GEMÜNDEN

In MSP lässt sich's gut leben und arbeiten

Frauen mit Herz: Sie fanden die BIT nicht nur informativ, sondern hatten offensichtlich auch ihren Spaß beim Rundgang. Foto: F. heilgenthal

Die Möglichkeit, sich über 166 Berufsbilder zu informieren, bieten die Berufsinformationstage (BIT) in der Gemündener Scherenberghalle. Sie wurden am Freitag von stellvertretendem Landrat Manfred Goldkuhle in Vertretung des verhinderten Schirmherrn Landrat Thomas Schiebel eröffnet. Goldkuhle, auch Koordinator des Arbeitskreises BIT, wies darauf hin, dass das in diesem Jahr gebotene Berufsspektrum einen neuen Rekord darstelle. Bereits zum zwölften Mal in Folge finde die zentrale Veranstaltung, die sich insbesondere an Schüler und Eltern richtet, statt.

Goldkuhles Dank galt den 42 ausstellenden Betrieben, Firmen, Schulen und Einrichtungen, die ein praxisnahes Bild des jeweiligen Berufszweigs vermitteln. Zu Beginn seiner Rede ging er auf das diesjährige Motto „Ausbildung und demografische Entwicklung in unserem Landkreis“ ein. Wenn ein Landkreis innerhalb von fünf Jahren 4000 Einwohner verliere und dies nicht nur durch Sterblichkeit bedingt sei, sondern auch durch Wegzug vor allem junger Menschen, dann müsse sich auch die Wirtschaft Gedanken machen, wie man dem entgegenwirkt, auch um die eigenen Standorte zu sichern.

Arbeitsfelder anschaulich machen

Die großen Städte Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt übten gewissermaßen eine „Magnetwirkung“ aus, die Familien in die Nähe des Arbeitsplatzes ziehen lässt. „Hier und heute wollen und möchten wir den jugendlichen Schulabgängern ein Zeichen geben, dass sie in unserem Landkreis nicht nur ein Zuhause haben, sondern hier auch dauerhaft arbeiten und gut leben können.“ Aufgabe der BIT sei es daher, den Schülern möglichst viele Berufsbilder anschaulich, wirkungsvoll und erlebbar darzustellen, um später einmal in der Heimat gutes Geld verdienen zu können. Goldkuhles Dank ging an die Sponsoren, Unterstützer und an die Aussteller, die diese Veranstaltung erst ermöglichten.

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Berufsinformationstage

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Die Veranstalter rechneten trotz rückgängiger Schülerzahlen mit 2000 Besuchern an beiden Tagen, wobei der Freitag als erster Tag traditionell den Schulklassen gehört, die kostenlos mit Bussen anreisen, und der zweite Tag, Samstag, für die individuelle Beratung von Eltern und Jugendlichen vorgesehen ist. An beiden Tagen werden außerdem Bewerbungstraining und Informationen zum Bewerberauswahlverfahren angeboten.

Abteilungsdirektor Gustav Eirich von der Regierung von Unterfranken bedauerte die immer noch zu hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche. „Daher ist die Information so wichtig, um die Leute dahin zu bekommen, dass sie in der Ausbildung aushalten und später ihr Leben gestalten können.“ Ähnlich äußerten sich Jürgen Bode von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt und Walter Heußlein, Vizepräsident der Handwerkskammer, in ihren Grußworten. Heußlein appellierte an die Firmen und Betriebe verstärkt Ausbildungsplätze bereit zustellen: „Wer Facharbeiter braucht, muss Lehrlinge ausbilden“.

AOK-Direktor Horst Keller sprach für die Ausstellerbetriebe und ging auf den zunehmenden Wettbewerb um die weniger werdenden Schüler ein. „Wer zu spät kommt, den bestraft der Ausbildungsmarkt“, heiße das für die Betriebe.

Fachkräfte zunehmend gesucht

Schon jetzt begännen die Stellenausschreibungen für 2012. Weil auch schon jetzt viele Fachkräfte fehlen, komme der richtigen, gezielten Berufswahl immer mehr Bedeutung zu, machte Keller deutlich.

Als Hausherr freute sich Gemündens Bürgermeister Georg Ondrasch, wieder Gastgeber sein zu dürfen und darüber, dass so viele Betriebe ihre Angebote unterbreiten: „Da müsste für jeden Schüler etwas dabei sein“.

Beim obligatorischen Rundgang durch die Halle konnten sich die Gäste selbst ein Bild von der Vielfalt der im Landkreis vertretenen Berufe machen. Die Stände waren schon lebhaft umlagert, wobei zu bemerken war, dass sich Mädchen immer mehr auch an die technischen Herausforderungen wagen und beim Aufbau einer Pneumatikleitung oder beim Reifenwechsel keine schlechte Figur abgeben.

Umgekehrt waren allerdings am Stand der Friseurinnung, beim Kämmen, Schneiden und Nägel maniküren, keine jungen Männer zu finden.

Geöffnet ist die Ausstellung an diesem Samstag bei freiem Eintritt von 9 bis 14 Uhr. Es gibt Podiumsdiskussionen um 9.45 Uhr (Wahl der Wahlpflichtfächergruppe) und 12.15 Uhr (Wege zum Abitur – was dann?) sowie Seminare um 10.45 Uhr (Bewerberauswahlverfahren) und 11.30 Uhr (Bewerbertraining). Näheres unter www.bit-msp.de.


Männer und Technik: Das interessiert auch Kreishandwerksmeister Reiner Stegerwald (rechts). Foto: Ferdinand Heilgenthal
Nagelprobe für die Ehrengäste: (von rechts) Vizepräsident Walter Heußlein von der Handwerkskammer für Unterfranken, stellvertretender Landrat und BIT-Koordinator Manfred Goldkuhle, Horst Keller, Direktor der AOK Würzburg, und Gemündens Bürgermeister Georg Ondrasch. Foto: F. heilgenthal

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