Hafenlohr

Hafenlohr verabschiedete den Haushalt 2019

Die Sanierung der Dr.-Heinrich-Renkl-Schulturnhalle reißt das größte Loch in den Hafenlohrer Haushalt. Foto: Susanne Feistle

Nachdem in der jüngsten Gemeinderatssitzung recht ausführlich über den Haushalt 2019 gesprochen wurde, Kämmerin Gabriele Schneider ihr umfangreiches Zahlenwerk vorgetragen hatte und alle Fragen von Gerd Dobesch beantwortet waren, meinte Bürgermeister Thorsten Schwab: "Wir waren die letzten Jahre immer in der Zeitung mit dem Satz: Hafenlohr macht neue Schulden. Dabei haben wir die letzten drei Jahre gar keinen Kredit aufgenommen".  

Dass das so war, liegt daran, dass diese Kreditaufnahmen immer in der Haushaltsplanung vorgesehen waren, dann aber nicht in Anspruch genommen wurden. Dieses Jahr wird die Gemeinde Hafenlohr aber wohl tatsächlich einen Kredit in Höhe von fast 1,9 Millionen aufnehmen müssen. "Bauhof und Turnhalle werden es nötig machen. Aber es sind Investitionen für die nächsten Jahrzehnte", so Schwab.

Pro-Kopf-Verschuldung über dem Landesdurchschnitt

Der Haushalt 2019 umfasst rund 7,1 Millionen Euro, wovon 4,5 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 2,6 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt entfallen. Die Pro-Kopf-Verschuldung lag 2018 bei 1162 Euro und damit fast 86 Prozent über dem Landesdurchschnitt, der bei 625 Euro liegt. "Das ist aber nicht erheblich, weil das nur ein Vergleichswert ist", so die Kämmerin. Bei der geplanten Kreditaufnahme würde die Pro-Kopf-Verschuldung im nächsten Jahr auf 2078 Euro steigen.

Der größte Posten bei den Ausgaben wird in diesem Jahr die Sanierung der Dr.-Heinrich-Renkl-Schulturnhalle für 1,6 Millionen Euro sein. Für die Planungsbeteiligung Hochwasserschutz sind 72 000 Euro eingeplant und für die Sanierung des Allwetterplatzes 197 000 Euro. Für die Erweiterung des Bauhofes sind 385 000 Euro einkalkuliert und für das Leichenhaus in Hafenlohr 15 000 Euro.

Auf der Einnahmenseite stehen unter anderen die Investitionspauschale mit 110 000 Euro und die Zuführung vom Verwaltungshaushalt mit 545 093 Euro.

Einsparungen bei der Erweiterung des Friedhofs?

Gedanken über eventuelle Einsparungen beim Haushalt hatte sich Hans-Jürgen Pawlicki gemacht und kam zu der Idee, dass man eventuell doch die geplanten 40 000 Euro für die Erweiterung am Friedhof in Windheim einsparen könnte. "Da sterben eh nur ein oder zwei Leute im Jahr. Vielleicht könnte man die Attraktivität des vorhandenen Friedhofs steigern". Nachdem seine Ratskollegen dann doch lachen mussten, ruderte er zurück: "Ja, ich weiß, deshalb stirbt man auch nicht schöner." Die Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Stahl wies darauf hin, dass man dort schon lange etwas habe tun wollen und Schwab fügte an, dass man vielleicht nicht die kompletten 40 000 Euro brauche, wenn man nicht so viele Wege plane.  

Insgesamt zeigte sich Schwab zufrieden mit den Haushaltsplanungen und merkte an: "Es wäre schön, ein paar Einnahmen mehr zu haben, damit wir keinen Kredit brauchen, aber wir investieren ja in die Zukunft."

1500 Quadratmeter Blühfläche angelegt

Weitere Themen im Gemeinderat waren unter anderem Müll, Blühflächen und die Turnhalle: Für das Gewerk Trockenbauarbeiten für die Generalsanierung der Dr.-Heinrich-Renkl-Schulturnhalle wurden 15 Firmen aufgefordert, ein Angebot anzugeben. Das einzige Angebot, das abgegeben wurde, war von der Firma Erwin Höfling und Sohn aus Gemünden. Sie erhielt den Auftrag für 73 023 Euro. In der Kostenberechnung seien 100 000 Euro kalkuliert gewesen, erklärte Bürgermeister Thorsten Schwab.

Gegen die Änderung des Flächennutzungsplans 89 der Stadt Wertheim im Parallelverfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Almosenberg - Erweiterungsfläche 1" und den Erlass örtlicher Bauvorschriften für diesen Geltungsbereich durch die Stadt Wertheim hatte der Rat keine Einwände. "Wir sind da ja räumlich nicht wirklich betroffen", so eine Aussage.

Schwab teilte mit, dass am Radweg nach Marktheidenfeld, unterhalb der Rettungswache eine rund 1500 Quadratmeter große Blühfläche angelegt worden sei. Stahl lobte diese Aktion, ärgerte sich jedoch über den Müll, der auf gemeindliche Flächen immer wieder abgelegt werde. Sie selbst habe mit einer kleinen Gruppe Helfer erst wieder eine Mülltonne voll Müll zusammen gesammelt.

Zuletzt teilte Schwab mit, dass er für die Turnhalle Fenster mit Verriegelung beauftragt habe. Diese kosteten zwar 1200 Euro mehr, können aber von innen nicht mehr so gestellt werden, dass man sie von außen aufdrücken kann. Dies sei in der Vergangenheit schon vorgekommen.

Schlagworte

  • Hafenlohr
  • Abfall
  • Bauvorschriften
  • Bebauungspläne
  • Friedhöfe
  • Kostenberechnung
  • Kosteneinsparungen
  • Kreditaufnahmen
  • Kredite
  • Sanierung und Renovierung
  • Stahl
  • Thorsten Schwab
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!