Karlstadt

Glosse: Quarantäne für Bayerstürmer & Co.

Beobachtungen aus MSP: Warum Hädefeld jetzt ein Drive-Through bekommt und Karscht zum Ferienmodus übergeht. Außerdem: Prognosen aus Lohr und Gemündener Schildermaler.
Homeoffice (Symbolbild).
Homeoffice (Symbolbild). Foto: Sebastian Gollnow

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Das gilt nicht nur für Jens Spahn und Markus Söder (dessen Doktortitel – so scheint es – in der Coronakrise von besonderer Bedeutung ist), sondern auch für unsere Samstags-Glossisten. Fischers Fritz, der üblicherweise das Marktheidenfelder Geschehen beleuchtet, angelt jetzt in seiner Badewanne und nennt das Home Office. Der Lohrer Bayerstürmer hat sich selbst quarantäniert, Gemündens Karli Keiler streift mit den Angehörigen seines Haushalts durch die Spessartwälder und beim Karschter Sack Zement ist Kurzarbeit angeordnet. 

Also gibt's nun eine Glosse für alle, erarbeitet von Angler, Turmbewohner, Wildschwein und Baustoff in einer der derzeit so beliebten Telefonkonferenzen. Kleiner Scherz. Ihr wisst ja, wie das abläuft. Einer redet während der Zweite sich was zu trinken holt, der Dritte Tonprobleme hat und der Vierte versucht, sich einzuwählen. Und das ist noch die Variante ohne reinplatzende Kinder.

Kleine Korrekturen machen aus dem Landrat eine Landrätin

Wertvolle Erkenntnisse, die wir trotz aller Unbilden in dieser Konferenz gewonnen haben:  Marktheidenfeld erhält nun endlich auch ein Drive Through. Allerdings keines mit Fast-Food-Versorgung wie in Lohr und Karlstadt. Warum auch? Zeit haben wir ja im Moment genug, da braucht's kein "schnelles Essen". In Hädefeld wird eine Corona-Test-Durchfahr-Station eingerichtet. Die könnte in nächster Zeit mehr Menschen anlocken als Wertheim Village in der Adventszeit. (Und ehrlich gesagt ist das gar nicht mal so lustig.)

Die Gemündener stellen sich darauf ein, zwölf Jahre alten, großformatigen Transparenten am Sonntagabend zwei Punkte und ein "in" hinzuzufügen. 2002, als die einzigen Viren, die uns beschäftigten Computerviren waren, jubelten die Drei-Flüsse-Städter mit "Wir sind Landrat" über die Wahl von Thomas Schiebel.  Nicht wenige rechnen damit, dass am Sonntagabend nach der Stichwahl Sabine Sitter das Amt übernimmt. Und dann sind an den genannten Transparenten die erwähnten kosmetischen Korrekturen, die aus "Landrat" "Landrätin" machen, nötig. Der spitzfindige Karli Keiler weist übrigens darauf hin, dass Sabine Sitter aus Gräfendorf stammt – wie auch der von 1964 bis 1972 tätige, letzte Landrat des ehemaligen Landkreises Gemünden: Karl Müller, gestorben 1999 und Ehrenbürger von Gemünden und Gräfendorf.

Neue Erkenntnis vieler Eltern: Kinder sind anstrengend

Karlstadt ergreift in diesen Zeiten Maßnahmen, die nach Urlaub und Freizeit klingen: Die Stadt richtet einen "Ferienausschuss" ein. Das heißt nicht, dass die Stadträte sich fortan im Schwimmbad oder zum Zelten treffen.  "Ferienausschuss" heißt es, wenn einer kleineren Gruppe die Verantwortung des gesamten Stadtrats übertragen wird, damit die Stadt auch in Zeiten ausgedünnter Belegschaft entscheidungsfähig bleibt. Ehrlich gesagt sind wir über diese Namensfindung froh, auch wenn es sich um Etikettenschwindel handelt. Aber wer mag schon aus dem "Notfallausschuss" oder dem "Ausnahmesituationsausschuss" berichten? 

Aus Lohr gelangte dieser Tage ein guter Spruch in die sozialen Medien. Nee, hat diesmal nichts mit Horror-, Schnee- oder anderen Wittchen zu tun. Viele Ehepaare verbringen dieser Tage mehr gemeinsame Zeit als sonst, viele Eltern lernen ihre Zöglinge und die Ergebnisse ihrer Erziehung besser kennen als zuvor. Daraus strickte ein offensichtlich von der Kinderbetreuung entnervter Löhrer folgendes Bonmot: "Ob aus dieser Zeit mehr Babys oder mehr Scheidungen resultieren, lässt sich noch nicht sagen. Aber alle in neun Monaten zur Welt kommenden Kinder werden Erstgeborene sein." 

