KARLSTADT

Historie in neuem Licht und ein Mord

„Number Man“ heißt der erste Roman des Karlstadters Tilman Weigel, der nun mit seiner Familie in Schwabach lebt. Thema des Buches, „ein fast historischer Kriminalroman“, ist der Morgenthau-Plan, der Deutschlands in ein Agrarland verwandeln sollte. Vor diesem Hintergrund ereignet sich ein Mordfall, heißt es in einer Pressemitteilung. Nürnberg ist eine Trümmerwüste, die einst stolzen Industriebetriebe stehen leer. Das ist keine Horrorszenario für die Zukunft, sondern ein alternativer Blick in die Weltgeschichte und Thema des Romans „Number Man.“

Elternzeit genutzt

Geschrieben hat das Buch der ehemalige freie Mitarbeiter der Main Post Tilman Weigel. „Warum die Elternzeit nicht kreativ nutzen“, hat er sich gefragt. Seit Mai 2010 ist der 35-Jährige von seiner Stelle bei der Bundesagentur für Arbeit beurlaubt und in Elternzeit. Seine Frau ist dafür in Vollzeit erwerbstätig.

Rechtzeitig vor der Geburt des zweiten Kindes ist der Roman nun fertig geworden. Auf den ersten Blick ist das Buch ein ganz normaler historischer Kriminalroman. Ein Toter wird im Wald gefunden. Thomas Gartner, Pfarrer in einem kleinen Dorf südlich von Nürnberg, muss die Ermittlungen aufnehmen. Denn das Opfer ist Amerikaner und KZ-Überlebender. Und da versteht die amerikanische Militärpolizei keinen Spaß.

Doch das Deutschland des Buches ist nicht das Land, das wir aus den Geschichtsbüchern kennen. Die Amerikaner haben Deutschland gemäß dem Morgenthau-Plan in ein Agrarland verwandelt. Diesen Plan gab es tatsächlich. Doch die Reaktionen der Öffentlichkeit waren so ablehnend, dass er nie ernsthaft diskutiert wurde. In dem Buch wird ein Szenario entworfen, wie Deutschland aussehen könnte, wäre der Plan doch umgesetzt worden.

Ort der Handlung ist der Großraum Nürnberg, doch auch andere Regionen tauchen am Rande auf, beispielsweise der (im Buch stillgelegte) Bahnhof Gemünden. Der Leser folgt dem Ermittler in die provisorisch wieder aufgebaute Nürnberger Altstadt, in die weitgehend verlassenen angrenzenden ehemaligen Wohn- und Industriegebiete und ins Umland, in das der größte Teil der Großstädter umgesiedelt wurde.

Geschichten der Bewohner

Dabei stehen der Kriminalfall und die Beschreibung dieses anderen Nürnbergs gleichberechtigt neben einander. Schritt für Schritt entdeckt der Ermittler Thomas Gartner dieses neue Land und seine Bewohner. Ihre Geschichten sind das dritte Thema des Buches. Tilman Weigel versucht, seine Gestalten möglichst vielschichtig zu gestalten, sie nicht einfach in Gut und Böse zu unterteilen. Und natürlich, das Buch möglichst spannend werden zu lassen.

Der Autor Tilman Weigel

Tilman Weigel wurde am 31. Mai 1976 in Würzburg geboren. Nach dem Abitur in Karlstadt studierte er zunächst Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Parallel dazu schrieb er für diverse Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem Main-Post, Landeszeitung (Lüneburg), manager-magazin.de und Spiegel Online. Nach dem Studium arbeitete er zunächst bei einem Hamburger Verlag und seit 2003 für die Bundesagentur für Arbeit. Dort war er bis Mai 2010 auf verschiedenen Stellen tätig. Seitdem ist er in Elternzeit. Sein Roman „Number Man“ ist erschienen im Engelsdorfer Verlag aus Leipzig; 244 Seiten; 12,95 Euro, (ISBN-10: 3862685764, ISBN-13: 978-3-86268-576-9). FOTO: Weigel

Tilman Weigel
Tilman Weigel Foto: Weigel

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