TRIEFENSTEIN-HOMBURG

Jedem Tag mit einem Schuss Humor begegnen

Gern gesehene Gratulanten: Bürgermeister Norbert Endres (links) und Pfarrer Matthias Wolpert (rechts) waren bei Wolfgang Finger gern gesehene Gratulanten. Foto: Fabian Leimeister

Enkelin Laura Michel überraschte ihren Opa Wolfgang Finger mit einem besonderen Geburtstagsgeschenk. Kurz bevor der Senior sein 85. Wiegenfest feiern konnte, absolvierte die ehemalige Homburger Weinprinzessin erfolgreich ihre Meisterprüfung im Friseurhandwerk.

Sieben Enkelkinder, zwei Urenkel und drei Kinder gehörten zur großen Gratulantenschar, die Wolfgang Finger in seinem Häusle in der Maintalstraße beglückwünschten. Besonders gern gesehene Geburtstagsgäste waren Bürgermeister Norbert Endres und Pfarrer Matthias Wolpert. Auch im hochbetagten Lebensalter lässt sich Wolfgang Finger nicht unterkriegen. Trotz eines vor neun Jahren erlittenen Schlaganfalls versucht er Tag für Tag, seinem Seniorenleben mit einem Schuss Humor zu begegnen. Ein Schlückchen Homburger Wein schätzt er als flüssige Medizin.

Die unselige Vertreibung kurz nach Kriegsende hatte zur Folge, dass der im Kreis Trautenau im Riesengebirge geborene Finger in dem Winzerdorf am Main eine zweite Heimat fand. In Erinnerung an die Vertreibung erzählt Finger die Geschichte, wie er mit ganzen dreißig Pfennigen in der Tasche nach einer Odyssee vom Riesengebirge in das Frankenland am Trennfelder Bahnhof ankam.

Vom spärlichen Rest musste er zwei Groschen für die Fährüberfahrt nach Homburg ausgeben. Mit nur einem „Zehner“ in der Tasche kam er am Homburger Ufer an.

In der neuen Heimat sesshaft geworden, musste Wolfgang Finger so schnell wie möglich an das Geldverdienen denken. Er half zunächst bei Michael Wachslander in der Landwirtschaft mit, bevor er seinen langen Berufsweg im Zementwerk begann und die „Wetterau“ im Alter von 61 Jahren aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste.

In Homburg heimisch geworden, heiratete Wolfgang Finger 1955 seine Frau Anneliese, geborene Kuhn. Dem Ehepaar wurden vier Kinder geschenkt. Vor sechs Jahren musste Wolfgang Finger seine Frau zu Grabe tragen. Sein schwerster Schicksalsschlag war der Unfalltod seines Sohnes und seiner Schwiegertochter. Heute wird der Jubilar Tag für Tag liebevoll von Tochter Silvia Michel betreut. Abwechslung im Lebensabend bringt das Fernsehen ins Haus. Besonders gerne schaut sich der Senior Sport- und Kochsendungen an.

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