OBERSINN

Herzliche Begegnungen in der Steiermark

Die Schachbrettblume verbindet die Marktgemeinde Obersinn mit der österreichischen Gemeinde Großsteinbach. Zum zweiten Mal besuchte eine Obersinner Delegation ihre steirische Partnergemeinde und stärkte damit das zarte Pflänzchen der Freundschaft, damit es weiter wachsen und gedeihen kann. Seine Eindrücke von der Begegnung hat Delegationsmitglied Sören Winkler festgehalten.
Ein freudiges Wiedersehen für Irmgard Schultheis (rechts mit Hut) in Großsteinbach. Zusammen mit Richard Stenglein legte sie vor drei Jahren den Grundstein für die Partnerschaft.
Ein freudiges Wiedersehen für Irmgard Schultheis (rechts mit Hut) in Großsteinbach. Zusammen mit Richard Stenglein legte sie vor drei Jahren den Grundstein für die Partnerschaft. Foto: FOTOS (3) Sören Winkler

Der Wecker reist mich aus dem Schlaf. Es ist 3.45 Uhr. Noch eine gute Stunde Zeit bis zur Abfahrt. Die frühe Stunde trübt die gute Stimmung der etwa 40 Teilnehmer ebenso wenig wie die Aussicht auf die elfstündige Busfahrt; schließlich ist das Ziel die Schachblumenpartnergemeinde Großsteinbach in der Steiermark.

Durch 36 Tunnels

Nach sechs Stunden Fahrt und einer kleinen Rast gibt es ein ordentliches Frühstück, das die Gasthäuser Eck und Fichtel vorbereitet haben. Gestärkt geht es weiter über die Autobahn und durch Tunnels. „Insgesamt 36“, ruft ein Reiseteilnehmer, der schon öfter in Großsteinbach zu Gast war.

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Reise nach Großsteinbach

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Pünktlich um 16 Uhr trifft der Bus am Gemeindeamt der österreichischen Partnergemeinde ein. Dort warten unsere Gastgeber freudestrahlend. Kaum haben sich die Bustüren geöffnet, liegen sich die ersten bereits in den Armen. „Schön, dass Ihr wieder hier seid. Wir haben Euch schon vermisst“, hört man hier und da. Es herrscht eine freundschaftliche Atmosphäre, so als würde man sich schon ewig kennen.

Zunächst bezieht jeder Quartier in seiner Gastfamilie oder Pension. Ich bin bei Gerhard und Hildegard Wachmann untergebracht. Sogar der eigentlich sehr scheue Kater „Mischka“ lässt sich von mir nach einigem Beschnuppern streicheln. Nach kurzem Kennenlernen gehen wir gemeinsam ins Gasthaus zum Abendessen. Zuvor überrascht uns der örtliche Musikverein mit einigen Liedern. Schließlich klingt der erste Abend mit dem Gesangsduo Franz und Maria aus.

Zweiter Bürgermeister Leo Breitenbach gab die ein oder andere musikalische Einlage zum Besten.
Zweiter Bürgermeister Leo Breitenbach gab die ein oder andere musikalische Einlage zum Besten.
Ein üppiges Frühstück entschädigt für das frühe Aufstehen am Samstagmorgen. Mit Stadtführerin Ingrid Scharf geht es zur Besichtigung der 40 Kilometer entfernten steirischen Landeshauptstadt Graz. Die Busfahrt dorthin ist schon ein kleines Erlebnis: Wir fahren an Mais- und Kürbisfeldern sowie Weinbergen vorbei. Über die Apfelfelder sind Netze gespannt. „Wegen des Hagels“, erläutert Scharf. In Graz geht es von der „Zwillingswendeltreppe“ zum Dom und Mausoleum, weiter über Hinterhöfe, hinauf zum Schlossbergplatz, der der Stadt den Namen gab.

Am Abend folgt eine Dorfrundfahrt mit Großsteinbachs Bürgermeister Sepp Rath. Rund 280 Arbeitsplätze gibt es in der 1300 Einwohner großen Gemeinde, erläutert er. In der Grund- und Hauptschule werden noch acht Klassen unterrichtet. Vor allem EU-Zuschüsse kamen der Region sehr zugute.

Endstation ist das neu angelegte Freizeitzentrum. Dort verbringen wir schöne Stunden. Begeistert äußert sich Bürgermeisterin Lioba Zieres über die Schaffenskraft der Österreicher. Amtskollege Rath ist sichtlich stolz. Mit einem „Busserl“ der beiden Ortsvorsteher enden schließlich die offiziellen Ansprachen.

Kirchlicher Segen

Zum Gottesdienst am Sonntagmorgen ist die Kirche voll besetzt. Pfarrer Otto Treiber und Pfarrer Franz Malczyk geben den freundschaftlichen Beziehungen der Gemeinden den kirchlichen Segen. Eine Rundfahrt mit Gerhard Wachmann führt von Großsteinbach nach Auffen zu einem 30 Meter hohen Erlebnisturm, weiter zu den Thermalquellen in Walthersdorf und Blumau. Schließlich machen wir eine kurze Ortsbesichtigung in Fürstenfeld.

Danach steht dort das „Platzl-Fest“ auf dem Programm. Für einen Auswärtigen stellt es sich wie eine kleine „Dorf-Messe“ dar. Heimischer Wein wird verkauft, der mehrfach ausgezeichnete Bäcker bietet köstliche Backwaren an und die Autohäuser stellen ihre Fahrzeuge aus. Bei der Verlosung geht der zweite Preis sogar an einen Obersinner.

Hoffnungsvoll in die Zukunft blicken die beiden Bürgermeister der Partnergemeinden: Sepp Rath und Lioba Zieres.
Hoffnungsvoll in die Zukunft blicken die beiden Bürgermeister der Partnergemeinden: Sepp Rath und Lioba Zieres.
Bezeichnenderweise spielt der Alleinunterhalter auf Wunsch als letztes Lied „I will zurück nach Fürstenfeld“. Das ist wohl auch der Wunsch der Obersinner Teilnehmer. Entsprechend schwer fällt am Montag der Abschied von den österreichischen Freunden. Schnell haben auch die Neuen, die zum ersten Mal in Großsteinbach waren, Freundschaften geschlossen.

Noch im Bus und bei der Rast ist die Begeisterung über das Erlebte zu spüren, sind die Erzählungen kaum zu bremsen. Um 21 Uhr abends treffen wir nach einem langen Wochenende müde und tief berührt in Obersinn ein. Damit geht ein kleines und schönes Abenteuer zu Ende.

 

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