Karlstadt

In St. Andreas Karlstadt entsteht eine Super-Krippe

Derzeit werden die Einzelteile des riesigen Gebildes bemalt. Außergewöhnliche Figuren und technische Raffinessen sollen die Betrachter in den Bann ziehen.   
Riesige Ausmaße hat die neue Weihnachtskrippe in St. Andreas Karlstadt. Foto: Karlheinz Haase

"Die Kinder sollen davorstehen und gar nicht weg wollen", sagt der stellvertretende Kirchenverwaltungsvorsitzende Manfred Goldkuhle über die neue Weihnachtskrippe, die gerade in der Kirche St. Andreas rechts des Altars vor dem Taufstein entsteht. Auf einer Breite von knapp fünf Metern zeigt sie den Blick auf Karlstadt – vom Main aus. Und sie soll mit allerlei Raffinessen ausgestattet werden. Beispielsweise ist geplant, dass beim Einwurf einer Münze mal in diesem, mal in jenem Abschnitt die  Lichter in den Häusern angehen.

Der Aufbau der bisherigen Krippe auf der Altarinsel war in den vergangenen Jahren aufwändig. Sechs Tage sei man damit beschäftigt gewesen, berichtet Goldkuhle. Die neue Krippe dagegen werde sich trotz ihrer Dimensionen in voraussichtlich zwei Stunden zusammenstecken lassen. Das war einer der Gründe für den "Systemwechsel".

Kirchenmaler Josef Geißler bemalt die Krippe. Foto: Karlheinz Haase

Der andere war der Vorschlag von Pfarrer Simon Mayer, die Krippe solle sich auf die Menschen hier beziehen, solle Jesus hier in die Herzen der Menschen bringen, analog zum Spruch von Angelus Silesius: "Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren – und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren."

Mehrere Ebenen bis zur Stadtpfarrkirche 

Von Wolfgang Merklein stammt der Bauplan für die Krippe. Links steht der Rote Turm, in der Mitte der Maintorturm und rechts das Brückentürmle, dazwischen die Stadtmauer. In der nächsten Ebene folgen Gebäude wie die Spitalkirche und das alte Rathaus. So geht es weiter bis zur vierten Ebene mit der Kirche St. Andreas.

Die Schreinerei Horstmann spendete das Material und führte damit den "Rohbau" kostenlos aus. Aus Pappel-Multiplex-Sperrholz wurden die Gebäude geschnitten – mit feinen Details wie den Fenstern mit Fenstersprossen, den Treppengiebeln und anderen typischen Merkmalen der einzelnen Gebäude. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs transportierten die Einzelteile in die Kirche und bauten sie auf. Derzeit haucht Kirchenmaler Josef Geißler dem Gebilde Farbe ein.

Tolle Ideen

Bei den vier Vorbesprechungen sprühten die Beteiligten vor Ideen. Auf der Rathaustreppe wird der Verkündigungsengel platziert. Am Turm soll der leuchtende Stern von Bethlehem angebracht werden – wie in der Realität. Eventuell wird ein richtiges Uhrwerk in den Kirchturm eingebaut. Es hatte die Überlegung gegeben, dort mit richtigem Wasser zu operieren, doch das wäre zu heikel geworden. Die Rathausfenster sollen eine Struktur wie Butzenscheiben bekommen, sagt Bernhard Büttner, der sich zusammen mit Matthias Roth die technische Ausstattung kümmert.

Was alles heuer noch verwirklicht werden kann, sei aber wegen des knappen Zeitplans unsicher. So soll die Krippe bis zum kommenden Jahr perfektioniert werden. Beispielsweise könnte auch die original Karschter Akustik eingebaut werden, mit den Glockenschlägen von St. Andreas und der Rathausuhr. Hilde Büttner und Gudrun Goldkuhle werden die textile Ausgestaltung übernehmen. 

Manfred Goldkuhle freut sich über das fränkische Erscheinungsbild der Figuren. Foto: Karlheinz Haase

Vor der Stadtmauer werden die Hauptpersonen ihren Patz finden: Links Jesus in der Krippe mit Maria und Josef unter einem Baldachin, rechts Hirten. Bis zum Heiligen Abend wird das Maintor für die Herbergssuchenden  geschlossen bleiben. Erst dann wird Blick freigegeben "nei die Meegass". Und die Heiligen Drei Könige werden erst am 6. Januar ins Spiel kommen.

Fränkische Figuren

Fast 40 Zentimeter hoch sind die im Atelier Warrings (Bischofsheim/Rhön) geschaffenen fränkischen Figuren, die Maria Koch im Jahr 2000 gestiftet hat. "Hier, der hat sogar einen Maßkrug in der Hand und die hier sieht mit ihrer Tracht aus wie die Hella Hanke vom Trachtenverein", freut sich Goldkuhle über deren Erscheinungsbild.  

Schon jetzt schätzt Goldkuhle den Wert der Krippe auf knapp 10 000 Euro. Ihre Übergabe am 6. Dezember um 18.15 Uhr soll die Attraktion der Nikolaustage werden. Dann wird auch eine Ausstellung mit mehr als 60 Krippen aus Spanien und Portugal zu sehen sein, gesammelt von der früheren bayerischen Justizministerin Mathilde Berghofer-Weichner.

Schlagworte

  • Karlstadt
  • Karlheinz Haase
  • Altäre
  • Gebäude
  • Häuser
  • Jesus Christus
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Manfred Goldkuhle
  • Pfarrer und Pastoren
  • Simon Mayer
  • Stadtbefestigung
  • Technik
  • Türme
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!