Lohr

Hat sein Dialekt den Bankräuber von Lohr verraten?

Überfall auf HypoVereinsbank Lohr am 27. Juni 2019. Foto: Wolfgang Dehm

Im Kreis Kaiserslautern lebt der Mann, den die Polizei für zwei Banküberfälle in Unterfranken verantwortlich macht und jetzt verhaftet hat. Nun haben die Ermittler erläutert, welches Detail sie auf die Spur des Pfälzers brachte. Und sie verraten, wie sicher sie sich ihrer Sache jetzt sind. 

Hinter einem Ski-Tuch und einer Sonnenbrille sowie unter einer schwarzen Baseball-Mütze versteckt sich der Täter, der Ende Juni die Hypo-Vereinsbank im unterfränkischen Lohr am Main überfällt. Und seine Maskerade funktioniert: Der Räuber bleibt zunächst unerkannt, obwohl die Polizei Bilder einer Überwachungskamera veröffentlicht. Also kann er Mitte Oktober und in ganz ähnlicher Vermummung seinen nächsten Coup wagen: Er schlägt im etwa eine Auto-Stunde entfernten Klingenberg zu.

Genaue Arbeit der Ermittler

Doch nach dieser zweiten Tat ergänzen die Ermittler ihren Steckbrief um ein Detail: Jetzt suchen sie einen Mann, der "rheinländischen Dialekt" spricht. Ganz richtig scheinen die Zeugen am Untermain den fremden Zungenschlag damit zwar nicht bestimmt zu haben, aber die Grobrichtung stimmt: Binnen einer Woche spüren bayerische Beamte einen Verdächtigen auf, der in der Westpfalz lebt. Und sie merken: Der muss jetzt wirklich schnell hinter Gitter.

Mit diesem Fahndungsfoto suchte die unterfränkische Polizei nach dem Bankräuber von Klingenberg. Foto: Polizeipräsidium Unterfranken

Denn sie haben mitbekommen, dass der 56-Jährige demnächst ins Ausland reisen will – was sie tunlichst verhindern möchten. Also bitten sie ihre vor Ort zuständigen Kollegen um flotte Amtshilfe. Und tatsächlich rücken noch am gleichen Tag rheinland-pfälzische Spezialkräfte an: Sie nehmen den 56-Jährigen in seinem Wohnort im Kreis Kaiserslautern fest und übergeben ihn den aus Unterfranken angereisten Ermittlern.

Der Tatverdächtige sitzt nun im Gefängnis

Mittlerweile sitzt der Mann in einem bayerischen Gefängnis, zum Bankraub-Vorwurf hat er laut Justiz bislang geschwiegen. Die Polizei wiederum mag nicht so recht offenlegen, wie genau sie auf seine Spur gekommen ist. Schließlich gehen ihre Ermittlungen weiter: Die Beamten wissen noch nicht, wo die Beute aus den Überfällen – jeweils mehrere Tausend Euro – abgeblieben ist. Und sie müssen überprüfen, ob der 56-Jährige weitere Banken ausgeraubt hat.

So viel verrät die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft in Aschaffenburg dann aber doch: Der Dialekt des Westpfälzers sei für den Fahndungserfolg tatsächlich ein "wesentliches Indiz" gewesen. Oberstaatsanwältin Monika Schramm sagt: "Der Dialekt war bei beiden Fällen der gleiche." Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sie aber nicht mehr dazu verraten, wie die Polizei auf den Mann kam, damit sich künftige Bankräuber nicht darauf einstellen können.

Und mittlerweile belastet den Mann auch, was die Ermittler in seiner Wohnung entdeckt haben. Dort fanden sie zum Beispiel eine Schreckschusspistole, die als Tatwaffe gilt. Ein Polizeisprecher sagt: "Das sind nicht bloß Indizien, was wir da gefunden haben. Das sind Beweise."

Hinweis der Redaktion: Dieser Text ist zu erst in der "Rheinpfalz" in Ludwigshafen erschienen und wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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