OBERSINN

Heiße Show, harte Beats und schwere Jungs

Harte Beats, hohe Temperaturen und eine Supergaudi erwarteten die Besucher des Eisenwahn-Festivals in Obersinn am vergangenen Wochenende. Mit 1800 Besuchern, 22 Bands und zufriedenen Mitwirkenden schrieben die Organisatoren um Karl Dill die vor fünf Jahren begonnene Erfolgsgeschichte des Metal-Festivals fort.
Schaulustige und eingefleischte Fans bestaunten den Auftritt der Skandal-Band A.o.K. Foto: FOTOs (4) Sören Winkler

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Eisenwahn

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Aus dem gesamten Bundesgebiet und sogar aus Australien waren die Fans angereist, um beim Eisenwahn an der Eisenbahn am Ludwig-Zeller-Ring „ihre“ Bands zu hören und tatkräftig zu unterstützen. „Die Musikauswahl traf wieder genau den Geschmack der Metler“, sagte der Bandbeauftragte Johannes Laudenbach.

Abkühlung in der Sinn

Während die Festivalbesucher in den vergangenen Jahren Regenschirme gebraucht hätten, mussten die Metal-Fans in diesem Jahr der Sonne trotzen. „Lieber so als anders herum“, meinte ein Besucher aus Bamberg. Für Abkühlung sorgte ein Wasserkanister mit Schlauch. Wem das nicht genügte, wagte auch einen Sprung in die nahe gelegene Sinn.

Die gut ausgerüsteten Camper hatten teilweise sogar ihre eigenen Stromaggregate mitgebracht. „Wir sind schon zum zweiten Mal hier, und kommen auch gerne wieder“, meinten die Bamberger. Gerade der fast familiäre Flair des Obersinner Festivals habe es den Besuchern angetan.


 

Rund um die Uhr im Einsatz

Für den Chef des Sicherheitsdienstes, Olaf Würfel, war es ein angenehm ruhiges Wochenende. Zusammen mit den „Sinntal Roadhawks“ und einigen Freiwilligen waren rund um die Uhr etwa 20 Sicherheitskräfte im Einsatz. Daneben waren stets Einsatzkräfte der Polizeistation Gemünden und Würzburg vor Ort. „Alles ruhig, keine besonderen Vorkommnisse“, so lautete der Tenor der Beamten. Rettungssanitäter Thomas Weismantel konnte sich dem nur anschließen. Bis auf einen kleinen Zwischenfall am Samstagabend, bei dem der Notarzt kommen musste, hatte Weismantel und sein Team alles im Griff.

Für Ordnung auf dem Campingplatz und um den Brandschutz, kümmerten sich die eifrigen Helfer der Feuerwehr Obersinn. Fast gebetsmühlenartig gab der stellvertretende Kommandant Hans-Jürgen Bohn letzte Sicherheitshinweise: „Keine Glasflaschen, kein offenes Feuer.“

Absolute Höhepunkte des Festivals bildeten der Auftritt der Thrash-Ikonen „Sodom“, die Black-Metal-Formation „Endstille“, die Death-Metal-Bands „Unleashed“ und „Hatesphere“ und die Skandal-Band „A.o.K.“. Provokant und mit frivolen Texten erfreute sich „A.o.K.“ der Aufmerksamkeit Hunderter Besucher. Schaulustige aus der näheren Umgebung waren ihrer Neugier gefolgt, um sich das „Skandal-Spektakel“ anzuschauen.

Salatschlacht vor der Bühne

Lieder wie „Fleisch-Wurst-Tattoo“ oder „Stell Dir vor, Du lebst im Schweinestall“ hatten noch die harmloseren Texte. Die Songs bestanden manchmal nur aus wenigen Sätzen und zielten unter die Gürtellinie. Bei der Bühnenshow mit einer „Salatschlacht“ bewies die Gruppe allerdings Publikumsnähe und mischte sich sogar unter die Fans.

Dass ihr neues Album auf dem Index steht, erklärt der Schlagzeuger der Band damit, dass ihre Plattenfirma sie schlecht beraten habe. Die Polizei verfolgte den Auftritt mit größter Aufmerksamkeit; schwere Ausschreitungen oder größere Verletzungen gab es allerdings keine.

Beschaulicher und mit mehr Disziplin legten „Sodom“, „Unleashed“ und „Hatesphere“ ein grandioses Musikspektakel hin. Mit spektakulären Lichteffekten und gröhlendem Gesang schufen sie die Atmosphäre, die ihre Fans lieben. Zurufe aus dem Publikum wie „Ihr seid die Besten“ oder „Ihr seid geil“ waren keine Seltenheit. Mit donnerndem Applaus und „Sodom“ verabschiedeten sich die „Eisenwahner“ von ihren Fans.

Für die Bands war nicht nur alles glatt gelaufen, vielmehr freuen sie sich schon auf den nächsten Auftritt beim Eisenwahn. Die Musiker von „Hatesphere“ beispielsweise waren noch zu später Stunde in der Bar anzutreffen. Ausgelassen war auch die Stimmung hinter der Bühne. Selbst die „harten“ Jungs von „A.o.K.“ zeigten sich zu ganz normalen Späßen aufgelegt.

„Der Hauptteil ist geschafft, und es hat alles prima geklappt“, fasste Karl Dill das Wochenende zusammen. „Nun müssen wir noch die Überreste beseitigen.“ Hierbei erhält er unter anderem Unterstützung vom Förderverein Obersinn, der an beiden Tagen ab 5.30 Uhr ein Frühstück für die Besucher auf dem Campingplatz vorbereitet hatte. „Der Dank gilt den Helfern und allen Obersinnern, die jedes Jahr das Festival überhaupt erst ermöglichen“, sagte Dill abschließend.

 

Mit „Unleashed“ war es Eisenwahn gelungen, eine Spitzen-Band auf die Obersinner Bühne zu holen.
Richtig düster sahen die Metler von Endstille aus. Dafür gab es vom Publikum dröhnenden Applaus.

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