THÜNGEN

Gut aufgenommen in Thüngen

Mobilitätshilfe: Als spontane Unterstützung besorgte der Thüngener Gemeinderat Lorenz Strifsky dem Geschwisterpaar Maryam und Hossein Panam aus dem Iran ein Fahrrad. Mit dabei waren auch der Flüchtlingsberater der Caritas Klaus Oßwald (Mitte), die Hausbetreuerin Vanessa Peter und Thüngens zweiter Bürgermeister Richard Steigerwald. Foto: Günter Roth

Geduld, gegenseitiger Respekt und nochmals Geduld wird von den Menschen abverlangt, die zurzeit im Haus der ehemaligen Thüngener Gaststätte „Schwarzer Adler“ untergebracht sind. Zehn Personen aus Tschetschenien und dem Iran leben hier und warten auf den Fortgang ihres Asylverfahrens.

Vanessa Peter aus Güntersleben ist so etwas wie der gute Geist des Hauses. Gemeinsam mit Stefan Schäffer, der das Anwesen erworben und vermietet hat, versorgt sie die Familien. Sie bespricht mit den Menschen Möglichkeiten der Nahrungsbeschaffung, vermittelt Arztbesuche und soweit möglich auch notwendige Behördengänge.

Dabei sind auch die Sprachen ein großes Problem. Während das Geschwisterpaar aus dem Iran und dessen Mutter leidlich Englisch verstehen, verläuft die Kommunikation mit der tschetschenischen Familie hauptsächlich über Mimik, Gestik und Schriftzeichen. So können die Asylbewerber zum Beispiel auf einer Liste (in verschiedenen Sprachen) ankreuzen, welche Nahrungsmittel sie bevorzugen und Vanessa Peter besorgt diese dann. Kochen und zubereiten ist dann die Aufgabe jeder Familie. In jeder Wohneinheit gibt es neben den Sanitäranlagen eine bescheiden, aber ordentlich ausgestattete Küche.

Die finanziellen Mittel sind durchaus bescheiden, informiert Klaus Oßwald, Flüchtlingsberater der Caritas vor Ort. Pro Person gibt es neben der Unterkunft zwischen 80 und 137 Euro, als Erstausstattung legt das Landratsamt 70 Euro dazu. Auch für die Schulmaterialien gibt es einen kleinen Zuschuss.

Wie lange das anstehende Asylverfahren dauert, vermag Oßwald nicht zu sagen, bislang habe noch nicht einmal eine Anhörung stattgefunden. Nach den neuesten Richtlinien werden Asylbewerber dezentral untergebracht und dürfen sich innerhalb des Regierungsbezirks frei bewegen.

Der aber wurde in Thüngen durch die Bevölkerung deutlich aufgestockt. Drei von den fünf tschetschenischen Kindern besuchen hier die Grundschule und in wenigen Tagen hatten die Mitschüler in einer spontanen Aktion so viele Schulsachen, wie Hefte, Stifte, Büchertaschen und anderes von zuhause mitgebracht. Auch aus der Bevölkerung kommen Hilfsangebote, berichtet die Hausverwalterin. Immer wieder klingelt irgendeiner und bringt einen Beutel Kleidung, Spielsachen oder Gebrauchsgegenstände vorbei.

Einer davon war auch der Thüngener Marktgemeinderat Lorenz Strifsky, der gemeinsam mit dem zweiten Bürgermeister Richard Steigerwald vorbei schaute. Für die Kinder hatte er einen großen Karton mit Spielsachen und Süßigkeiten und für die Eltern allerlei Nützliches mit dabei. Große Augen aber machten die Geschwister Maryam und Hossein Panam aus dem Iran, für die Strifsky ein gut erhaltenes Fahrrad dabei hatte. Da bei den schmalen finanziellen Mitteln sogar Busfahrten nach Karlstadt schwierig zu bewältigen sind, wird nun ihre Mobilität deutlich verbessert.

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