Lohr

Gregorian Voices bieten ein außergewöhnliches Musikerlebnis

Mit ihrem A-capella-Gesang begeisterten Gregorian Voices  rund 450 Besucher in der Lohrer Stadtpfarrkirche.  Foto: Gabi Nätscher

Liebhaber klaren, vollen Chorgesangs ohne Schnickschnack kamen am Freitagabend auf ihre Kosten bei einem Konzert der Gregorian Voices in der Lohrer Stadtpfarrkirche. Die acht Männerstimmen aus Bulgarien hatten Gesänge im gregorianischen Stil und auch moderne Lieder im Gepäck, alle unverstärkt und ohne Instrumentalbegleitung. Dies kam bestens bei dem rund 450-köpfigen Publikum an.

Kurz vor Beginn war das Konzert eigentlich schon ausverkauft. Thomas Rüdiger vom Veranstalter muhsik agentur Freiburg schaffte für die letzten Gäste noch einzelne Plätze in den Bänken, sodass am Ende doch niemand stehen musste. Der Altarraum wurde in mystisches Magenta getaucht und die acht Sänger erschienen im Dunkeln.

Sehr ruhig, sehr feierlich, begann das erste Lied "Ave Maria Virgo serena" einstimmig, wie man das von gregorianischen Gesängen erwartet. Es folgten weitere lateinische Lieder, dann mehrstimmig gesungen, auch im Wechsel der einzelnen Solisten.

Von feierlich bis gefühlvoll

Leider war die wohl bulgarisch gefärbte Aussprache des Lateinischen teilweise sehr schwer zu verstehen, teilweise auch richtig verwaschen, ohne klare Aussprache gesungen. So ging der Effekt der alten Sprache etwas verloren. Der Gesamtklang der acht Männerstimmen war aber schön und harmonisch anzuhören, nur ganz vereinzelte Stimmen (Bass) klangen stellenweise etwas unsauber.

Nach einer Pause ging es mit modernen Popliedern weiter. Hier setzten die Sänger ebenfalls besondere Akzente, sei es durch ihre ausdrucksstarken Stimmen, durch den A-capella-Gesang oder die Gefühle, die sie in die einzelnen Stücke legten. Das waren richtige Neuinterpretationen bekannter Melodien mit vielstimmigem Gesang.

Es begann sehr gefühlvoll mit "The Rose" über "Massachusetts", "Knockin' on Heavens Door" oder "Halleluja". Letzteres wunderbar gesungen – das Publikum hielt bei den Piano-Stellen,  die überall gut herausgearbeitet waren, die Luft an.

Sprachliche Holprigkeiten

Auch "A wonderful world" klang a cappella genauso schön wie "Sound of silence". Kleiner Wehrmutstropfen wiederum die Aussprache, da manche Sänger das Englische einfach nicht beherrschten und sich manchmal sogar nur mit angedeuteten Worten begnügten.

Ein kurzer Ausflug ging auch in die Weihnachtszeit mit "Mary's Boy Child", bevor das 90-minütige Konzert mit einem mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus gesungenem "Sailing" von Rod Stewart endete.

Das Publikum spendete stehend Beifall und bekam mit "Amazing grace" und "We are the world" zwei wunderbare Zugaben. Falls der Funke bis dahin noch nicht übergesprungen war, so tat er es spätestens jetzt. Noch eine kurze Zugabe ("Thank you for the music") erklatschte sich das Publikum, bevor die acht Sänger die Kirche durch das Publikum verließen und sich am Ausgang aufstellten. So konnten die begeisterten Gäste noch einmal die Akteure von nahem sehen.

Schlagworte

  • Lohr
  • Gabi Nätscher
  • A cappella
  • Gesang
  • Konzerte und Konzertreihen
  • Lied als Musikgattung
  • Melodien
  • Publikum
  • Rod Stewart
  • Sänger
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!