MAIN-SPESSART

Große Sorgen bei den Bürgernetzen

Weniger Mitglieder und gleich hohe Kosten haben bei den Bürgernetzen Main-Spessart zur Folge dass die Ausgaben derzeit die Einnahmen übersteigen. Auf der Jahreshauptversammlung in Karlstadt erklärte Jürgen Kraft als Vorsitzender des Trägervereins wie gegengesteuert werden soll.

Gegründet wurde das Bürgernetz Main-Spessart im Dezember 1996. Vereinsziel war damals vorrangig, allen Bürgern des Landkreises kostengünstige Verbindungen ins Internet zu ermöglichen.

Dazu betrieb der Verein anfangs eigene Einwahltechnik und bot bis 2011 Einwahlzugänge (für Modem und ISDN) an. Seit 2001 wird den Mitgliedern mit „Wavelink“ vor allem im Raum Lohr ein breitbandiger Internetzugang per Funk ermöglicht. Eine Besonderheit ist die Außenstelle in Hopferstadt, wo sich 80 Mitglieder per Wavelink an bei ihnen nicht verfügbare VDSL-Leitungen angebunden sind.

Immer weniger Nutzer

Das inzwischen praktisch jeder Bürger im Landkreis andere Breitbandzugänge wie ADSL, VDSL und Kabel haben kann, führte zu sinkenden Mitgliederzahlen: Aus einst über 600 Mitgliedern wurden inzwischen 309 (darunter 15 Firmen, 12 Schulen und neun Vereine), von 340 (vor sechs Jahren) Nutzern von Wavelink sind noch 140 übrig. Mitglieder die kein Wavelink nutzen stehen dennoch Serverdienste Web- und Mailserver zur Verfügung sowie die 2013 eingeführte Cloud.

Die „Zentrale“ von Wavelink ist in Lohr, dort stehen auch alle Server. Verbindung ins Internet ist eine 100 Mbit/s Leitung der Telekom. Mit Kosten von rund 1400 Euro im Monat. Aufgrund von Diensten wie Videostreaming reicht sie in den Abendstunden nicht mehr aus, kurzfristig wurde deshalb eine zusätzliche VDSL-Leitung gebucht.

Umstellung auf Glasfaserleitung

Eine Lösung für dieses Problem fand die Vorstandschaft mit der Umstellung auf eine Glasfaserleitung bis ins Haus (von der Telekom als FTTH - Fiber to the Home angeboten) die trotz doppelter Datenrate unter 100 Euro im Monat kostet. Dazu kommen allerdings 300 Euro im Monat für die Verwaltung der 1024 IP-Adressen des Vereins durch den Hoster iwelt in Eibelstadt. Trotz 9100 Euro einmaliger Anschlusskosten spart der Verein ab dem 15 Monat nach der Umstellung.

Daneben bietet der Verein auch Schulungen: Für 2017 ist neben einem Ausflug ein Workshop zum verwendeten WLAN-Produkt Mikrotik in der Berufsschule Lohr geplant. Zudem richtete der Verein in diesem Jahr bei den Gemündener Scherenburgfestspielen WLAN ein und hatte einen Stand auf der MSP-Expo. Wie Kraft berichtete, gebe es immer wieder Anfragen für einen WLAN-Zugang in der Lohrer Innenstadt. „Wir können das,“ so der Vorsitzende, „aber umsonst geht das nicht.“

Vorstand bleibt gleich

Die Wahlen brachten in Förder- und Trägerverein der Bürgernetze keine Neuerungen.

Im Trägerverein wurden gewählt: Vorsitzender Jürgen Kraft, zweiter Vorsitzender Christoph Purrucker, Schatzmeister Burkard Rickert, Schriftführer Paul Scherf und Eberhard Gailer, Kassenprüfer Eckhard von Rönn-Haß und Margarete Scherf, Beisitzer Christian Daniel, Christian Rauch, Holger Hückmann, Simon Lichtinghagen, Wolf Möhl, Xenia Scherf, Christian Schupp, Matthias Wiehl und Stefan Wiehl.

Für den Förderverein wurden erneut gewählt: Vorsitzende Xenia Scherf, zweiter Vorsitzender Christian Schupp, Schatzmeister Burkard Rickert, Schriftführer Paul Scherf und Eberhard Gailer, Kassenprüfer, Eckhard von Rönn-Haß und Margarete Scherf, Beisitzer Christian Rauch, Christoph Purrucker (außerdem Geschäftsführer) und Christian Daniel.

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Lohr
  • Jürgen Kamm
  • Bauchweh
  • Deutsche Telekom AG
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!