Gemünden

Graffiti-Schmierereien aufgeklärt: Lohrer Azubi geständig

Ein Schmierer, nach dem die Polizei Gemünden fieberhaft gesucht hat, war offenbar auch in Lohr zugange gewesen. Jetzt gab es eine Hausdurchsuchung und ein Geständnis.
MTC: Auch in der Oberen Schlossgasse in Lohr hat der Azubi seine Spur hinterlassen. Foto: Roland Pleier

Die Polizei ist einem Schmierer auf die Schliche gekommen, der in der Nacht vom 8. auf den 9. März im Gemündener Stadtgebiet, insbesondere im Bereich Kolpingstraße/Baumgartenweg, mit einem schwarzen Edding-Stift recht fleißig zugange war. Insgesamt zwölf gleichartige Sachbeschädigungen, alle mit den Buchstaben "MTC" versehen, wurden angezeigt.Eine ähnliche Serie in Lohr brachte die Polizei offenbar auf die Spur eines 19-jährigen Auszubildenden.

In Gemünden war in der Tatnacht außerdem ein hellgrünes Jugend-Mountainbike, welches abgeschlossen war, auf das Blechdach eines Werkcontainers im Hof der Leo-Weismantel-Förderschule geworfen worden. Alleine dadurch entstand ein Schaden von etwa 1.100 Euro, weil ein Loch im Blechdach entstand und Wasser in die Gipskartonkassettendecke des Werkcontainers eindrang und einen Wasserschaden verursachte. Der weitere Graffiti-Schaden wurde auf insgesamt ca. 1700 Euro beziffert.

Hinweise übers Internet

Im Rahmen von anderen Ermittlungen erlangte ein Ermittlungsbeamter der Polizei Lohr im Internet Hinweise auf einen jungen Mann als den möglichen Täter. Da im Herbst 2018 auch im Lohrer Stadtgebiet eine gleichartige Graffiti-Serie mit sieben Fällen bearbeitet wurde, lag es nahe, dass ein Tatzusammenhang zwischen den beiden Serien besteht. Bei der Lohrer Serie war ein Schaden von etwa 1600 Euro entstanden.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg beantragte aufgrund der Erkenntnisse beim zuständigen Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Würzburg einen Beschluss zur Durchsuchung der Wohnung und Beschlagnahme von Beweismitteln. Der erlassene Durchsuchungsbeschluss wurde durch die Ermittlungsgruppe der Polizei Gemünden in Zusammenarbeit mit Lohrer Kollegen vollzogen.

Zahlreiche Beweismittel sichergestellt

Bei der Durchsuchung des Zimmers des 19-jährigen Azubis wurden zahlreiche Sachen sichergestellt, die als Beweismittel dienlich waren. So konnte unter anderem der schwarze Eddingstift aufgefunden und sichergestellt werden.

Für ein weiteres anhängiges Ermittlungsverfahren bei der Polizei Lohr wegen Sachbeschädigung und gefährlicher Körperverletzung am 14. September in Lohr konnte die Tatwaffe, eine Luftdruckpistole mit Munition, und die benutzte Sturmhaube sichergestellt werden. Damals wurde die Hauseingangstür eines freistehenden Einfamilienhauses im Jägerweg in Lohr beschädigt. An der Tür wurden vier kleine, kreisrunde Beschädigungen festgestellt. Ein damals 18-Jähriger, der von der Polizei Lohr als Einbrecher überführt wurde, wurde dabei an der Wade verletzt.

Als Zufallsfund konnten bei dem 19-Jährigen noch drei Packungen Munition und vier Einzelpatronen für erlaubnispflichtige Schusswaffen, also scharfe Schusswaffen, sichergestellt werden. Dieser Besitz stellt ein Vergehen nach dem Waffengesetz dar.

Beschuldigter räumte Taten ein

Am Mittwochnachmittag gab der junge Mann bei einer Vernehmung die vorgehaltenen und bezichtigten Taten fast vollumfänglich zu. Nur an das Werfen des Fundfahrrades auf das Blechdach des Werkcontainers an der Förderschule in der Tatnacht konnte er sich nicht mehr erinnern.

Er war bei den Taten zumeist alkoholisiert. Die Taten, insgesamt 20 Fälle, in Gemünden und Lohr konnten damit geklärt werden. Der junge Mann wurde nach der Durchführung der polizeilichen Maßnahmen nach Hause entlassen.

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