Lohr

Gymnasiast entschuldigt sich: Sabine total verschlafen

Unterrichtsausfall ist jetzt nicht alltäglich und spricht sich für gewöhnlich rasend schnell herum. Aber nicht bei jedem, wie der Leiter des Lohrer Gymnasiums feststellte.
Das Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasium im Schulzentrum Nägelsee in Lohr. Foto: Roland Pleier

Ein Sturmtief von der Kraft Sabines ist nicht gerade alltäglich, ein wetterbedingter Unterrichtsausfall noch seltener. Die Nachricht "morgen keine Schule" spricht sich deshalb für gewöhnlich rasend schnell herum – in Zeiten digitaler Vernetzung noch schneller als früher.

So war es auch am Sonntagabend, als Sabine auf den Spessart zustürmte. Nur einer hat davon offenbar gar nichts mitbekommen: ein Schüler der zwölften Jahrgangsstufe des Lohrer Gymnasiums. Am Montag um 9.30 Uhr – "um halbzehn!", wie Schulleiter Bernd Rottenbacher in einem Telefonat mit der Redaktion extra betonte – habe dieser Schüler mit verschlafener Stimme in der Schule angerufen und sich entschuldigt, er könne heute nicht zum Unterricht kommen. "Ich weiß nicht, was der am Abend zuvor oder in der Nacht getrieben hat ...", schüttelte der Direktor ungläubig den Kopf.

Bernd Rottenbacher, Leiter des Franz-Ludwig-von-Erthal-Gymnasiums Lohr. Foto: Wolfgang Dehm

Manche gingen auf Nummer sicher

Es war nicht der einzige Anruf an diesem Vormittag. Etwa ein Dutzend Eltern und zwei erwachsene Schüler haben sich laut Rottenbacher vergewissert, ob die Nachricht vom Unterrichtsausfall tatsächlich stimme. Auch eine Handvoll Lehrer habe nachgefragt, was denn nun Sache sei. 

Nun ist "Unterrichtsausfall" nicht gleichbedeutend mit "Schulausfall". Für die Lehrer nämlich besteht auch an solchen Tagen Anwesenheitspflicht. Nicht nur, um gegebenenfalls Schüler zu betreuen, die trotz Unterrichtsausfalls kommen und dessen Betreuung die Schule sicherstellen muss. Rottenbacher hatte dafür am Sonntagabend ein Notfallteam aus Lehrern zusammengestellt, die in Lohr leben und deshalb auf jeden Fall am Montag um 7.45 Uhr vor Ort sein konnten.

Eine einzige Schülerin ließ sich betreuen

Tatsächlich habe dieses Angebot eine einzige Schülerin wahrgenommen, so Rottenbacher. Sie sei entsprechend bis 14 Uhr betreut worden. Nebenan in der Mittelschule seien gar drei Schüler aufgetaucht. Er habe jedoch nicht mitbekommen, wie viele von diesen sich dann gleich wieder auf den Heimweg gemacht hätten. Am Buß- und Bettag, der ebenfalls unterrichtsfrei ist, habe übrigens kein einziger Schüler das Betreuungsangebot angenommen.

Was die Lehrer angeht, seien bis auf fünf entschuldigte alle anwesend gewesen, erläuterte Rottenbacher. In einer "spontanen Dienstbesprechung" habe er dann mit seinen Kollegen beschlossen, die Zeit für ein Online-Fortbildungsprogramm zu nutzen – "das stand eh an".

Schlagworte

  • Lohr
  • Roland Pleier
  • Gymnasiasten
  • Gymnasien
  • Lehrerinnen und Lehrer
  • Mittelschulen
  • Schulen
  • Schulrektoren
  • Schülerinnen und Schüler
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!