, praktisch ein Sinngrund-Allianz-Schnaps. Dafür hat der Rienecker Bürgermeister, der Kübers Wolfgang, rund um Schaippach, Rieneck und Burgsinn Äpfel und Quitten zusammengelesen.

Das Obst wurde in Fellen und Mittelsinn eingemaischt, ausgegoren im Küberschen Gewölbekeller in Rieneck und gebrannt schließlich in Obersinn beim Zieres Michael. Der Karli sieht hohen Genuss des Schnapses auch als Anlass für eine gute Auslastung der "Fahrstühle" im Sinngrund, denn dass jemand danach noch selber fährt, das sollte nicht sein. Manche wären dann sogar doppelt mitgenommen – vom Schnaps und von einem Fahrer.

Übereifrige Wahlkampftruppe

Um vielleicht auch Hochprozentiges, aber generell eher um Prozente geht's bei der anstehenden Kommunalwahl. Der Gemünnemer Bürgermeister muss ja, aus Ermangelung eines Gegenkandidaten, nur mit angezogener Handbremse Wahlkampf machen, aber dafür legt sich sein Bündnis für Bürgernähe auf Facebook und auch sonst ins Zeug. Die geschäftige Truppe war zum Teil etwas übereifrig. Auf den fertigen Flyern ist deshalb die Liste von den letzten Wahlen abgedruckt. Die BfB-Plakate und -Banner hat der Lipperts Jürgen noch rechtzeitig stoppen können.

Der Öko-Kreis wollte aus Ökogründen dieses Jahr eigentlich erst gar keine Plakate aufhängen. Aber jetzt soll's doch welche geben. Auf Facebook kann der Öko-Kreis schließlich nix reißen, da isser gesperrt.

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