Lohr

Hundreds: Lohrer Musiker hissen ihr Banner gegen Rechts

Video illustriert den Song "Calling" der aus Lohr stammenden Geschwister Eva und Philipp Milner, die Ende dieser Woche ihr viertes Studioalbum veröffentlichen werden.
Visualisierte Metapher: Eva Milner hisst im Video zu "Calling" ihr Banner.
Visualisierte Metapher: Eva Milner hisst im Video zu "Calling" ihr Banner. Foto: Tobias Schütze

Der Blick auf die Weiten der Ostsee ist im wahrsten Sinne des Wortes verschleiert – verschleiert durch ein rotes Tuch. Dann setzt Eva Milners Gesang ein, die Perspektive wechselt um 180 Grad und offenbart in einem panoramesken Drohnenflug das Tuch als ein Banner, das die "Hundreds"-Frontfrau kämpferisch in den stürmischen Nordwestwind reckt.

Eingefangen hat die Bilder der Videokünstler Tobias Schütze und illustriert damit den Song "Calling", mit dem die Band noch ein Ausrufezeichen vor die Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums "The Current" am 27. März setzt. Dass der Song eine Single würde, sei Sängerin Milner von Anfang an klar gewesen, "so poppig und kraftvoll", wie er daherkomme.

Dass das Element des Pop im Vergleich zum düster-atmosphärischen Vorgängeralbum "Wilderness" von 2016 wieder mehr in den Fokus rücken würde, veranschaulichten mit "Ready Shaking Silent" und "Body of Water" bereits die ersten beiden Albumauskopplungen zu "The Current". Dabei tritt Milners Gesang wieder klar in den Vordergrund, eine Entwicklung, die sie an den Texten des neuen Albums festmacht. So seien diese nahbarer und forderten zudem eine wirkliche Auseinandersetzung mit ihren Inhalten.

Ein Statement, den Mund aufzumachen gegen Ausgrenzung

Gerade mit "Calling" verfolgte das Elektropop-Trio, das neben den Milners Schlagzeuger Florian Wienczny komplettiert, nämlich eine klare Agenda. Der Chorus "I’m raising my own banner", rufe dazu auf, seine eigene Fahne zu hissen und in sich ruhend für seine Rechte zu kämpfen. "Es geht um toxische Menschen, aber auch um die politische Stimmung in unserem Land. Man darf nicht länger ruhig sein in Zeiten, wo die AfD immer mächtiger wird und man Angst haben muss, dass sich die 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts wiederholen. Es ist also ein Statement, für sich selbst einzustehen, aber auch seinen Mund aufzumachen, wo Menschen unterdrückt und ausgegrenzt werden", wird Milner deutlich.

Eine Haltung, die sich nach ihren Worten als roter Faden durch "The Current" zieht. "Nimm deine Kraft zusammen, erhebe deine Stimme und kämpfe!", ein Motto, das auch die Bildsprache des neuen Videos vermittelt. Aus der Metapher wird ein reales Banner, das Milner in den moosigen Boden des Nienhagener "Gespensterwaldes" rammt, woraufhin sie in einem wortwörtlichen Schlussspurt ihrem Ziel entgegeneilt.

Milners Rückkehr zu den familiären Wurzeln der Mutter 

"I’m going home" kann in dieser Visualisierung ebenfalls wörtlich genommen werden, da die Mutter der in Lohr geborenen Geschwister Eva und Philipp Milner ursprünglich aus Mecklenburg stammt und ihre gesamte Familie noch dort lebt. "So hat alles zusammengepasst", zeigt sich Milner sehr zufrieden mit der Umsetzung, die bei zwei Drehtagen inklusive Vor- und Nachbereitung etwa vier Wochen in Anspruch nahm.

Weit länger, nämlich über ein Jahr dauern die Vorbereitungen zur geplanten Albumtour im April und Mai diesen Jahres bereits an. Eine Energieleistung, die im Zuge der aktuell rapide um sich greifenden Covid-19-Pandemie womöglich umsonst war. Milner räumt ein: "Für uns wäre es nicht gut, wenn die Tour abgesagt werden würde. Wir proben gerade dafür und hoffen, dass zumindest ein Teil stattfindet, aber so genau kann das gerade niemand sagen."

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