KARLSTADT

JSG ist digitaler Vorreiter für ganz Bayern

Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe sprach im Johann-Schöner-Gymnasium über Digitalisierung. Im Bild (von links): Elternbeirat Harald Wiggenhorn, Niklas Nacci (SMV), Afhüppe, Elias Kriester (SMV) und Personalrat Peter Stegmann.
Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe sprach im Johann-Schöner-Gymnasium über Digitalisierung. Im Bild (von links): Elternbeirat Harald Wiggenhorn, Niklas Nacci (SMV), Afhüppe, Elias Kriester (SMV) und Personalrat Peter Stegmann. Foto: Markus Rill

Eine „Bilderbuchschule mit Blick auf die Digitalisierung“ ist das Karlstadter Johann-Schöner-Gymnasium, schreibt die deutsche Presse-Agentur. Das bayerische Kultusministerium sieht das JSG deshalb als „Referenzschule für Medienbildung“ und entsandte zur Auftaktveranstaltung des „Digital Media Lab“ am Dienstagabend Monika Zeyer-Müller, die Ministerialbeauftragte für die unterfränkischen Gymnasien, nach Karlstadt. Schließlich sollen alle bayerischen Schulen eigene Medienkonzepte erstellen – und dafür das JSG zum Vorbild nehmen.

Konturen für den Blähbegriff

Die Schule nimmt diese Vorreiterrolle an und will mit einer Veranstaltungsreihe dem „Blähbegriff Digitalisierung Konturen verleihen“, wie der Elternbeiratsvorsitzende Harald Wiggenhorn in seiner Begrüßung sagte. Die stellvertretende Landrätin Sabine Sitter erkannte Digitalisierung als „Schlagwort der Gegenwart und Zukunft“; Rotarier-Präsident Rudolf May nutzte die Gelegenheit, in seinem Grußwort das Weinbauprojekt „Silvaner Guckst Du“ vorzustellen, das Brillen für Kenia finanziert.

Die künftige Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt, Dorothee Bär (CSU), bewies Medienkompetenz und grüßte als Schirmherrin per Video, das Karlstadter Schüler bei einem Besuch in der Hauptstadt gedreht hatten. Als „Schwester eines Informatikers“ und Mutter dreier Kinder wisse sie, dass die Kenntnis der digitalen Welt für die Schüler so wichtig sei, wie Lesen und Schreiben zu können. Die Einbindung digitaler Medien in den Unterricht sei unerlässlich. Sie habe 1988 beim Eintritt ins Gymnasium einen Weltatlas erhalten und bis zum Abitur „mit dem geteilten Deutschland gelernt“. Am Tablet genüge heute ein Update, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Schulfreund referiert

Als Referent für die Auftaktveranstaltung hatte Wiggenhorn seinen einstigen Schulfreund aus Greven, Sven Afhüppe, gewonnen. Dass der heute Chefredakteur des Handelsblatts ist, zeige, dass ein Abitur aus NRW nicht zwangsläufig bergab führen müsse, so Wiggenhorn. Afhüppe referierte schwungvoll und mit humorvollen Einblendungen. Dass Nostalgie kein Geschäftsmodell sei, illustrierte er mit Transparenten, die „40 Jahre DDR“ feierten.

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert und vernetzt“, prognostizierte Afhüppe. Bald werde es weltweit 20 Milliarden digitaler Geräte geben. Und der Wandel geht schnell voran wie er mit Bildern von den Papstwahlen 2005 – ein Menschenmeer auf dem Petersplatz – und 2013 – ein Meer von Menschen mit Handys – aufzeigte. Die Menschen und die Wirtschaft müssten auf eine „Disruption“ durch Digitalisierung vorbereitet sein. Und sie sollten erkennen, dass ein Erfahrungsschatz nur noch wenig wert sein; gefragt sei „lebenslanges Lernen“.

China als Vorbild?

Das Handelsblatt habe gut auf die neuen Medien reagiert, die Auflage sei gestiegen. Bei einem Gespräch des früheren Geschäftsführer Gabor Steingart mit Kanzlerin Merkel seien 500 Menschen im Saal gewesen; eine Million Menschen hätten den Stream auf Facebook verfolgt. Afhüppe plädierte für die Einführung eines Schulfachs zur digitalen Mediennutzung und lobte China für die Einrichtung von rund 1000 Hochschul-Lehrstühlen, die sich mit digitalen Themen befassen.

In der anschließenden Diskussion fragte eine Schülerin, welche Berufe durch die Digitalisierung nicht gefährdet sind. Afhüppe sagte: „Alles, was mit Kreativität zu tun hat. Und alles, was mit Pflege und Betreuung zu tun hat.“ Keine lukrativen Optionen. Er sehe der digitalen Zukunft deshalb auch „nicht mit Euphorie, aber mit Zuversicht“ entgegen“.

Am Dienstag, 13. März, referiert Simon Haug, Leiter der Rechtsabteilung der FAZ, „Das Internet: (k)ein rechtsfreier Raum: Freiheit, Recht und Fairness in der digitalen Welt“ ab 19.30 Uhr in der Aula des JSG.

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