Lohr

Jahrbuch: Weltkrieg und Juden Schwerpunkte

Schriftleiter Josef Harth (links) stellte mit den Autoren Gerd Walter, Hans-Joachim Wirthmann, Karl Scherer, Theodor Ruf und Herbert Pfister (von links) das neue Jahrbuch des Geschichts- und Museumsvereins vor. Es fehlen die Autoren Meinrad Amrhein, Alfred Fleckenstein, Stefan Krimm und Wolfgang Vorwerk. Foto: Thomas Josef Möhler

Der Geschichts- und Museumsverein hat am Dienstag vor rund 60 Interessierten im Saal des alten Rathauses sein siebtes Jahrbuch vorgestellt. Die "Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Raumes Lohr" umfassen nach Angaben des stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftleiters Josef Harth elf neue Abhandlungen von zehn Autoren mit 440 Seiten. Somit sei die Grenze dessen erreicht, was sich in einem Band unterbringen lasse.

Harth sieht das Jahrbuch als neue Veröffentlichungsplattform für heimatgeschichtliche Beiträge in der Nachfolge des "Heimatlands". Diese Beilage zur Heimatgeschichte erschien von 1934 bis 1968 in der Lohrer Zeitung. Nach ihrer Einstellung habe die Lohrer Presse immer wieder einmal heimatgeschichtliche Themen veröffentlicht, aber eine zusammenfassende Publikation habe gefehlt.

Der Geschichts- und Museumsverein hat sich daher nach Harths Worten 2012 entschieden, das Jahrbuch herauszugeben - trotz anfänglicher Bedenken, ob es überhaupt genügend Themen, Autoren und Leser dafür gibt. Diese Zweifel hätten sich in Luft aufgelöst. Von den sechs bisherigen Ausgaben seien nur noch Restbestände vorhanden.

Bereits Meldungen für 2019

Die Steigerung der Seitenzahl von anfangs 344 auf jetzt 440 zeige, dass es "eine Menge Themen zur Geschichte unserer Heimat gibt". Auch um die Autoren muss sich Harth keine Sorgen machen: Bei ihm hätten sich bereits Geschichtsinteressierte gemeldet, um Beiträge für das Jahrbuch 2019 anzubieten. Einschließlich der neuen siebten Ausgabe seien bislang 65 Beiträge auf knapp 2500 Seiten veröffentlicht worden.

Einen Schwerpunkt der elf neuen Beiträge setzen nach Harths Worten besondere Ereignisse des 20. Jahrhunderts wie das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren und der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht. Harth selbst widmet sich den 77 Jahren, in denen es in Lohr eine jüdische Gemeinde gab. Meinrad Amrhein hat Feldpostbriefe von Teilnehmern des Ersten Weltkriegs aus Ruppertshütten ausgewertet.

Hans-Joachim Wirthmann befasst sich mit der Entstehung des Kriegerdenkmals an der Grafen-von-Rieneck-Straße. Vereinsvorsitzender Wolfgang Vorwerk geht auf 144 Seiten, einem der längsten Beiträge in den sieben bislang erschienen Bänden, den individuellen Schicksalen der Lohrer Juden nach.

Kreisheimatpfleger Theodor Ruf beschreibt das vermutlich einzige Porträt des letzten Rienecker Grafen Philipp III. und in einem zweiten Beitrag das Grabmal von Philipp von Dienheim in der Lohrer Stadtpfarrkirche. Über Grabungen im Kalten Grund bei Neuhütten berichtet Stefan Krimm, ein Kenner der Glashüttengeschichte des Spessarts.

Die Geschichte der Mühlen in den Tälern des Spessarts erzählt Alfred Fleckenstein. Die Waldbauschule in Lohr von 1888 bis 1923 ist das Thema von Herbert Pfister. Gerd Walter bringt eine Auswahl Sackenbacher Geschichten aus den bislang sieben von ihm veröffentlichten Chroniken des Stadtteils. Die Bedeutung der Lohr für die Menschen früher und heute und die Gewässerökologie sind das Thema von Karl Scherer.

Zusammenarbeit mit Vhs

Susanne Duckstein, Leiterin der Volkshochschule Lohr-Gemünden, nannte das in einer Auflage von zunächst 150 Exemplaren erschienene Buch ein "kleines Vorabgeschenk vom Nikolaus" und kündigte für 2019 die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Geschichts- und Museumsverein an. Es werde vier gemeinsame Veranstaltungen geben.

Das Jahrbuch ist in den Buchhandlungen Bücherecke und Grote erhältlich.

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