MAIN-SPESSART

Industrie in Main-Spessart weiter stark

Die mainfränkische Wirtschaft ist positiv ins Jahr 2016 gestartet. Speziell die Industrie im Landkreis Main-Spessart steht seit Jahren auf besonders soliden Beinen. Das machten Zahlen deutlich, die am Donnerstag bei der Frühjahrssitzung des Gremialausschusses Main-Spessart der Industrie- und Handelskammer in Lohr vorgelegt wurden.

Wie Simon Suffa, Büroleiter der IHK-Geschäftsstelle Schweinfurt, erklärte, belegt Main-Spessart in Unterfranken bei der Bedeutung der Industrie gleich hinter Schweinfurt den zweiten Rang. 106 Industriebetriebe im Landkreis beschäftigen aktuell rund 18 750 Menschen. Die Zahl der Betriebe sei seit dem Jahr 2000 entgegen dem rückläufigen unterfrankenweiten Trend hier konstant geblieben, die Zahl der Beschäftigten gar um rund 1000 gestiegen. „Die Industrie in Main-Spessart ist breit aufgestellt und leistungsfähig“, so Suffa.

Mit Blick auf die mainfränkische Wirtschaft stellt die IHK in ihrer aktuellen Konjunkturanalyse fest, dass die im Herbst 2015 aufgekommenen Zweifel an einer sich fortsetzenden guten konjunkturellen Lage zum Jahresanfang 2016 verflogen seien.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator sei um 3,5 Punkte auf 121 gestiegen. „Mainfrankens Wirtschaft scheint robuster denn je und trotzt Störfeuern“, so das Fazit der IHK. Allerdings könne der aktuell hohe Konsum der privaten Haushalte nicht über große Unsicherheiten in der weiteren Entwicklung der Weltwirtschaft hinwegsehen lassen.

Bei den Arbeitslosenzahlen ist der Landkreis Main-Spessart weiterhin der Musterknabe in Unterfranken. Man könne von Vollbeschäftigung sprechen, so IHK-Bereichsleiter Oliver Freitag. Zwangsläufig stelle sich die Frage, wo man Fachkräfte herbekomme. In manchen Sparten werde händeringend nach Mitarbeitern gesucht, beispielsweise in der Gastronomie und anderen Bereichen der Dienstleistungsbranche.

Natürlich drängt sich der Gedanke auf, dass Flüchtlinge die Lücken am Arbeitsmarkt schließen könnten. Doch zum einen gibt es Sprachhürden, die die IHK mit Kursen abzubauen sucht. Zum anderen spielt auch die offenbar vorhandene Ungewissheit über den künftigen Wohnort von Flüchtlingen eine Rolle. Die IHK wird zum 1. Juli zwei Stellen schaffen, die als „Kümmerer“ suchende Unternehmen und passende Flüchtlinge zusammenbringen sollen.

Harald Freund, Vorsitzender des Gremialausschusses Main-Spessart, sprach davon, dass ein Unternehmen einem Flüchtling nur dann eine Anstellung bieten könne, wenn sicher sei, dass dieser Flüchtling auch dauerhaft in der Nähe wohnen bleibe. Oft würden den Flüchtlingen jedoch kurzfristig andere Wohnorte zugewiesen, was die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes erschwere oder unmöglich mache. Stellvertretende Landrätin Sabine Sitter riet Firmen über das Jobcenter auf anerkannte Flüchtlinge zurückzugreifen. Abstand nehmen sollten sie von der Beschäftigung von Flüchtlingen aus sicheren Drittstaaten, da diese erfahrungsgemäß „schnell wieder weg“ seien.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Lohr
  • Johannes Ungemach
  • Industrie- und Handelskammern
  • Sabine Sitter
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!