Gemünden

In Gemünden hieß es wieder: Es Züchle künnt!

Etliche Tausend Menschen beobachteten am Samstag den weithin bekannten Gehsteig-Fasching in der Dreiflüssestadt. 780 kostümierte Teilnehmer schlängelten sich durch die Stadt.
Auch die Alten vom Züchle fuhren hinter dem Zugmarschall her durch Gemünden. Foto: Martina Imhof

Ausgelassene Stimmung, fröhliche Menschen, spürbare Lebensfreude: das "Züchle", der Höhepunkt der Gemündener Fasenacht,  startete traditionell am Faschingssamstag und schlängelte sich mit 780 Teilnehmern den zwei Kilometer langen Weg vom Ostring bis zur Stadtmitte. Rund 10 000 Zuschauer kamen nach Angaben der Veranstalter in die Drei-Flüsse-Stadt, um Deutschlands größten Trottoir-Faschingszug mit all seinen liebevoll dekorierten und voller kreativer Ideen steckenden Handwagen-Gruppen zuzuschauen.

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Trottoir-Züchle

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"Genau das macht das Züchle aus, das ist der besondere Flair", erklärt Zugmarschall Jörg Fella, der seit neun Jahren gemeinsam mit seinem Organisationspartner Rainer Pröschl diese Veranstaltung betreut: "Es ist das Ursprüngliche, das den Zug ausmacht." Keine Motorisierung, keine Beschallung, keine großen Faschingswägen, keine Traktoren oder Lastwagen und somit auch weniger Sicherheitsrisiko. "Mittendrin statt nur dabei", nennt Fella das Motto des Zuges. "Wir begegnen uns auf Augenhöhe, keiner schaut von oben herab."

Da sind wir doch beruhigt: Diese Ärzte operieren auch in Wald und Flur. Foto: Martina Imhof

Was 2002 mit 18 Fußgruppen begann, steigerte sich kontinuierlich und bot diesmal mit 49 Gruppen wieder ein Event, das mittlerweile weit über den Landkreis hinaus bekannt ist. Die Teilnehmer stammten hauptsächlich aus dem Stadtgebiet Gemünden und seinen Stadtteilen, viele Gruppen begleiten bereits seit vielen Jahren regelmäßig den Zug. Zum ersten Mal und mit sichtbarem Spaß unterstützten diesmal die "Dorfrocker" der Dorfgemeinschaft Hohenroth den bunten Gaudiwurm.

Auch rund 200 Kinder waren heuer beim Gemündener Trottoir-Züchle dabei. Foto: Martina Imhof

"Unter den Teilnehmern waren auch 200 Kinder", bilanzierte Fella erfreut, "das ist für die Nachwuchsarbeit sehr positiv." Das Züchle ist eine Privatveranstaltung, für die die Organisatoren Pröschl und Fella in der Verantwortung stehen. Was die beiden jährlich neu motiviert, diesen enormen Aufwand auf sich zu nehmen sind vor allem die "strahlenden Kinderaugen.

Auch sie hatten gute Laune: die Goldenen 20er. Foto: Martina Imhof

In der Friedenstraße stehen viele Familien, die Kinder dichtgedrängt mit großen erwartungsvollen Augen am Straßenrand, die Tüten und Hüte empfangsbereit ausgestreckt. Auch das ist das Besondere des Züchle: die Süßigkeiten werden nicht geworfen, sondern direkt überreicht.

Als Themen hatten sich die Fußgruppen allerhand Originelles einfallen lassen, wie  vor der Baustelle flüchtende Scherenburggespenstern, eine beachtlich große Gruppe Walters aus dem Wimmelbuch und allerlei tierische Gestalten. Eine fröhliche  Herde  Rehe, Dschungeltiere und viele Eisbären,  die durch den Klimawandel in Gemünden gestrandet sind, waren auch zu sehen. Zahlreiche hübsch anzusehende Schneekristalle schienen auf der Suche nach dem Winter, auf gleicher Mission waren wohl die Schneeprinzessinnen  vertreten.

Auch diese Motorradrocker mit ihren Sozias heizten über den Asphalt in Gemünden. Foto: Martina Imhof

Eine besonders ausgefallene Idee präsentierten die Gemündener mit ihrem gebastelten Bus, der ab sofort die Stadtrundfahrten durch Gemünden übernehmen soll. "Vom Klinikum noch keine Spur, wir operieren auch in Wald und Flur":  auch dieses Thema wurde äußerst kreativ von einem großen Team an Pflegepersonal umgesetzt.

Die Medusa-Welle aus Langenprozelten zog im Züchle ihre Kreise, Harley-Davidson-Fahrer machten den Weg zur Rennstrecke. Viele schöne Ideen, Phantasie und Talent, gebündelt mit großem Aufwand: das Züchle war wieder ein tolles Erlebnis für Groß und Klein. Und "Nach dem Züchle ist vor dem Züchle", freut sich Zugmarschall Fella bereits auf die nächste Faschingssession, wenn es wieder heißt: "Es Züchle künnt!"  

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