Das könnte nicht nur in Lohr gelten.

Rückblick

  1. Glosse: Augen auf bei Rollator-Omas!
  2. Glosse: Was die Main-Spessarter wirklich juckt
  3. Glosse: Halten Exhibitionisten Himmelstadt für das Paradies?
  4. Glosse: Letzte Chance für den Lohrer Kühlschrank-Räuber
  5. Glosse: Main-Spessarts größte Irrtümer
  6. Glosse: Kapier's endlich: Corona go home
  7. Glosse: Nur der Onkel-Otto-Laden kann unser Heimatgefühl noch retten
  8. Glosse: Main-Spessarts Biergärten und (k)ein Geheimtipp
  9. Glosse: Von falschem Urin und anderen Accessoires
  10. Glosse: Konferieren aus der Duschkabine
  11. Glosse: Lieber einen Freien geschluckt, als dass ein Grüner muckt
  12. Glosse: Warum jetzt eins ins andere greift
  13. Glosse: Rappeln mit dem Virus
  14. Glosse: Quarantäne für Bayerstürmer & Co.
  15. Glosse Bayerstürmer: Lohrer Fake News
  16. Glosse Fischers Fritz: Lächeln nicht vergessen
  17. Glosse Sack Zement: Fette Deals mit Klopapier
  18. Glosser Sack Zement: Fette Deals mit Klopapier
  19. Glosse Bayerstürmer: Ein Muss für jeden Bürgermeister
  20. Glosse: Fischers Fritz: Kann man über Corona noch Witze machen?
  21. Glosse Bayerstürmer: Pfui! Lohrer Schmuddelecken
  22. Glosse Bayerstürmer: Abba und Randale
  23. Glosse Fischers Fritz: Mein Gott, sind wir langweilig
  24. Glosse Fischers Fritz: Wer verliert, gewinnt
  25. Glosse Bayerstürmer: Ob Natze hilft oder Orlando Bloom?
  26. Glosse Bayerstürmer: Wahlempfehlungen und der Lohrer BRexit
  27. Glosse Karli Keiler: Rettet das boomende Massenbuch Gemünden?
  28. Glosse Bayerstürmer: Des Wahlkampfs närrische Seiten
  29. Glosse: Fischers Fritz: SKANDAL IN MARKTHEIDENFELD !!!1!11!!
  30. Glosse Fischers Fritz: Zweieiige Zwillinge
  31. Glosse Fischers Fritz: Was hinten rauskommt
  32. Glosse Bayerstürmer: Schneewittchen und die Merkel-Raute
  33. Glosse Fischers Fritz: War's am Ende ein gebrauchter Tag?
  34. Glosse Fischers Fritz: Von Dummheit und vom Verkehr
  35. Glosse Karli Keiler: Leuchtzeichen aus dem Sinngrund
  36. Glosse Fischers Fritz: Ein Huhn kommt selten allein
  37. Glosse Bayerstürmer: Plant die Goikelbräu den großen Coup?
  38. Glosse: Bayerstürmer, Fischers Fritz, Karli Keiler und Co.
  39. Glosse Bayerstürmer: In Lohr geht's voran, nicht aufwärts
  40. Glosse Fischers Fritz: Ab jetzt gilt: Hädefeld first!
  41. Glosse Bayerstürmer: Lohrer Eitelkeit
  42. Glosse Fischers Fritz: Gemeingefährliche Fälscher sind unterwegs
  43. Glosse: Karli Keiler: Weihnachten, das geht gar nicht!
  44. Glosse Fischers Fritz: Oh, du fröhliche, bunte Adventszeit
  45. Glosse Fischers Fritz: Wann sich ein Umweg lohnt
  46. Glosse Bayerstürmer: Der Udo, die AfD und zwei Unbekannte

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Lohr
  • Gemünden
  • Marktheidenfeld
  • Markus Rill
  • Baustoffe
  • Betreuung von Kindern
  • Ehepartner
  • Ehrenbürger
  • Firmenmitarbeiter
  • Jens Spahn
  • Kinder und Jugendliche
  • Landräte
  • MSP-Kolumnen
  • Markus Söder
  • Sabine Sitter
  • Scheidung
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Thomas Schiebel
  • Zement
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!