Karlstadt

Glosse Sack Zement: Jeder Kandidat hat seine Vorteile

Weniger als ein halbes Jahr ist es noch bis zur Kommunalwahl. Zeit, sich mal Gedanken über den künftigen Karschter Bürgermeister zu machen.
Wer zieht ins Karlstadter Rathaus ein? Wir haben uns Gedanken gemacht.  Foto: Karlheinz Haase

Weniger als ein halbes Jahr ist es noch bis zur Kommunalwahl. Zeit, sich mal Gedanken über den künftigen Karschter Bürgermeister zu machen.

Erste Frage: Welcher der vier Kandidaten erspart der Umwelt mehr CO2, wenn er nicht zur bisherigen Arbeit, sondern ins heimische Rathaus fährt? Da liegt gleich auf völlig verlorenem Posten der Stefan Rümmer, bei dem es wurscht ist, ob er zum Düker oder zum Helfenstein radelt. Beim Michael Hombach sind es einfach rund 25 Kilometer zu Burg Rothenfels und Benedikt Kaufmanns Würzburger Landratsamt ist gut 30 Kilometer entfernt. Deutlicher Spitzenreiter aber ist der Armin Beck, der zu seiner Kanzlei durchs Werntal und die Arnsteiner Siedlung täglich über 50 Kilometer unterwegs ist. Einfach natürlich. Ein grüner Bürgermeister Beck würde wöchentlich bis zu 95 Kilogramm CO2 einsparen. Ein klarer Pluspunkt für den Armin also.

Wie aber sieht's beim Arbeitsmarkt aus? Ob in Schweinfurt eine Rechtsanwaltsstelle oder in Würzburg der Bauamtsleiter-Posten frei wird, kann uns am Bauchnabel vorbei gehen. Ein neuer Burgherr in Rothenfels beträfe wenigstens den Landkreis. Falls aber der Stefan gewählt würde, gäbe es eine Kettenreaktion von Einstellungen im Eisenwerk. Schließlich muss dann dort der wichtigste Mitarbeiter und Gewerkschaftsboss von einem ersetzt werden, der wieder einen Platz frei macht. Und so weiter – eine echte Jobmaschine! Also doch lieber Stefan?

Karlstadt braucht Kreativität und neue Ideen fürs heimische Gewerbe, beispielsweise das Friseurhandwerk. Da aber sind sowohl Beck als auch Hombach wegen hoher Stirn eher wenig sinnstiftend. Bei Rümmer wäre wenigstens ein Friseurlehrling in gewisser Weise gefordert, dem Kandidaten etwas behaarlich zu entlocken. In diesem Punkt ist der Benedikt Kaufmann der Traum aller Haarbändiger. Mit dem rasanten Spoiler auf dem Haupt, mit dieser haarigen La Ola, bringt er jeden Figaro zum Schwärmen. Wahrscheinlich würde dann bald gegenüber dem Klempnermuseum das "Putz-und-Coiffeur-Museum entstehen. Man sieht, Benedikt bringt Karscht voran!

Letzter Punkt: Wie steht es mit der beruflichen Aura der Kandidaten, wer hat den Job mit dem meisten Charisma? Ohne Frage sind Advokaten und Baubürohengste honorige und wichtige Leute, unverzichtbar für die Gesellschaft. Aber das sind Proktologen auch – und dort will ebenfalls keiner nach Möglichkeit hin. "Men at Work", die mit glänzenden Muskeln schweißgebadet am Ofen im Eisenwerk stehen, sind heute auch kaum noch gefragt.

Ganz aber der Hombach, Kastellan der Burg Rothenfels. Wenn der nach dem Mittagsschlaf mit seinem Schlossgespenst Hui-Buh auf der Suche nach verborgenen Schätzen durch die Katakomben streift, ist er voller Mystik und dem Geheimnis des Lebens ganz nah. Wenn er Karschter Bürgermeister würde, könnte er stilgerecht im Mühlbacher Schloss residieren und seinen Hui-Buh auf der Karlsburg im Keller unterbringen. Eine Win-Win-Win-Situation.

Vielleicht aber wird alles ganz anders, falls die "Spaß-Partei" wirklich einen Kandidaten ins Rennen schickt und die Wähler, noch von der Fasenacht beschickert, dort ihr Kreuzchen machen, dann weiß ich auch nicht weiter.

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