MARKTHEIDENFELD

Goldenes Buch: Grüße von Beckstein und van Almsick

Goldenes Buch: Grüße von Beckstein und van Almsick

Das „Goldene Buch“ der Stadt Marktheidenfeld mutet von außen eher unscheinbar an, fast wie ein Fotoalbum: Ein fester, schwarzer Ledereinband umschließt die Seiten aus Karton. Goldfarben sind nur die Kanten der einzelnen Seiten. In das „Gästebuch“, wie es offiziell heißt, dürfen sich wichtige Besucher eintragen oder Marktheidenfelder, die herausragende Leistungen erbracht haben.

Für Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder ist das Buch wie ein Schatz voller schöner Erinnerungen. Die Einträge von Gästen aus den Partnerstädten Montfort-sur-Meu und Pobiedziska verbindet sie zum Beispiel mit netten Begegnungen und Erlebnissen. In das Buch wurde am 23. Oktober 1970 anlässlich der Einweihung der Staatlichen Realschule in der Oberländerstraße zum ersten Mal geschrieben. Architekten, Vertreter der Schulbehörde sowie lokale und überregionale Politiker hinterließen ihre Glückwünsche anlässlich des bedeutenden Ereignisses.

Es gibt Orte, in denen darf das „Goldene Buch“ das Rathaus niemals verlassen. In Marktheidenfeld ist das nicht der Fall. Zu besonderen Gelegenheiten wird das Buch, gut verwahrt von verantwortungsvollen städtischen Mitarbeitern, zum Ort des Geschehens transportiert. So wurden Ehrengäste in der Vergangenheit nicht nur im Rathaus empfangen.

Eintrag auf der Laurenzi-Messe

Nach dem evangelischen Dekanatskirchentag im Jahr 2000 signierte Landesbischof Dr. Johannes Friedrich im Franck-Haus. Franziska van Almsick ist im gleichen Jahr im „Maradies“ geschwommen, bevor sie sich dort ins „Gästebuch“ eintrug. Als der damalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein Marktheidenfeld im August 2008 besuchte, wurde das Buch mit auf die Laurenzi-Messe genommen, wo er sich verewigte. Der Besuch Becksteins ist Schmidt-Neder noch in lebhafter Erinnerung. „Ich habe ihn als sehr sympathischen Menschen kennengelernt.“ Die Bürgermeisterin weiß es noch heute zu schätzen, dass Beckstein den Besuch auf der Mess' nicht zum Anlass genommen hat, über große Politik zu reden, sondern sich für Marktheidenfeld interessiert hat.

Bereits zwei Jahre zuvor war Beckstein, damals noch als bayerischer Innenminister, schon mal in Marktheidenfeld zu Besuch bei Bürgermeister Leonhard Scherg. Auch Marktheidenfelds Radsportlerin Regina Schleicher durfte sich zweimal im wichtigsten Buch der Stadt verewigen: im Jahr 2005, als sie deutsche Straßenmeisterin wurde, und im folgenden Jahr, nach ihrem Sieg als Weltmeisterin.

Blättert man die Seiten des „Goldenen Buchs“ durch, trifft man auf steile, spitze Handschriften, auf solche mit weiten, geschwungenen Bögen oder auf solche, die sich kaum von einer gedruckten Normschrift unterscheiden. Auch die Einträge selbst zeugen von der großen Verschiedenheit der Gäste. Anlässlich eines afrikanischen Kultur- und Musikfestivals war die Botschafterin von Kamerun, Jaqueline Zaba, zu Gast. Im Mai 2000 besuchte Vera Fraeb, Vizekonsulin von Brasilien, die Stadt.

Wünsche in japanischer Schrift

Der Japaner Akinori Ogimura wünschte 1981 in seiner Sprache, mit Schriftzeichen, „ewige Freundschaft“ und wollte seinen Besuch „gut verwertet wissen für das bessere Verhältnis zwischen Deutschland und Japan“. Ein majestätischer Hauch wehte durch Marktheidenfeld, als zum Nikolaustag 1999 die deutsche Weinkönigin Simone Reuth und die fränkische Weinkönigin Sandra Sauer zu Besuch waren. Auch Vereine und Verbände trafen sich vor Ort: 1998 beging man in Marktheidenfeld den unterfränkischen Imkertag, 1991 starteten auf dem Altfelder Flugplatz die bayerischen Segelflug-Meisterschaften und 1981 wurde in Glasofen das Bezirkstrachtenfest durchgeführt – immer verbunden mit einem Eintrag ins „Goldene Buch“.

Betrachtet man die Einträge aus den 1970er Jahren bis heute, gaben sich Politiker und andere Prominente in Marktheidenfeld die Klinke in die Hand: der ehemalige deutsche Finanzminister Theo Waigel, die Bundestagsmitglieder Wolfgang Zöller und Heidi Wright, der Braun-Chefdesigner Dieter Rams oder die Fernsehmoderatorin Carolin Reiber.

In den vergangenen 43 Jahren gab es insgesamt 79 Einträge von Vertretern aus Politik, Kirche oder Kultur. Der bisher letzte Eintrag stammt vom 17. Juni 2012; an diesem Tag fand der evangelische Kirchentag statt, bei dem sich Heinrich Bedford-Strohm, Bischof der Landeskirche, in das „Goldene Buch“ eintrug.

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