Gemünden

Glosse Karli Keiler: Leuchtzeichen aus dem Sinngrund

Irgendetwas ist da im Schwange, dort hinter Hohenroth das Tal hinauf. Der Karli macht sich seine Gedanken über die Sinngründer und die Haltung von Kleintieren.
Hier geht's ins 'Sinntal'.
Hier geht's ins "Sinntal". Foto: Björn Kohlhepp

Schon was aufgefallen? Das neue Jahr fängt gerade so an, wie das alte aufgehört hat. Womit das Wetter gar nicht gemeint ist, sondern das große Ganze: Frühs wird es hell, abends dunkel, frühs plagt den Karli das Kreuz, abends wieder (oder immer noch). Weiter gilt rechts vor links, Sinn und Saale fließen in den Main und Schweres fällt zu Boden. Das ist schon beruhigend, dass es solche Konstanten gibt, solch verlässliche Dinge, die sich offenbar durch nichts beirren lassen, auch durch keine Kommunalwahl.

Wenn der Karli philosophisch wird

Aber, und hier wird der Karli wieder mal philosophisch, Veränderung gehört zum Leben und Dinge verschieben sich zuweilen. Gerade im Moment hat der Karli den Eindruck, als wolle sich im Gemündener Raum die Erde ein wenig verkrümmen und eine neue Achse im Sinngrund bilden, einen neuen Schwerpunkt. Noch läuft der Main nach Hessen und nicht in den Sinngrund hinein, aber es ist nichts auszuschließen in der Zukunft. Irgendwas geht da vor sich und dafür gibt es deutliche Zeichen, womit ich keine Rauchsäulen über dem Christbaumdorf Mittelsinn meine.

Da ist zum einen mal diese Bürgermeister-Kandidatenschwemme. Den Amtierenden gefällt es so gut, dass sie nicht ans Aufhören denken, aber das hält die Konkurrenz nicht davon ab, am Chefsessel zu rütteln. Vier Kandidaten in Rieneck, drei Bewerber in Mittelsinn, drei in Burgsinn und auch andernorts gibt es für die Wählerinnen und Wähler anscheinend Auswahl, ohne dass jemand – so wie der Bürgerverein in Lohr – eine Such-Anzeige hätte aufgeben müssen. Und von Politikverdrossenheit bei der Jugend ist im Sinngrund auch nichts zu spüren. Da muss uns vor der Zukunft nicht bange sein.

Einmal Sinngründer, immer Sinngründer?

Möglicherweise liegt der Feuereifer (nein, ich rede hier nicht von Christbäumen) beim politischen Engagement schlicht und einfach daran, dass den Sinngründern die Alternativen bei der Freizeitgestaltung fehlen? Einmal Sinngründer, immer Sinngründer. Oder: Wer um Zehn nicht daheim ist, der muss draußen bleiben. Der ÖPNV macht’s UNmöglich. Aber auch hier ist Bewegung in Sicht. Jedenfalls gibt’s schon mal eine Unterschriftensammlung. Nein, nicht nach dem Motto „Holt mich hier raus, ich bin ein Sinngründer“, sondern eher nach dem Motto „Lasst mich fahren, damit ich Sinngründer bleiben kann“.

Welche Tier verträglich sind und welche nicht

Bevor sich der Karli mit besten Wünschen an die Leserschaft für ein gutes, gesundes neues Jahr verabschiedet, muss ein Letztes noch angesprochen werden: Ist der Karli verträglich? Das ist eine wesentliche Frage, wie neulich im Gemündener Stadtrat bei einem Bauantrag offenkundig wurde. Da will nämlich jemand in einem Nebengebäude Kleintiere halten, was zulässig ist, wenn die für ein Wohngebiet verträglich sind. Wie Peter Interwies vom Bauamt erläuterte, zählen Hund, Katze und Hühner zum verträglichen Getier, aber Gänse, Schafe und Ziegen nicht.

Von Wildschweinen war keine Rede. Aber bei ein wenig Nachdenken kommt der Karli auch selber auf die Lösung. Mal ist er verträglich, mal nicht. Aber das ist letztlich nicht entscheidend, denn halten lassen will er sich sowieso nicht.

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