TRIEFENSTEIN

Ist das Gold in der Kirche echt?

Gleich geht es los zum Kloster Triefenstein: Gertrud Nöth (links) gibt noch kurze Erklärungen am Startpunkt der Kulturwa... Foto: Grundschule Triefenstein

„Klosterleben im Mittelalter“, so lautete der Titel eines dreiteiligen Pilotprojektes, das die 31 Viertklässler der Grundschule Triefenstein zum Ende des Schuljahres bearbeiteten. Ausgangspunkt waren die beiden Triefensteiner Kulturwanderwege. Das frühere Augustiner-Chorherrenstift Triefenstein, das seit 1985 der evangelischen Christusträger-Bruderschaft gehört, hatte für die vier heutigen Ortsteile Triefensteins eine zentrale Bedeutung. Es ist ein Bestandteil des rechtsmainischen Wanderweges „Chorherren, Grundherren, Burgherren“.

Was ist ein Kulturwanderweg?

Das Projekt begann unmittelbar nach den Pfingstferien. Gertrud Nöth, damalige Leiterin der Arbeitsgruppe zur Einrichtung der Triefensteiner Wege, erklärte, was ein Kulturwanderweg ist, wie er zustande kommt und wo es solche Wege in unserer Heimat gibt. Dann ging es um die Fragen „Was ist ein Kloster?“ oder „Wie wird man Mönch oder Nonne?“. Anhand einer Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert, die das Kloster zeigt, erarbeiteten die Kinder dann gemeinsam, warum das Kloster Triefenstein genau an dieser Stelle gebaut wurde: Der Platz der ehemaligen Peterskapelle lag an einer Fernhandelsstraße mit einer Fähre, die dem Kloster Einnahmen brachte.

Ausgestattet mit einem umfangreichen Informationspaket, beschäftigten sich die Schüler dann in sechs Arbeitsgruppen zwei Wochen lang mit verschiedenen Fragen rund um das Klosterleben: Wie war der Tagesablauf in einem Kloster? Wer lebte und arbeitete in einem Kloster? Woher bekamen die Mönche oder Nonnen ihre Dinge des täglichen Lebens? Welche Bedeutung hatte das Kloster für die Menschen in der Umgebung? Sie stellten verschiedene Orden und die Geschichte des Klosters Triefenstein vor. Die beiden Lehrerinnen Silvia Kuhn und Siglinde Gegenheimer standen den Kindern bei Fragen zur Verfügung.

Ihre Arbeitsergebnisse stellten die Kinder dann in Kurzreferaten vor, bei denen die Gruppen mit viel Phantasie und Engagement beispielsweise auf einem Plakat erklärten, wann die Mönche früher beteten, arbeiteten oder studierten.

Auf einem anderen Plakat waren Mönchskleider von verschiedenen Orden zu sehen oder die unterschiedlichen Funktionen eines Klosters als Kirche, Schule, Krankenhaus oder Raststation für Reisende zu bestaunen.

Getrocknete Kräuter brachte eine Gruppe mit, als es darum ging zu erklären, dass früher die Klöster Medizin selbst herstellten. Anhand einer Zeitleiste wurde die Geschichte des Klosters Triefenstein dargestellt. Die Organisation und der Aufbau eines Klosters wurden mit einer Firma verglichen, zum Beispiel geleitet von einem „Chef“, dem Abt.

Den Abschluss des Projektes bildete Mitte Juli eine Wanderung zum Kloster Triefenstein. Von der Grundschule aus ging es zunächst zum Startpunkt der beiden Kulturwanderwege, an dem früher die Fähre den Main überquerte. Nach kurzen Erläuterungen an der Starttafel machten sich die Kinder mit Silvia Kuhn, Siglinde Gegenheimer und Gertrud Nöth auf den Weg zum Kloster, indem sie sich an den Markierungszeichen für die Kulturwege, dem gelben Wikingerschiffchen auf blauem Grund, orientierten.

Führung durch das Kloster

Bruder Uwe von den Christusträgern führte die Gruppe durchs Kloster, in die Kirche, die Bibliothek und den Keller. Dafür schloss sich auch der Triefensteiner Bürgermeister Norbert Endres der Gruppe an. Danach fragten die Kinder Bruder Uwe Löcher in den Bauch. Sie wollten wissen, wie das Leben im Kloster heutzutage aussieht.

Gerne und geduldig ging Bruder Uwe auf die Fragen ein, wie zum Beispiel, ob er auch schwarze Kleider trage, ob das Essen im Kloster gut sei, ob die Christusträger auch Urlaub haben, wovon sie leben, ob sie so wie früher die Augustiner-Chorherren auch noch Tiere halten, wie sein Zimmer ausgestattet und ob das Gold in der Kirche echt ist.

Allen am Projekt Beteiligten machte es sichtlich Spaß. In der Nachbewertung sprachen sich die Schüler dafür aus, dass auch nachfolgende Klassen ein solches Projekt bearbeiten. Diese ersten Erfahrungen können somit die Basis bilden, um im Rahmen der Triefensteiner Kulturwanderwege ähnliche Aktionen durchzuführen. Text: GERTRUD NÖTH

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