Büchold

In Büchold wurde die Sau rausgelassen

"Schwein gehabt" - dem Publikum hat's gefallen. Mit vier Vorstellungen absolvierte die Bücholder Theatergruppe am Wochenende einen regelrechten Auftrittsmarathon.  Foto: Nicole Feser

Einen Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer starteten am Wochenende die Bücholder Laienschauspieler. Gleich viermal öffnete sich der Vorhang im jeweils ausverkauften Sportheimsaal, und von der ersten Minute an zog die Theatergruppe das Publikum fest in ihren Bann. Mit der Komödie "Lass die Sau raus!" von Andreas Wening hatte man sich für einen heiteren Stoff mit ernstem Hintergrund entschieden, der an Irrungen und Wirrungen all das zu bieten hat, was das Publikum von einem illustren Dorftheater erwartete.

Von den Fleischskandalen in den Medien angewidert, entschließen sich die drei Freundinnen Karin Heppner (Christiana Strömel), Lotte Reischel (Margot Heilmann) und Selma Sulzbach (Brigitte Gehrig), zukünftig auf den Verzehr von Fleisch und Wurst zu verzichten. Mit einer Flugblattaktion im Dorf machen sie ihrem Unmut Luft und verdonnern die eigenen Familien, sich von nun an vegetarisch zu ernähren.

Konsequentes Handeln wird von den Frauen eingefordert. Doch bei den männlichen Heppners stößt die Ernährungsumstellung auf wenig Gegenliebe. "Die beste Grumbirn ist die, die im Saumagen landet", propagiert der bekennende Fleischliebhaber Norbert Heppner (Peter Fuchs). Sohn Mirco (Dominik Joa) kann ihm da nur beipflichten. So erntet der ofenfrische Gemüseauflauf von Karin nur Häme und wird als Beitrag zu "Jugend forscht" und buntes Tischgesteck verspottet.

Der Mensch habe sich ja schließlich nicht entwicklungstechnisch an die Spitze der Nahrungskette geschlagen, um jetzt wieder Grünzeug zu essen, schimpft Norbert. Er will nicht auf seinen geliebten Sonntagsbraten verzichten und schlägt daher vor, heimlich im alten Stall ein Schwein zu halten, das dann auch das ganze Grünzeug fressen könne. Nach allerlei Liebesbekundungen ihres Mannes und der Aussicht auf ein neues Regal in ihrem Hobbykeller willigt Karin Heppner schließlich ein, wohl wissend, dass ihre beiden neugierigen Freundinnen hiervon nie etwas erfahren dürfen.

Doch wie sollte es anders sein, die Turbulenzen auf der Bühne nehmen ihren Lauf. Nicht nur, dass statt des angekündigten Ferkels eine ausgewachsene Sau namens Anita in den Stall der Heppners einzieht, Hofbernhardiner Josef angeblich den Riesenrammler Rüdiger von Nachbar Georg Sulzbach (Elmar Schmitt) zur Strecke bringt und Lotte Reischel von Metzger Hannes Wetzstein (Detlef Müller) mittels einer Betäubungspistole außer Gefecht gesetzt wird, ihre eigene Freundin Selma bezichtigt Karin Heppner schließlich sogar des Mordes an ihrem Schwiegervater Erwin Heppner (Rainer Geis). Als schlussendlich auch noch Psychologin und Paartherapeutin Anita Amaryl (Sonja Holzinger) die Bühne betritt, ist das Chaos perfekt.

Mit dem heiteren Stück – gespickt mit allerlei markigen Witzen und pikanten Anspielungen – bewiesen die Bücholder Theaterspieler wieder ein sicheres Gespür für gute Unterhaltung. Neben der hervorragenden Rollenbesetzung sorgten ein passendes Bühnenbild von Anton Staat, Thomas Full, Detlef Müller und Rainer Geßner sowie die maskenbildnerischen Fähigkeiten von Margarete Füller für ein gelungenes Gesamtkunstwerk. Dank großer Textsicherheit hatten die beiden Souffleusen Rita Mennig und Monika Full nicht viel zu tun.

Für die Vorstellungen im Bücholder Sportheim am Freitag, 22. November, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 24. November, um 18.30 Uhr können noch Karten bei Erich Füller, Tel.: (09363) 995387 erworben werden.

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