MARKTHEIDENFELD

Interspa scheitert in Fellbach – Folgen fürs Maradies

Die Zukunft des Marktheidenfelder Bades Maradies ist noch unklar, scheint aber seit April ungewisser als zuvor. Die Stuttgarter Interspa-Bädergruppe ist jetzt im PPP-Verfahren für den Bau eines „Kombibades“ in Fellbach aus dem Rennen geworfen worden, weil sie über ein Jahr lang keinen Investor vorweisen konnte.
Entspannung und Erholung in einem „Wonnemar“ der Stuttgarter Interspa-Bädergruppe. Bevor es in Marktheidenfeld dazu kommen könnte, müssen alle Beteiligten noch viel Arbeit erledigen.FOTO Interspa

Für das Stuttgarter Bäderunternehmen Interspa läuft es zurzeit nicht gut: Ein Badprojekt in Rheinfelden kam nicht zustande; in Marktheidenfeld hat ein knapper Bürgerentscheid vor einem Jahr den Bau eines „Wonnemars“ gestoppt.

Und nun das: In einem ähnlichen PPP-Verfahren in Fellbach bei Stuttgart, bei dem Kommune und Privatunternehmen zusammen ein Bad bauen wollten, war Interspa kurz davor, den Zuschlag zu bekommen. Auch in diesem Fall hatten die öffentlich-privaten Partner (PPP) eine gemeinsame Finanzierung vereinbart. Jeder sollte etwa die Hälfte des 40 Millionen Euro teuren „Kombibades“ bezahlen. Das berichten Stuttgarter Zeitung und Fellbacher Zeitung übereinstimmend. Doch bevor Fellbach Interspa endgültig die Hand reichte, forderte die Große Kreisstadt den Nachweis eines Investors und somit des privaten Eigenkapitals.

Über ein Jahr lang hielt Interspa die 43 000-Einwohner-Stadt hin, bat immer wieder um Fristverlängerungen und beteuerte, Investor und Geld auftreiben zu können, nannte aber keinen Namen und schaltete einen Finanzvermittler dazwischen.

Doch jetzt zog der Fellbacher Gemeinderat die Reißleine: Nachdem eine letzte Frist Ende März verstrichen war, hoben die Schwaben das Ausschreibungsverfahren ergebnislos auf und kündigten an, allein ein kleineres Bad zu bauen.

Die Gemeinderatsfraktionen in Fellbach reagierten enttäuscht auf den Abbruch des PPP-Verfahrens. Laut Stuttgarter Zeitung/Fellbacher Zeitung habe man der Interspa-Gruppe „mehrmals Brücken gebaut“, so ein Fraktionssprecher. „Wir wurden nur vertröstet und sind jetzt ein Jahr in Verzug“, ärgert sich ein anderer. Teile des Rats sind sogar der Ansicht, dass durch das PPP-Verfahren „fünf Jahre nutzlos verstrichen“ seien.

Reaktionen in Marktheidenfeld

Zahlreiche Gutachten, Rechtsexpertisen und Planungen hätten zur Ausgabe von mehreren hunderttausend Euro und zu unzähligen Gemeinderatssitzungen geführt.

Interspa-Geschäftsführer Volker Kurz ist ebenfalls enttäuscht. Sein Unternehmen habe für Architekten, Fachplaner und Anwälte eine „hohe sechsstellige Summe“ ausgegeben. Er hatte noch bis Ende März gehofft, eine neue Nachfrist zu erhalten. Derzeit, erklärte Kurz gegenüber den örtlichen Zeitungen, seien Vorhaben in dieser Größenordnung nur sehr schwierig zu finanzieren.

Indessen hält er an einer Zusammenarbeit mit der Stadt Marktheidenfeld fest. Gegenüber der Main-Post betonte der Interspa-Geschäftsführer: „Die Stadt braucht sich keine Sorgen zu machen“. Die Finanzierung eines Marktheidenfelder „Wonnemars“ sei „in trockenen Tüchern“, auch weil es sich um einen anderen Investor als in Fellbach handele. Kurz antwortete auf wiederholte Nachfrage: „Die Finanzierung steht 100-prozentig.“ Er hält es für realistisch, dass Interspa und die Stadt nach Ostern zu einer Vereinbarung kommen.

Marktheidenfelds Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder gab zu, dass die Verbindung zu Interspa noch bestehe, unterstrich aber: „Nur eine mündliche Zusage genügt uns nicht.“ Sie bestehe auf der Vorlage von Fakten.

Man sei schon lange in Kontakt mit Fellbachs Stadtoberhaupt. Nach der Entscheidung dort habe sie eine Sondersitzung mit den Marktheidenfelder Fraktionsvorsitzenden einberufen. Sie beruhigt: „Wir werden uns auf keinen Weg begeben, den wir nicht verantworten können.“

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