Weyersfeld

Grünes Kreuz als stilles Zeichen des Bauern-Protestes

Wie hier bei Weyersfeld wollen Landwirte mit grünen Kreuzen auf den Felder unweit stark befahrener Straßen ein Zeichen gegen die neue Agrar- und Umweltpolitik der Bundesregierung setzen. Foto: Helmut Hussong

Mit grünen Kreuzen an Äckern unweit stark befahrener Straßen wollen Landwirte ein Zeichen gegen die Agrar- und Umweltpolitik der Bundesregierung setzen. Das Agrarumweltpaket, das die Bundesregierung Anfang September auf den Weg gebracht hat, sei der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, so die Bauern, die vielerorts solche "stille" Proteste initiieren.

Auch zwischen Höllrich und Weyersfeld steht ein grünes Kreuz unweit der Bundestraße 27. Der Obmann der Weyersfelder Bauern, Thomas Fella, hat es im Namen aller Landwirte aufgestellt, um auf die nach seiner Ansicht unerträglichen und fachlich nicht mehr nachvollziehbaren Auflagen hinzuweisen. "Es geht darum, dass die Bewirtschaftung von Äckern und Grünland immer weiter erschwert wird", erläutert Thomas Fella in einfachen Worten einen der Gründe.

Es gehe ferner darum, dass die Tierhaltung verteuert werde, ohne dass der Verbraucher an der Kasse mehr dafür zahlen würde. Schutzstreifen an Bächen und Flüssen seien jahrelang auch mit Hilfe von Förderungen verbreitert worden. Jetzt solle die Förderung reduziert werden.

Klage über erdrückende Vorgaben und Bürokratie

"Überhaupt ist Masse der Maßnahmen in Sachen Pflanzenschutz und die ganze Bürokratie einfach erdrückend", erläutert Fella. Mit dem neuen Agrarpaket werde den Landwirten die Luft zum wirtschaftlichen Überleben genommen: "Kleine und mittlere Betriebe müssen aufgeben, mehr Großbetriebe entstehen, mehr Lebensmittel werden aus dem Ausland importiert."

Ohne bäuerliche Landwirtschaft gebe es keinen Erhalt von Feldern und Wiesen, und keine hochwerigen Nahrungsmittel aus der Region. "Die grünen Kreuze mahnen gegen die steigende Zahl von Auflagen für Landwirte, gegen die überzogene Bürokratie, gegen Dumpingpreise für Essen, ungebremsten Flächenverbrauch und unfaire Handelspolitik", fasst Obmann Thomas Fella zusammen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es "Weitere Kritikpunkte (Fellas) seien Pläne zum Insektenschutz und das Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat." Thomas Fella weist darauf hin, dass das nicht seine Meinung sei und er das nicht gesagt habe. Er setze schon seit 20 Jahren kein Glyphosat mehr ein und habe nichts gegen ein mögliches Verbot von Glyphosat.

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