MITTELSINN

Interesse für ungewöhnliches Denkmal

Bereits in der Bürgerversammlung waren die maroden Bordsteine an den Ortstraßen thematisiert worden, sagte Bürgermeister Peter Paul in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Er selbst verfolge das Projekt schon längere Zeit, aber die infrage kommende Firma konnte aufgrund Erkrankungen keine Aufträge annehmen. Jetzt sei er auf einen Betrieb gestoßen, der die Sanierung nach seinen Vorstellungen durchführen kann. Ein Neubau der Bordsteine komme nicht infrage, sondern nur eine Sanierung, da neben finanziellen Vorteilen auch eine Zeitersparnis einher geht.

Der Bauhof hat den Schadensumfang aufgenommen und Paul hat diese Grundlage für eine Angebotserstellung verwendet. So müssen 200 Bordsteine mit einem kompletten Betonüberzug behandelt werden, während bei weiteren 100 ein Teilüberzug ausreichend ist. Stark geschädigte Bordsteine müssen jedoch gänzlich erneuert werden, erklärte der Bürgermeister. Durch fachgerechte Anwendung von Epoxidharz werden die Bordsteine nicht nur atmungsaktiver, sondern auch frost- und kälteunempfindlicher. Die Firma Bausanierung Jens Bartl (Leinefelde-Worbis) legte jetzt ein Angebot in Höhe von 7170 Euro vor. Auch aus dem Gremium wurden Stimmen für einen Handlungsbedarf laut, und es gab ein eindeutiges Votum dafür, die Maßnahme noch in diesem Sommer durchzuführen.

Bürgermeister Paul sprach die bereits vor einigen Monaten vereinbarte Beteiligung am Projekt „Weg der Erinnerung“ an, an welchem sich Kommunen mit deportierten jüdischen Mitbürgern am Verladebahnhof in Würzburg/Aumühle und in der Heimatgemeinde jeweils mit einem „Gedenk-Gepäckstück“ engagieren möchten.

Gemeinderat Alexander Otte hatte sich des Themas angenommen und berichtete, dass sehr wohl im Dorf Interesse für ein solches ungewöhnliches Denkmal Interesse bestehe. Auch Ortspfarrer Gunnar Zwing stünde für eine mögliche Segnungsveranstaltung zur Verfügung. „Als Schreiner werde ich natürlich einen Erinnerungskoffer aus Holz kreieren“, sagte Otte. Zusammen mit einer Gedenkschrift soll der Erinnerungskoffer am Mittelsinner Ortseingang platziert werden.

Stellvertretender Bürgermeister Dirk Schiefer informierte das Gremium über die neusten Entscheidungen über die ICE-Neubautrasse Hanau-Fulda/Würzburg. Sieben Varianten für den Streckenneubau nordöstlich von Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) habe man in den vergangenen Monaten mit Blick auf die Auswirkungen auf Mensch und Natur intensiv auf Vor- und Nachteile untersucht. Drei davon sollten ab Gelnhausen den nördlichen Spessart mit dem Sinngrund queren und dann bei Mottgers (Main-Kinzig-Kreis) unweit der hessisch-bayerisch Landesgrenze auf die ICE-Trasse Fulda-Würzburg geführt werden.

Jetzt stehe fest, dass diese drei Spessart-Trassen aus der Wertung genommen wurden und dass somit vermutlich der Sinngrund von einer weiteren ICE-Trasse verschont bleibt.

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