Steinfeld

"Jammern hilft nichts, irgendwie geht es immer weiter"

In guten wie in schlechten Tagen: Elsa und Hans Knoll gaben sich vor 70 Jahren das Eheversprechen.  Foto: Gisela Büdel

Der Sonntag zwischen den Jahren wird im Zusammenleben von Else und Hans Knoll ein Meilenstein sein: Das Jubelpaar feiert das seltene Ehejubiläum der Gnadenhochzeit. Was man sich vor 70 Jahren versprach, zählt bis heute: Der Zusammenhalt in hellen wie in dunklen Tagen.

Hans Knoll kam 1928 in Metzling (Böhmerwald) zur Welt. Nach der Volks- und Bürgerschule entschied er sich für das Maler- und Lackiererhandwerk.1944 wurde Knoll zum Reichs-Arbeitsdienst und später zur Wehrmacht einberufen. Kurz vor Kriegsende geriet er in Euerbach bei Schweinfurt in amerikanische Gefangenschaft. Der Übergabe an die Franzosen folgten Lager in Süd- und Mittelfrankreich.

Nach dem Krieg nach Steinfeld

Nach der Entlassung 1946 kam er nach Regensburg und fand bei der Suche nach seiner Familie auf Flüchtlingslisten den Hinweis "Lohr". Dort feierte er im Oktober mit der Mutter und den beiden Schwestern ein glückliches Wiedersehen und den Umzug nach Steinfeld.

Berufliche Stationen waren die Lohrer Malerfirmen Adolf Lembach und Anton Franz. Gesundheitlich angeschlagen ging der heute 91-Jährige 1985 frühzeitig in Rente.

Elsa Knoll, geborene Ludwig, erblickte 1931 in Steinfeld das Licht der Welt. Nach der Schulzeit unterstützte sie die Eltern in der Landwirtschaft. 1947 lernte sie Hans Knoll kennen, mit dem sie am 29. Dezember 1949 in Mariabuchen Hochzeit feierte.

Durch eine Reifenpanne am Hochzeitsauto gestaltete sich die Fahrt zur Wallfahrtskirche mühsam, zumal es im Ort nur drei Autos gab.

1959 bezog das Ehepaar das neue Eigenheim in der Steinfelder Kastanienstraße. Die Familie vergrößerte sich um vier Kinder. Doch das Schicksal schlug mit drei Todesfällen zu: Nach dem Tod von Tochter Veronika 1967 im Alter von nur 13 Jahren verunglückte 1990 der Schwiegersohn tödlich. Auch Sohn Helmut verstarb nach schwerer Krankheit.

Doch jeder Rückschlag, ob Todesfall oder die eigene schwere Operation, wurde mit Gottvertrauen und dem Rückhalt der Familie gemeistert. Blickt die heute 88-Jährige zurück, klingt unerschütterlicher Optimismus aus ihren Worten: "Jammern hilft nichts, irgendwie geht es immer weiter."

Das ist ganz im Sinne der in Lohr lebenden Tochter Roberta Lang. Täglich ist sie den Eltern mit Rat und Tat eine große Stütze. Seinen Beitrag am Wochenende leistet der in Nürnberg wohnende Sohn Siegfried.

Wir-Gefühl gepflegt

Das Ehepaar teilte nicht nur Freud und Leid, sondern auch die Bewirtschaftung des 1400 Quadratmeter großen Gartens. "Ich habe gehackt, sie hat gesetzt", erklärt Hans Knoll schmunzelnd. Das "Wir-Gefühl" zählte für das Ehepaar nicht nur familiär, sondern auch innerhalb der Dorfgemeinschaft: Lebenslang engagierte sich der Jubilar in Gesang-, Musik- und Sportverein sowie in der Freiwilligen Feuerwehr.

Elsa Knoll hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Freunde und Nachbarn. Gefeiert wird der Jubeltag im Gasthaus "Am Dorfweiher" in Karlstadt-Rohrbach.

Schlagworte

  • Steinfeld
  • Gisela Büdel
  • Ehejubiläen
  • Ehepartner
  • Eigenheim
  • Eltern
  • Familien
  • Freud und Leid
  • Hochzeiten
  • Not und Nöte
  • Schwiegersöhne
  • Söhne
  • Wehrmacht
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!