Heiße Show und schwere Jungs

EisenwahnIm siebten Jahr rockt der Eisenwahn den Löwersberg. Harte Beats, eine perfekte Kulisse und ein eingeschworenes Helferteam sind die Komponenten, die dieses Metal-Festival so beliebt machen.
Andrang vor der Bühne: Die „Apokalyptischen Reiter“ brachten das Publikum zum Kochen.

Am Freitag und Samstg rockte der Eisenwahn an der Eisenbahn in Obersinn. Schon am Mittwoch bevölkerten die ersten Fans die Campingplätze in Obersinn. Die 1800 Metal-Fans sind unter anderem aus Haßfurt, der Pfalz oder Heidelberg angereist und sind von der besonderen Atmosphäre des Obersinner Ereignisses begeistert. Und sie erweisen sich als ausnehmend freundlich, bieten beim Gang durch die Zeltstadt jedem etwas zu trinken an, geben ein Stück von der Bratwurst ab oder bieten Geleit an.


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Eisenwahn I

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Eisenwahn II

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Eisenwahn III

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Am Samstagmorgen ist die Stimmung auf dem Campingplatz trotz wiederholt kurzer Nachtruhe fantastisch. Gut gelaunte Menschen erzählen stolz, dass sie schon seit Jahren beim Eisenwahn dabei sind. Ein Besucher meint sogar Eisenwahn sei der perfekte Ausgleich zum Alltag und stimmt mit vielen weiteren darin überein, dass es hier viel friedlicher und überschaubarer zugehe, als auf den großen Festivals wie „Rock am Ring“ oder „Summerbreeze“.

Vorgruppe: Die Formation „Final Breath“ aus Gemünden heizte den Besuchern am Vorabend ein.
So ist es kaum verwunderlich, dass sich die meisten Fans in Obersinn schon gut zurecht finden. Ausflüge in den Ortskern gehören für viele dazu. Seit vier Jahren hält beispielsweise Oliver Cox aus der Pfalz dem Eisenwahn die Treue und hat noch alle seine vier „Eisenwahn-Bändchen“ am Arm. Der 21-jährige Festivalbesucher, sonst Sänger der Band „Ruins of Mankind“, berichtet, dass ihn die Melodien, das Klangspiel der Instrumente und die Gesangnuancen bei der Metal-Musik am meisten faszinieren. Nachdem er einen Überblick über die vielfältige Welt des Metal gegeben hat, schließt er mit dem Satz „Musik ist mein Leben.“

Nahezu geräuschlos, aber allgegenwärtig, sind die vielen Helfer hinter den Kulissen tätig. So unter anderem Richard Schneider, Bereitschaftsleiter beim Deutschen Roten Kreuz, im hessischen Sterbfritz. Zu dem Sanitätsdienst ist er durch seine Enkelin gekommen. Auf Anfrage meldet er uns keine größeren Vorkommnisse. „Schürfwunden, Bänderzerrung, einige Wespenstiche und zwei Knochenbrüche.“ Positiv überrascht äußerte sich Schneider über die Freundlichkeit der Festivalbesucher, schließlich ist es sein erster Einsatz auf dem Eisenwahn. „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass das alles so ruhig und friedlich abläuft. Ich hatte nur mit sehr zuvorkommenden Leuten zu tun, die sich für unsere Hilfe sogar bedankt haben.“

Publikumsnah: Die Jungs von „Illdisposed“ aus Schweden legten sich am Autogrammstand ins Zeug.s: Imke Schaal und Sören Winkler Foto: Foto
Hauptkommissar Thomas Kraft von der Polizei kann dies nur bestätigen. „Auf dem Festivalgelände gab es außer einigen Kleinigkeiten keine besonderen Vorkommnisse. Die Besucher sind sehr nett.“ Bei anderen Veranstaltungen gebe es für die Polizei mehr zu tun.

Und dann ist da noch die Musik, die die Menschen auf dem Festival verbindet. Wenngleich Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, und das selbst unter den Eisenwahn-Besuchern, lauscht man gespannt den Rhythmen und Melodien, wie sie Oliver Cox vorher beschrieben hat.

Zusätzlich zu regionalen Bands wie „Mastication of Brutality Uncontrolled“, in der Eisenwahnorganisator Johannes Laudenbach mitsingt, traten bekannte Gruppen aus dem Bundesgebiet wie „Destruction“ auf. Nordeuropa war vertreten durch die dänische Formation „Illdisposed“ sowie „Grave“ aus Schweden. Daneben sorgten Bands aus Italien, aus Russland und aus Tschechien für super Stimmung.

Sonnenschutz: Diese Fans bastelten sich kurzerhand Kopfbedeckungen aus einer Wassermelone.
So fiebern die Besucher dem absoluten Höhepunkt des Eisenwahns, den „Apokalyptischen Reitern“, entgegen und werden nicht enttäuscht. Scharenweise sind die Fans vor die Bühne geeilt und begrüßen die Stars des Eisenwahns mit standesgemäßen Ovationen. Sogar Seifenblasen steigen aus dem Publikum auf.

Die Mischung verschiedener Musikstile aus Black-, Death-, Thrash-, Power-Metal sowie Rock und Folk zeichnen die Band aus und machen die Musik auch für nicht eingefleischte Metal-Fans „hörbar“. Die Menge tobt, als der Sänger bei dem Liedtext „Ich reich dir die Hand“ von der Bühne hinunter auf die Lautsprecher steigt, um den Fans tatsächlich die Hand zu reichen.

Favoriten: Die „Apokalyptischen Reiter“ mit ihrer Bühnenshow.
So schön wie das Festival war, so schnell war es auch wieder vorüber. Müde, aber sehr zufrieden sind Festivalmanager Karl Dill und seine Helfer. „Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat und möchte mich im Namen meiner Kollegen bei wirklich allen bedanken, die im Hintergrund so tatkräftig geholfen haben. Ohne die zahllosen ehrenamtlichen Helfer wäre Eisenwahn nicht möglich." 

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