Lohr

Heck kandidiert nicht für Bürgermeisteramt in Lohr

Uli Heck wird nicht als Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler antreten. Foto: Thomas Josef Möhler

Der Entscheidungsprozess hat sich über Wochen hingezogen, nun ist er abgeschlossen: Uli Heck wird bei der Lohrer Bürgermeisterwahl 2020 nicht als Kandidat der Freien Wähler ins Rennen gehen. Das sagte der 53-Jährige am Montag auf Nachfrage der Redaktion.

Die Freien Wähler haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie doch noch einen Kandidaten finden. Brigitte Riedmann, Fraktionsvorsitzende der Freien und federführend in der Kandidatensuche aktiv, sagt: »Wir haben die Sache noch nicht abgehakt.« Bis maximal Ende September werde man die Suche fortsetzen. Erst dann wird also feststehen, ob es bei der Wahl im März 2020 neben Amtsinhaber Mario Paul (Grüne/SPD) und Dirk Rieb (CSU) noch einen dritten Namen auf dem Stimmzettel geben wird.

Private Gründe genannt

Hecks Name jedenfalls wird sich dort nicht finden. Er erklärte im Gespräch mit der Redaktion, dass er die Entscheidung gegen eine Kandidatur gemeinsam mit seiner Familie getroffen habe. Zwar hätten ihn die Kandidatur und das Amt »absolut gereizt«, jedoch habe er dafür nicht sein »Privatleben opfern« wollen.

Der 53-Jährige Ruppertshüttener wird jedoch erneut für den Stadtrat kandidieren. Dem Gremium gehört er seit 2018 an. Er rückte damals für Martin Horn nach, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte.

Heck ist seit 2009 Geschäftsführer des Nägelsee-Zweckverbands. In Ruppertshütten ist er Vorsitzender des Sportvereins FC Germania. Vor der Diskussion um die Lohrer Bürgermeisterkandidatur war er auch schon als möglicher Landratskandidat im Gespräch. Heck hatte jedoch auch hier abgesagt mit Verweis darauf, dass er sich die mit dem Landratsposten verbundene Terminhatz nicht antun wolle. Mittlerweile haben die Freien den48-jährigen Christoph Vogel als ihren Landratskandidaten präsentiert.

Noch eine Absage

Dass die Lohrer Freien nun vorerst ohne Kandidaten dastehen, sei für die Gruppierung »frustrierend«, sagt Riedmann. Man habe noch einen zweiten potenziellen Bewerber im Blick gehabt, wie Heck einer mit Verwaltungserfahrung. Doch auch dieser, aus Lohr stammend, aber außerhalb wohnend, habe abgesagt. Hauptgrund: Die Familie mit zwei kleineren Kindern. Sie könne die Entscheidung nachvollziehen, so Riedmann. Das Bürgermeisteramt sei ein auch zeitlich sehr fordernder Posten, der sich zwangsläufig auf das Familienleben auswirke. Eine Kandidatur mache daher nur Sinn, »wenn die Familie mitzieht«.

Noch einen im Blick

Riedmann und die Freien Wähler hoffen allerdings, dass sich doch noch ein Bürgermeisterkandidat findet. »Ich habe jemanden im Blick«, sagt Riedmann.

Die Suche beschränke sich nicht nur auf Lohr, verrät Riedmann. Allerdings wolle sie den Radius auch nicht zu weit ziehen. Eine Art Kandidatenbörse, wie sie andre Parteien haben, gebe es bei den Freien Wählern nicht. Sie spreche lieber gezielt Menschen an, die sie von Qualifikation und Persönlichkeit für geeignet halte, schildert Riedmann. Sobald sie einen potenziellen Kandidaten gefunden habe, spreche sie mit dem Lohrer Vorstand der Freien Wähler.

Vorstandsmitglied Matthias Seidel hält es für »eher unwahrscheinlich«, dass die Freien noch einen Bürgermeisterkandidaten finden. Es sei »sehr enttäuschend«, dass man zwei fähige Interessenten gefunden habe, beide jedoch abgesagt hätten.

Wie Seidel sagt auch Riedmann, dass es immer schwieriger werde, Kandidaten für politische Ämter zu finden. Dies gelte für die Bürgermeisterwahl ebenso wie für die Stadtratslisten. Auf der Liste der Freien Wähler seien noch einige Plätze frei, so Riedmann.

Als Ursache dafür, dass ihrer Erfahrung nach immer weniger Menschen in die Kommunalpolitik drängen, sieht Riedmann eine generelle Politikverdrossenheit, die »von der großen Politik auf die kleine durchschlägt«. Auch sei die Belastung in der Berufswelt heute größer als früher, so dass die Bereitschaft, sich in der Freizeit auch noch politisch zu engagieren, gesunken sei. Eine Rolle spielt nach Riedmanns Einschätzung auch, dass Politiker auf allen Ebenen nicht zuletzt durch die sozialen Medien »immer angreifbarer« seien.

Riedmann war die Letzte, die für die Freien Wähler um das Bürgermeisteramt im Lohrer Rathaus gekämpft hatte – und das sogar zweimal. 2002 war sie gegen Amtsinhaber Siegfried Selinger (SPD) ins Rennen gegangen. 2008 hatte sie in der Stichwahl gegen Ernst Prüße (CSU) verloren.

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