MAIN-SPESSART

Höchste Priorität für die B 26n

Zustimmung von CDU/CSU und SPD: Der Bundestag hat den neuen Bundesverkehrswegeplan verabschiedet. Zugestimmt haben auch Bernd Rützel (links), MdB aus Gemünden, und Martin Burkert (rechts), Vorsitzender des Verkehrsausschusses und MdB aus Nürnberg. BÜRO RÜTZEL Foto: Foto:

Der Deutsche Bundestag hat am Freitag den neuen Bundesverkehrswegeplan verabschiedet. Darin enthalten sind auch die B 26n und die Ortsumgehung Gemünden im Landkreis Main-Spessart – beide nun in der höchsten Prioritätsstufe. Das erklärten die Bundestagsabgeordneten Alexander Hoffmann (CSU) und Bernd Rützel (SPD) in ihren Pressemitteilungen. Die Investitionen in Straße, Schiene und Wasserstraße würden demnach bis 2030 etwa 270 Milliarden Euro betragen.

Hoffmann zeigte sich erfreut über den Beschluss und die breite Mehrheit im Parlament. „Nie gab es ein größeres Investitionsprogramm für die Infrastruktur in Deutschland“, so der CSU-Abgeordnete. Der Schwerpunkt liege in Modernisierung und Erhalt. Aber auch in Neu- und Ausbau werde investiert: „Bestes Beispiel ist die B 26n: Sie ist zur Entlastung des Werntals und zur Verbesserung der Verkehrswege im Landkreis Main-Spessart insgesamt unverzichtbar.“

Der erste Abschnitt der B 26n, vom Autobahnkreuz Schweinfurt-Werneck bis Karlstadt, sei im neuen Bundesverkehrswegeplan im „vordringlichen Bedarf“ gelistet, hätte somit höchste Priorität. Ebenfalls in der höchsten Dringlichkeitsstufe befinde sich die Ortsumfahrung von Gemünden. Sie war im ersten Entwurf zunächst nur in der zweithöchsten Kategorie des Bundesverkehrswegeplans aufgeführt.

Lob von den Koalitionsparteien

Hoffmann hatte im Mai und im Juni zwei Gespräche mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) geführt, mit dem Ziel die Ortsumfahrung in die höchste Dringlichkeitsstufe aufnehmen zu lassen. Zustimmung erfährt der Plan auch vom Gemündener Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel (SPD). Dieser stimmte am Freitag Vormittag ebenfalls für den Plan. „Wir haben heute gute Voraussetzungen für die Verwirklichung dringender, örtlicher Verkehrsprojekte geschaffen“, so der SPD-Abgeordnete. Auch er hob in seiner Mitteilung die Gemündener Ortsumgehung sowie die B 26n hervor.

Gemündens früherer Bürgermeister und heutiger Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Coburg, Hans Michelbach (CSU), sagte über die Aufnahme der Ortsumgehung in die höchste Prioritätenstufe: „Heute ist ein guter Tag für Gemünden.“

Kritik an den Plänen des Bundes kommen von Naturschützern: „Die bayerischen Abgeordneten von CSU und SPD haben damit für mehr Lärm, Luftschadstoffe und Bodenversiegelung gestimmt. Viele bayerische Bürger werden unter den Beschlüssen leiden“, so Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz in einer Pressemitteilung. Man werde zusammen mit Bürgerinitiativen dafür kämpfen, dass viele „unsinnige und naturzerstörerische Projekte“ nicht realisiert würden, so Mergner.

Kritik auch aus Lohr

Auch aus Lohr ist Kritik zu hören. Peter Helfrich, Vorsitzender der dortigen Gebietsverkehrswacht, sprach den „Zubringer Lohr“ an, der nur auf der Prioritätsstufe Zwei liege: „Im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 wird der Engpass im Raum Lohr nicht berücksichtigt und stattdessen für die nächsten 15 Jahre zementiert.“ Er hoffe daher auf eine geeignete Trasse, die vom Freistaat statt vom Bund finanziert werde.

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