MAIN-SPESSART

Heikles Thema auf Brötchentüten

Unterstützung für eine gute Sache: (von links) Kinderhospizvereins-Vorsitzender Stefan Zöller, Maxl-Bäck-Geschäftsführerin Evi Bregenzer und Annette Rosskamp, Verwaltungsfachkraft für das Kinderhospiz. Foto: J. JÖRG

Das Kinderhospiz Sternenzelt Mainfranken hat die Firma Maxl-Bäck für eine ungewöhnliche Kooperation gewonnen: In den über 20 Bäckereifilialen in den Landkreisen Main-Spessart und Würzburg werden die Brötchen ab der nächsten Woche in Tüten gepackt, auf denen auf die Arbeit und die Ziele des Marktheidenfelder Vereins aufmerksam gemacht wird.

Zu diesem Zweck ist auf den Tüten eine kurze Geschichte zu lesen. Sie ist zwar rein fiktiv, aber „so oder so ähnlich passiert es jeden Tag“, sagt der Vereinsvorsitzende Stefan Zöller. Im Mittelpunkt der Erzählung steht der fünfjährige Paul. Der Junge war immer ein lebhaftes, aufgewecktes Kind. Doch plötzlich beginnt er, müde und antriebslos zu werden. Weil auf seinem Körper außerdem viele blaue Flecken zu sehen sind, gehen seine Eltern mit ihm zum Arzt. Seine Diagnose trifft die ganze Familie wie ein Schock: Leukämie.

Nur eine Woche später ist Paul mittendrin in der medizinischen Maschinerie, die greift, wenn ein Mensch an Krebs erkrankt: Klinik, Behandlungspläne, Chemotherapie. Die Eltern sind am Boden zerstört, Pauls kleine Schwester Lena versteht nicht, was passiert und wird immer stiller. Viele Freunde und Bekannte wenden sich ab, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Auch wenn die Geschichte frei erfunden ist – Maxl-Bäck-Geschäftsführerin Evi Bregenzer weiß, dass es ein Wagnis ist, ein so heikles Thema ausgerechnet auf einer Lebensmitteltüte aufzugreifen. Dennoch unterstützt sie das Kinderhospiz gerne auf diesem Weg. Bregenzer möchte mit den vorerst 70 000 bedruckten Tüten einen Beitrag leisten, um die natürliche Hemmschwelle der Menschen im Umgang mit dem Sterben zu überwinden. Sie selbst hat vor 22 Jahren persönliche Erfahrungen gemacht, als ihr neugeborener Sohn an Keuchhusten erkrankte. „Plötzlich wurde der Tod ein Thema, das nicht mehr irgendwo fernab lag“, erinnert sie sich. Ihr Sohn musste vier Wochen im Krankenhaus bleiben, aber glücklicherweise ging alles gut aus.

Die Fälle, mit denen sich der Kinderhospizverein beschäftigt, nehmen leider oft ein tragisches Ende. Die Mitarbeiter kümmern sich um Familien mit lebensbegrenzt erkrankten, schwerstbehinderten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Wir wollen ein wenig Freude in deren Alltag bringen“, sagt Annette Rosskamp, die als Verwaltungsfachkraft für das Kinderhospiz tätig ist.

Die Firma Maxl-Bäck, die ihren Sitz in Zellingen hat, unterstützt das Kinderhospiz auch finanziell. Vor kurzem übergab Bregenzer dem Verein eine Spende in Höhe von 1000 Euro.

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